Mündelsichere Anleihen – Was ist der Unterschied zu normalen Wertpapieren?

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Wertpapier ist nicht gleich Wertpapier. Staatsanleihen und mündelsichere Wertpapiere unterscheiden sich erheblich von normalen Wertpapieren: (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)

Wertpapier ist nicht gleich Wertpapier. Staatsanleihen und mündelsichere Wertpapiere unterscheiden sich noch einmal erheblich von normalen Wertpapieren. Hier ein Überblick.

„Normale“ Wertpapiere

Der Oberbegriff Wertpapier (im Enlischen „regular bond“) bezeichnet grundsätzlich alle Arten von Anleihen: Von Industrie-, Kommunal-, Hochzins-, Privat- und Staatsanleihen bis hin zu Pfandbriefen.

Darunter fallen sowohl mündelsichere Wertpapiere und Staatsanleihen als auch riskantere, spekulativere Anleihen die nicht mehr als investitionswürdig gelten.

Staatsanleihen in Deutschland – Wie sieht das aus?

Deutsche Staatsanleihen fallen unter die Bezeichnung Bundesschatzbrief. Ein solcher Bundesschatzbrief ist eine erstklassige und mündelsichere Anleihe.

Dieses Wertpapier wird nicht an der Börse gehandelt sondern läuft über den Bund bzw. die Deutsche Finanzagentur.

Bundesschatzbriefe sind festverzinslich und haben eine Laufzeit von 6 bis 7 Jahren, in denen die Zinssätze progressiv ansteigen. Nach Laufzeitende unterliegt der ausgeschüttete Freibetrag der Kapitalsteuer.

Es gibt zwei Typen von Bundesschatzbriefen. Der eine hat eine Laufzeit von 6 Jahren und die Zinszahlung erfolgt direkt an jedem Jahresende innerhalb des vereinbarten Zeitraums.

Daraufhin müssen die Zinssätze jedoch auch direkt versteuert werden. Wiederanlage in weitere Bundesschatzbriefe ist grundsätzlich immer möglich.

Der andere Typ hat eine Laufzeit von 7 Jahren und die Zinsen werden bis Laufzeitende einbehalten und angesammelt. Das hat den Vorteil, dass sie hinterher mit Zinseszinsen aufgestockt und geringer versteuert werden.

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Seit 2013 gibt es keine neuen Bundesschatzbriefe mehr.

„Gilt-edged bonds“ – Ab wann gelten Anleihen als mündelsicher?

Im englischsprachigen Raum heißen derartige Staatsanleihen „Gilt-edged securities“. Der Britisch-englische Begriff „gilt“ bezieht sich auf Schuldverschreibungen, welche von der Bank of England ausgestellt wurden.

Im Laufe der Zeit konnten derartige mündelsichere („gilt-edged“) Staatspapiere auch im Commonwealth (Vereinigtes Königreich, Südafrika und Irland) ausgestellt werden.

Als sogenannte mündelsichere Wertpapiere werden heutzutage außerdem Globalanleihen bezeichnet, die von Unternehmen oder Staatsregierungen ausgestellt werden.

Das gilt für solche Finanzdienstleistungsunternehmen, die eine langfristige Rentabilitätssicherheit und finanzielle Stabilität nachweisen können und ihre Obligationsinhaber immer pünktlich auszahlen.

Ratings – Unter welche Wertung fallen mündelsichere Anleihen?

Große selbstständige Kredit-Rating-Dienstleister wie Moody’s und Standard & Poor’s ermitteln regelmäßig die finanzielle Situation der Emittenten von Kommunalobligationen und bewerten die jeweils angebotenen Wertpapiere per Rating.

Ein solches Rating hilft Investoren bei der Bonitätsbeurteilung im Vergleich zu anderen Wertpapieren.

Um auf Stanard & Poor’s Ratingskala als mündelsicher oder „gilt-edged“ eingestuft zu werden, muss ein Wertpapier in eine der Top 4 Rating-Kategorien (AAA, AA, A oder BBB) fallen.

Alles was innerhalb der Top 4 gelistet ist, wird als investitionswürdig erachtet. Ratings der Bewertung BB, B, CCC oder CC gelten bereits als spekulativ und D als mangelhaft.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.