Invest Messe Stuttgart, von 05. bis 06. April 2019

Mit diesen 7 Tipps sparen Sie zum Jahreswechsel Steuern

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Der 31. Dezember ist ein wichtiger Stichtag beim Finanzamt. Steuerzahler können Ausgaben bewusst tätigen oder schieben, um Steuern zu sparen. (Foto: 88studio)

Mit der richtigen Finanzplanung können Steuerzahler mit Blick auf den Jahreswechsel Geld sparen. Schließlich gibt es verschiedene Kniffe, wie Pauschalen und Freibeträge noch so genutzt werden können, dass möglichst wenig Steuerlast für das laufenden Jahr anfällt.

Für verschiedene Ausgaben gibt es festgelegte Jahreshöchstbeträge, auf die vor dem Jahreswechsel unbedingt ein Blick geworfen werden sollte. So kann es sich lohnen, Ausgaben noch schnell im Dezember zu tätigen oder bewusst bis zum nächsten Jahr zu warten.

1. Das laufende und erwartete Einkommen überprüfen

Der erste Aspekt, der überprüft werden sollte ist das Einkommen in 2018 und das zu erwartende Einkommen in 2019. Wer davon ausgeht, 2019 weniger zu verdienen als 2018 (da er beispielsweise in Rente oder Elternzeit geht oder eine berufliche Auszeit nimmt), der sollte nötige berufliche Anschaffungen und Ausgaben (ein neues Smartphone, Weiterbildungskosten, Fachliteratur usw.) unbedingt noch in 2018 tätigen. Sie wirken sich bei hohen Einkünften stärker steuermindernd aus als bei niedrigen und fallen daher stärker ins Gewicht. Ist es genau andersherum und die Kasse klingelt eher in 2019, sollten Ausgaben in das nächste Jahr verschoben werden, um die hohe Steuerlast dann zu drücken.

Wichtig ist aber hierfür der Umstand, ob die Werbekostenpauschale in Höhe von 1.000 Euro im Jahr 2018 oder 2019 überhaupt erreicht wird. Nur wenn Arbeitnehmer für alle Kosten, die ihnen durch ihre Arbeit entstehen (Materialien, Fahrtkosten etc.), überhaupt über den Pauschalbetrag kommen, macht es Sinn die Ausgaben noch im Dezember zu tätigen. Andernfalls sollten sie besser in das nächste Jahr geschoben werden.

2. Fristen für Steuererklärung berücksichtigen

Als nächstes sollte überprüft werden, ob sich eine freiwillige Steuererklärung für das Jahr 2014 noch lohnen kann. Diese kann nur noch bis zum 31. Dezember 2018 abgegeben werden. Wer in 2014 eine zeitlang arbeitslos war, hohe Ausgaben oder schwankende Monatseinkommen hatte, der sollte unbedingt noch eine Steuererklärung abgeben. Für die Steuerrückzahlung gibt es dann sogar Zinsen – pro Jahr zahlt das Finanzamt 6 Prozent auf die erstattbare Steuer.

3. Zulagen rückwirkend einfordern

Die Arbeitnehmersparzulage kann ebenfalls bis zum 31. Dezember 2018 noch rückwirkend für 2014 beantragt werden. Fondssparer erhalten 80 Euro zusätzlich vom Fiskus und Bausparer 43 Euro. Auch für Riester- und Rürup können rückwirkend noch Zulagen beantragt werden, falls dies bisher verpasst wurde. Möglich sind hier die Jahre 2017 und 2016.

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4. Noch schnell zum Standesamt

Der letzte Tag des Jahres ist auch eine wichtige Frist zum Heiraten. Wer sich noch vor dem Jahreswechsel das Ja-Wort gibt, profitiert noch für das gesamte Jahr 2018 von den steuerlichen Vorteilen der Ehe. Dazu gehören höhere Freibeträge und Steuerentlastungen je nach Verdienst und Steuerklasse. Neben den Sommermonaten ist der Dezember laut Statistiken der beliebteste Monat zum Heiraten, auf den Standesämtern herrscht Hochbetrieb, da viele Paare noch von möglichen Steuervorteilen profitieren wollen.

5. Krankheitskosten aufsummieren

Außergewöhnliche Belastungen können von der Steuer abgesetzt werden, allerdings erst wenn ein gewisser Betrag erreicht wird. Dieser beträgt je nach Einkommen und Steuerklasse zwischen 1 und 7 Prozent vom Jahresbrutto.

Wer in einem Jahr schon einiges an Krankheitskosten angesammelt hat wie zum Beispiel eine Kur und Zahnersatz und dann noch eine neue Brille benötigt, sollte diese unbedingt noch im Dezember kaufen. Alles was über den Satz der zumutbaren Belastungen geht, kann von der Steuer abgesetzt werden. Sind größere Ausgaben erst für 2019 geplant, sollte auch mit der Brille bis Januar 2019 gewartet werden, um sie im nächsten Jahr geltend machen zu können.

6. Ausgaben für Handwerker geschickt timen

Bis zu 6.000 Euro können für Arbeits- und Fahrtkosten von Handwerkern jährlich abgerechnet werden. 20 Prozent erstattet das Finanzamt dann über die Steuer zurück. Falls noch Malerarbeiten am Haus anstehen, sollten diese noch im Dezember 2018 durchgeführt werden. Wurde in diesem Jahr bereits viel renoviert und der Betrag von 6.000 Euro ist schon ausgeschöpft, lohnt es sich die Dienstleistung ins nächste Jahr zu schieben. Dann können erneut 6.000 Euro geltend gemacht werden.

7. Haushaltsnahe Dienstleistungen berücksichtigen

Gleiches gilt für haushaltsnahe Dienstleistungen, denn hier liegt der Freibetrag sogar noch höher. Bis zu 20.000 Euro können für die Putzfrau oder den Babysitter geltend gemacht werden. Der 31.12.2018 fällt auf einen Montag. Wer auf Nummer sicher gehen will, dass er die Steuererklärung nicht im Silvestertrubel vergisst, sollte sich das Wochenende davon Zeit nehmen, um sie zu erstellen und abzuschicken.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.