Mit diesen Abzügen müssen Rentner rechnen

Von der Rente im Alter werden Steuern und Sozialabgaben abgezogen, was bei der Kalkulation der Bezüge berücksichtigt werden muss. (Foto: oneinchpunch / Shutterstock.com)

Wer davon ausgeht, dass er mit gesetzlicher Rente und privater Altersvorsorge alle Weichen für das Alter richtig gestellt und kalkuliert hat, der muss folgendes bedenken: von der gesetzlichen Rente wird noch einiges abgezogen!

Bevor die monatliche Zahlung auf dem Konto des Rentners eingeht, erhalten noch das Finanzamt und die Krankenkasse einen Teil der Pension. Um davon im Alter nicht überrascht zu sein, ist es wichtig diese Abzüge schon frühzeitig zu berücksichtigen und im Zweifel zusätzlich auf die private Vorsorge draufzurechnen

Rentenzahlung: Diese steuerlichen Abzüge müssen einkalkuliert werden

Zu den Abzügen mit denen Rentner rechnen müssen zählen Steuern und Sozialabgaben. Bis zum Jahr 2040 werden alle Zahlungen aus der gesetzlichen Rentenkasse schrittweise zu 100 % steuerpflichtig. Nachgelagerte Besteuerung nennt sich diese Art der Abzüge, die zu 2005 eingeführt wurde.

Rentner, die 2005 in den Ruhestand gingen, erhielten 50 % ihres Einkommens steuerfrei und mussten 50 % versteuern, sobald ihre Rente den Steuerfreibetrag überstieg. Jedes Jahr steigt seitdem der steuerpflichtige Anteil der Rente um 2 % an, wer 2017 in Rente geht muss schon 74 % seiner Rente versteuern. Ab 2020 verlangsamt sich der Anstieg, pro Jahr kommt dann nur ein Prozentpunkt hinzu bis im Jahr 2040 100 % erreicht sind.

Wer vor 2040 in Rente geht, erhält den steuerfreien Anteil auch ein Leben lang steuerfrei. Dank steigender Renten kann es aber sein, dass auch Rentner, die bisher keine Abgaben hatten, nun zahlen müssen. Schließlich können sie durch die Rentenerhöhung über den Steuerfreibetrag kommen, der 2017 bei 8.820 € liegt (17.640 € für Verheiratete) und für alle Steuerzahler gilt.

Auch für die Krankenversicherung werden Abzüge fällig

Neben der Steuer werden auch noch Sozialabgaben fällig, die Rentner bezahlen müssen. Rentner, die in der zweiten Hälfte ihres Berufslebens zu mindestens 90 % in der Gesetzlichen Krankenversicherung versichert waren, sind als Rentner dann Pflichtversicherte in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR). Von der Rente werden dann 7,3 % Krankenkassenbeitrag plus eventuelle Zusatzbeiträge der jeweiligen Kasse abgezogen. Die anderen 7,3 % (allgemeiner Beitragssatz: 14,6 %) übernimmt die Rentenkasse.


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Auch in die Pflegeversicherung muss weiter eingezahlt werden, kinderlose Rentner bezahlen 2,6 %, Rentner mit Kindern 2,35 %. Als Privatversicherter werden die monatlichen Beiträge direkt an die Versicherung entrichtet. Die Höhe dieser Beiträge richtet sich nicht nach dem Einkommen, sondern nach den versicherten Gesundheits- und Pflegerisiken.

Die private Altersvorsorge wird auch nicht netto ausbezahlt

Auch bei der privaten Altersvorsorge und Betriebsrenten  werden Anteile abgezogen, sie werden nicht netto ausbezahlt. Seit dem Jahr 2004 dürfen Bürger die Beiträge zu privaten Renten- und Lebensversicherungen steuerlich absetzen. Im Gegenzug wird bei der Auszahlung dann der sogenannte Ertragsanteil besteuert. Je nach Alter ist der zu besteuernde Betrag dann unterschiedlich hoch.

Für Rürup- und Riester-Renten entscheidet der persönliche Steuersatz über die Versteuerung. Dieser hängt von der Gesamthöhe der Einkünfte des Rentners ab. Auf diese Renten gibt es keinen steuerfreien Anteil, sie werden zu 100 % mit dem persönlichen Steuersatz versteuert.

Für Betriebsrenten müssen zusätzlich Sozialbeiträge entrichtet werden

Auf Renten, in die aus dem Bruttolohn eingezahlt wurde, werden ebenfalls Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung erhoben. Dies vergessen Rentner häufig bei ihrer Berechnung. Einen Zuschuss aus der Rentenkasse gibt es für diese Beiträge nicht. Auf Betriebsrenten zahlen pflichtversicherte Rentner den vollen Krankenkassenbeitrag plus Pflegeversicherung. Einzig Renten unter der 145,25 € sind davon befreit.

Freiwillig versicherte Rentner müssen bis zu einem Einkommen von 3.937,50 € pro Monat nicht nur Abgaben auf ihre Betriebsrenten leisten, sondern auch auf Riester- und Rürup-Renten, Vermietungseinkünfte und Kapitalvermögen. Es gilt der volle Betrag, ohne Zuschuss durch die Rentenkasse. Auch geringe Renten unter 145,25 € sind davor nicht geschützt.

Für Privatversicherte gelten Sonderregeln

Für Privatversicherte entfallen diese zusätzlichen Abgaben zwar, dafür zahlen sie im Alter häufig mehrere hundert Euro Beitrag im Monat.  Dieser Betrag ist fix und unabhängig von der Rentenhöhe.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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