Mütterrente: Wer hat Anspruch?

Die Mütterrente erhalten Mütter oder Väter, deren Kind vor 1992 geboren ist. Ein weiteres Jahr Erziehungszeit wird dabei auf die Rente angerechnet. (Foto: JeJai Images / Shutterstock.com)

Ursprünglich als ein politisches Schlagwort gedacht, hat sich der Begriff Mütterrente (auch bekannt als „bessere Anerkennung von Erziehungszeiten für Kinder“) auch noch nach dem Bundestagswahlkampf 2013 etabliert und steht für ein Jahr Erziehungszeit, das zusätzlich auf die Rente angerechnet werden kann, wenn Kinder vor 1992 geboren wurden.

Die Ungleichheit für Eltern, deren Kinder nach 1992 geboren wurden, soll mit diesem zusätzlichen Jahr verringert werden. Für nach 1992 geborene Kinder gilt eine für die Rente anzurechnende Erziehungszeit von drei Jahren, für Kinder von vor 1992 von nur einem Jahr. Der Anspruch auf Mütterrente hängt von verschiedenen Faktoren ab. So muss der Antragssteller zum Beispiel zwingend gesetzlich rentenversichert sein.

Wer hat Anspruch auf Mütterrente?

Um die Mütterrente zu erhalten, müssen außerdem die Erziehungszeiten von der Deutschen Rentenversicherung anerkannt werden und die Kindererziehung hauptsächlich in Deutschland erfolgen.

Einen Anspruch auf Mütterrente hat grundsätzlich immer der Elternteil, der das Kind erzogen hat. In der Regel ist das die leibliche Mutter, woher auch der Name Mütterrente rührt. Aber auch Väter, Adoptiv-, Stief- oder Pflegeeltern können ein Anrecht auf die Mütterrente haben, wenn sie hauptsächlich für die Erziehung des vor 1992 geborenen Kindes zuständig waren.

Die Mütterrente darf dabei aber nicht als eine zusätzliche Rente verstanden werden, sondern ist eine Aufstockung der Rente, die ohnehin bezogen wird. Sie wird dann verbucht, wenn bereits Kindererziehungszeit auf dem Rentenkonto vermerkt ist.

So berechnet sich die Mütterrente

Im Rahmen der Mütterrente wird pro Kind ein Rentenpunkt vergeben, der einen gewissen monatlichen Wert hat. In den neuen Bundesländern liegt er seit dem 1. Juli 2016 bei 28,66 € und in den alten bei 30,45 €. Multipliziert mit 12 für das eine zusätzliche Jahr, das als Erziehungszeit anerkannt wird, ergibt er den Wert, um den die Rente aufgestockt wird.

Bei einem Rentenbeginn vor dem 1. Juli 2014 wird die Rente für jedes vor 1992 geborene Kind pauschal um einen zusätzlichen Entgeltpunkt erhöht.

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Bei einem Kind liegt der Betrag bei 337,68 €, bei zwei Kindern verdoppelt er sich und liegt bei 675,36 € usw. Der Betrag wird dann im Ruhestand einmalig über einen Zeitraum von 12 Monaten ausgezahlt. Die monatliche Mehrrente liegt somit bei 25,74 € bzw. 28,14 €.

Mütterrente wird unabhängig von beruflicher Situation bezahlt

Die Punkte können von der leiblichen Mutter, der sie in der Regel zugeordnet werden, an jede Person übertragen werden, die an der Erziehung maßgeblich beteiligt war oder sie hauptsächlich durchgeführt hat. Ausgezahlt wird die Mütterrente unabhängig von der beruflichen Situation, also egal ob der Erziehende arbeitssuchend, in Teilzeit oder in Vollzeit gearbeitet hat – der Anspruch auf Mütterrente besteht immer. Einzig die Einzahlung in die gesetzliche Rentenkasse  von mindestens fünf Jahren muss erfolgt sein.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.