Mittagessen: Arbeitgeberzuschuss via App möglich

Mit der App „Lunchit“ können Mitarbeiter ihr Mittagessen direkt vom Arbeitgeber bezuschussen lassen – unkompliziert und rechtssicher. (Foto: Marco Rullroetter / Shutterstock.com)

Für viele Angestellte ist Kantinenessen ein regelmäßiger Grund zur Klage und selbst wenn das Essen qualitativ gut ist, wiederholen sich die Gerichte irgendwann.

Mit einer App gibt es nun eine Möglichkeit, sich das Mittagessen außerhalb der Kantine vom Arbeitgeber finanzieren zu lassen, steuerfrei und völlig unkompliziert.

So sieht die Situation für die meisten Arbeitnehmer in Deutschland aus

Grundsätzlich sieht die steuerliche Situation in Deutschland vor, dass Arbeitnehmer ihren Mitarbeitern kostenfreie oder verbilligte Mahlzeiten gewähren können (aber nicht müssen) . Dies erfolgt entweder in einer betriebseigenen Kantine mittels eines Zuschusses von 3,10 € pro Tag oder mithilfe der Ausgabe von Essensmarken, die zum Beispiel in fremden Kantinen oder benachbarten Restaurants eingelöst werden können.

Falls den Mitarbeitern im Betrieb kostenloses Frühstück, Mittagessen oder Abendessen zur Verfügung gestellt wird, muss jede Mahlzeit finanziell bewertet und als geldwerter Vorteil versteuert werden.

Arbeitgeberzuschuss zum Mittagessen per App statt Essensmarken

Ein Münchener Start Up hat eine App entwickelt, mit der Mitarbeiter dank eines Kniffs im Steuerrecht die Möglichkeit haben, jeden Mittag 6,27 € Zuschuss zu ihrem Mittagessen vom Arbeitgeber zu erhalten. Das Geld wird mittels der App „Lunchit“ angewiesen.

Arbeitnehmer müssen dafür lediglich den Kassenbon ihres Mittagessens mit dem Smartphone abfotografieren und in die App hochladen. Betrag, Ort und Datum werden dann von der App aus dem Kassenbon ausgelesen und zentral gespeichert. Arbeitgeber können dann auf diese Daten zugreifen und das Geld am Monatsende für ihre Mitarbeiter anweisen: 6,27 € netto. Die einzige Voraussetzung ist, dass der Eigenanteil des Mitarbeiters am Essen 3,10 € betragen hat.

Die App ist vom Finanzministerium offiziell anerkannt

Mitarbeiter können also egal wo für mindestens 9,37 € essen gehen und erhalten dann einen Großteil der Ausgabe vom Arbeitgeber erstattet. Die Gründer der App haben auch dafür gesorgt, dass die fotografierten Belege von Betriebsprüfern anerkannt werden. Auch das Bundesfinanzministerium hat die Abrechnung über die App und den Scanprozess offiziell freigegeben.

Für Wirte ist die Abwicklung über Essensmarken oft kompliziert und entfällt dank der App komplett. Arbeitnehmer haben den Vorteil sich das Restaurant in dem sie essen frei wählen zu können. Für Arbeitgeber ist der Zuschuss zum Mittagessen eine attraktive Möglichkeit zur Mitarbeiterbindung. 100 € steuerfreier Essenszuschuss im Monat fallen auf der monatlichen Lohnabrechnung auf und lohnen sich auch für die Unternehmen, die für eine Gehaltserhöhung im Monat um 6,27 € mindestens 14 € aufgrund der Lohnnebenkosten ausgeben müssten.

Soviel kostet die App für Unternehmen

Für die Nutzung der App zahlen die Unternehmen im Monat zwischen 9,90 € und 12,90 € pro Mitarbeiter. Je mehr Mitarbeiter ein Unternehmen hat, desto günstiger wird der Beitrag.

Sollten die Mitarbeiter auf die Idee kommen die App für ein privates Essen auszunutzen und diesen Beleg einzuscannen, meldet die App sogar, wenn der Standort auffällig weit weg vom Unternehmensstandort ist. Pro Tag kann immer nur ein Beleg eingescannt werden. Schon 1.100 Unternehmen in Deutschland und Österreich nutzen die App bereits (Stand: März 2017) und es gibt sicher noch viele Mitarbeiter, die sich über diese Möglichkeit als Alternative zum Kantinenessen freuen würden.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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