Mit Derivaten durch die Krise: Gewinne in schlechten Zeiten machen

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Derivate Krise - mit den richtigen Wertpapieren auf fallende Kurse setzen (Foto: Vintage Tone / Shutterstock.com)

Derivate sind Wertpapiere, mit denen man als Anlieger auf steigende, aber auch auf fallende Kurse wetten kann.

Jedes Derivat basiert auf einem Wert. Das kann eine einzelne Aktie sein oder komplette Indizes und noch vieles mehr. Im Folgenden werden Beispiele genannt, wie man in der Krise – wenn die Börsen abstürzen – trotzdem mit einem Lächeln auf sein Depot schauen kann.

Krisen in Industriezweigen

Wenn bestimmte Industriebranchen vor großen Problemen stehen, kann man sich besonders anfällige Unternehmen heraussuchen, die in der Vergangenheit bereits in ähnlichen Situationen große Verluste einbüßen mussten. Man kann auch nach Aktien suchen, die sich seit dem letzten Tief der Finanzkrise nicht mehr so gut erholt haben wie deren Konkurrenz.

Auf solche Firmen kauft man dann ein Short- bzw. Put-Derivat. Damit ist man an fallenden Kurse beteiligt. Im aktuellen Umfeld schwächeln vor allem die Autobauer: VW scheint beispielsweise derzeit etwas anfällig.

Möchte man Knock-out-Produkte kaufen, sucht man sich am besten einen letzten Hochpunkt der Aktie und wählt die K.o.-Schwelle etwas darüber. So überlebt man auch Zwischenerholungen in einem bullischen Umfeld entspannt.

Krisen in Ländern

Während Japan seinen Yen sehr stark aufweicht und damit für bessere Exporte sorgt, steht China etwas angeschlagen daneben und muss zusehen, wie das eigene Wachstum schwindet.

Viele Zahlen sprechen aktuell für einen Wirtschaftsabschwung in China. Es wird weniger Strom verbraucht – zum ersten Mal seit langem. Doch auch andere Faktoren lassen erst einmal ein Ende der möglichen neuen Wirtschaftsmacht im Osten erahnen.

So fällt zum Beispiel der Kupferkurs seit einiger Zeit, der oft als Wirtschaftsindikator für China betrachtet wird. Denn China verbraucht am meisten Kupfer, und wenn dort die Nachfrage sinkt, fällt der Preis entsprechend. Möchte man auf ein weiteres Absinken spekulieren, kann man also Puts auf Kupfer kaufen. Gold als Krisenschutz

Währungskrise

Hier stellt sich natürlich die Frage: Welche Währung hat keine Krise? Dennoch werten einige Länder ihre Währung deutlich schneller ab als andere. Wie oben erwähnt, gewinnt derzeit Japan das Wettrennen der Währungsweichmacher. Die USA folgen auf Platz 2.

Insbesondere der US-Dollar-Index ist eine Untersuchung wert, denn das Abwerten des Yen ist womöglich bereits eingepreist, d. h. die größte Gewinnspanne ist schon vorbei. Vielmehr muss mit einer kurzen Konsolidierung gerechnet werden.

Der Dollar hat seit Jahresbeginn ordentlich an Boden gewinnen können, doch jetzt ist wohl eher die Zeit des Euro gekommen. EUR/USD ist schon wieder am Steigen. Kurse von derzeit über 1,30 können noch bis 1,40 klettern, während der US-Dollar-Index zu sinken beginnt.

Diesen Trend kann man in dem Fall mit einem Long-Zertifikat auf EUR/USD handeln. Als K.o.-Schwelle ist der Bereich um 1,26 interessant. Wer es riskanter möchte, kann auch schon bei etwa 1,29 die Stopps setzen. Was die Abwertung einer Währung bedeutet

Derivate in der Krise: Fazit

Während man mit Derivaten eine Krise profitabel handeln kann, baut sich am Derivate-Markt aber eine eigene Krise auf. Denn dort wartet die nächste mögliche Blase. Immerhin beträgt das Handelsvolumen aller Derivate weltweit rund 700 Bio. $. Allein in Europa sind Derivate im Wert von knapp 300 Bio. $ im Umlauf.

Wann die Derivateblase platzt, lässt sich schwer vorhersagen. Nach Expertenmeinung hätte das bereits längst geschehen können. Es fehlt also nicht viel, um diesen gigantischen Markt wieder auf den Boden zu bringen.

Aber solange Banken, die im großen Stil mit Derivaten handeln, weiterhin – vor allem vom Steuerzahler – gerettet werden können, passt noch ein bisschen Luft in die Blase. Was ist ein Derivat?

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.