MongoDB-Aktie: Höhenflug ohne Grenzen?

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Die MongoDB-Aktie legt in 16 Monaten um mehr als 440 % zu. Doch was steckt hinter dem Unternehmen? (Foto: Trong Nguyen / shutterstock.com)

Das US-Softwarehaus Oracle war bislang stets das Maß aller Dinge, wenn es um Datenbanken geht. Oracle kontrolliert nach wie vor rund 50 % des globalen Marktes für Datenbanken. Doch seit 2013 verliert Oracle laut Gartner-Analyst Merv Adrian stetig Marktanteile.

Nutznießer sind boomende neue Datenbanken wie MongoDB und PosgreSQL. Anleger können zumindest am Erfolg von MongoDB teilhaben, denn der Datenbankspezialist wird seit Oktober 2017 an der New Yorker Nasdaq und auch in Deutschland gehandelt.

Ursprünglich zu 24 US-$ bei den Anlegern platziert, erlebte die MongoDB-Aktie einen unglaublichen Höhenflug. Mehr als eineinhalb Jahre später wird die MongoDB-Aktie bei über 130 US-$ gehandelt – ein stolzer Zuwachs von über 440 %. Viele Anleger fragen sich natürlich, was hinter dem Erfolg der noch jungen Firma steckt.

MongoDB-Aktie – Was steckt hinter dem Unternehmen?

MongoDB ist ein Datenbank-Softwareentwickler mit Hauptsitz in New York. Zudem unterhält das Unternehmen diverse Niederlassungen rund um den Globus. Dahinter steht die gleichnamigen Datenbanklösung MongoDB, die seit 2009 existiert. Dabei handelt es sich um eine dokumentbasierte Datenbank mit einer hohen Skalierbarkeit und Flexibilität.

Das Hauptprodukt des Unternehmens ist MongoDB Atlas – die Datenbank als Serviceangebot (Database-as-a-Service). Dabei handelt es sich vereinfacht gesagt um eine Datenbank in der Cloud, die sowohl auf Amazon Web Services, als auch auf Microsoft Azure und der Google Cloud betrieben werden kann.

Ergänzt wird das Angebot durch MongoDB Stitch, ein Backend-Service, der die Ausführung von JavaScript-Funktionen auf einer serverlosen Plattform ermöglicht (=schnellere Entwicklungszeit für Programmierer). MongoDB Charts ermöglicht die Analyse und Visualisierung von Datenbankdaten.

MongoDB in Zahlen

MongoDB betreut mehr als 13.000 Kunden (Adobe, eBay, Bosch, Coinbase, Cisco Systems etc.)  in mehr als 300 Ländern weltweit. Die MongoDB Datenbank wurde bereits über 60 Mio. Mal weltweit heruntergeladen. Im Fiskaljahr 2018 konnte MongoDB zwar seinen Umsatz um 52 % auf 154,5 Mio. US-$ steigern, am Jahresende stand noch ein Nettoverlust von 96,4 Mio. US-$ zu Buche.

Im Fiskaljahr 2019 konnte MongoDB sein Umsatzwachstum um 61 % auf 267 Mio. US-$ beschleunigen, unter dem Strich blieb ein Nettoverlust von 99 Mio. Dollar. Ausgenommen etwaiger Einmalbelastungen summierte sich das Minus auf 52,2 Mio. Dollar oder 1,00 Dollar je Aktie.

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Warum ist MongoDB so erfolgreich?

Bei den Marktanalytikern bei Forrester Research erhielt MongoDB in 21 von 26 Kriterien die höchste Punktzahl. Dies gilt insbesondere für die Bereiche Datensicherheit, Performance, Skalierbarkeit, Hochverfügbarkeit und Distribution.

Die meisten bestehenden Datenbanken basieren auf Techniken, die 40 Jahre alt und vor dem Siegeszug des Internet und der Cloud entstanden sind. Damit sind gewöhnliche relationale Datenbanken nicht mehr geeignet, die Probleme moderner Firmen zu lösen.

Hier kommt MongoDB ins Spiel. MongoDB verspricht eine neue Generation von Datenbanken, die hochskalierbar ist und sich an die Bedürfnisse des Internet- und Cloud-Zeitalters anpassen lässt – eine Cloud-Datenbank. Bedingt durch die einfache Bedienoberfläche, der hohen Flexibilität und die Multi-Cloud-Unterstützung ist MongoDB heute die populärste NoSQL-Datenbank.

Fazit: MongoDB hat weiter Potenzial

Unter dem Strich hilft MongoDB mit seiner neuen Datenbanktechnik, dass Entwickler künftig deutlich produktiver arbeiten können. Außerdem lassen sich über MongoDB die Daten in der Cloud nicht nur einfacher analysieren, sie sind auch für alle Team-Mitglieder überall auf der Welt zugänglich.

Daneben wird die Verwaltung der Datenbanken zum Großteil automatisiert, womit Entwicklern mehr Zeit für die Erstellung von Anwendungen bleibt. Damit ist MongoDB tatsächlich eine revolutionäre Datenbank, die dem Unternehmen Wachstumspotenzial eröffnet.

MongoDB hat somit auch Vorteile für Anleger: Das New Yorker Softwarehaus verfügt nicht nur über enormes Wachstumspotenzial – nahezu jede Anwendung benötigt eine Datenbank und ein Großteil (98 %) beruht auf veraltete Technik –  90 % der Einnahmen basieren zudem auf einem Abo-Modell. Dies bedeutet stetig wiederkehrende und damit verlässliche Einnahmen für MongoDB.

Anleger sollten daher die MongoDB-Aktie weiter im Auge behalten, zumal Marktforscher davon ausgehen, dass der Markt für Datenbanken bis zum Jahr 2022 auf 84 Mrd. US-$ explodieren wird. Insbesondere für risikobewusste Anleger ist MongoDB derzeit die bessere Wahl vor Oracle, auch wenn das kleine US-Softwarehaus noch rote Zahlen schreibt.


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Mittermeier neu
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands