Munich Re-Aktie: viel Licht nach Wirbelsturm

Konservativ, stabil und zuverlässig präsentiert sich der weltgrößte Rückversicherer, was sich nicht nur in der zurückhaltend vornehmen Münchner Zentrale spiegelt. Auch im Dax zeigt die Munich Re-Aktie Beständigkeit.

Der einzig nennenswerte Traditionsbruch war die Namensänderung von Münchner Rück in die englische Variante im Jahr 2009. Ein Zugeständnis an die eigene Bedeutung im internationalen Geschäft.

Munich Re-Aktie als stabile Dividendenquelle

Der Konzern deckt als Versicherer von gut 5.000 Versicherungen deren Risiken in allen Bereichen ab, bis hin zur Luft- und Raumfahrt. Gleichzeitig ist er über die Ergo-Gruppe im Endkundengeschäft am Ball und in der Kranken- sowie Rechtsschutzversicherung europäischer Marktführer. Munich Health bündelt das gesammelte Gesundheits-Know-how, und das Asset Management verwaltet das angelegte Kapital.

Für Privatanleger ist die Aktie der Munich Re ein Anker im Depot. Die Zuwachsraten sind nicht exorbitant aber kontinuierlich. Auf Zehnjahressicht waren es 57,5 %. Selbst die Finanzkrise setzte dem Papier kaum zu. Die Münchner Rück ging mit Gewinnen und der Übernahme des US-Versicherers HSB als großer Gewinner aus den Börsenturbulenzen hervor.

Während etwa die Allianz damals ihre Dividenden kürzen musste, blieben sie bei der Münchner Re-Aktie unverändert. Ansonsten wurden die Ausschüttungen in der Regel stets erhöht. Seit 1969 gab es keine Kürzungen. Zuletzt wurden fürs Geschäftsjahr 2016 ganze 8,60 € pro Aktie gezahlt, was einer Dividendenrendite von 4,79 % zum Schlusskurs des Jahres entspricht.

Ende von Niedrigzinsen und Preisverfall in Sicht

Auch wenn Naturereignisse wie Erdbeben, Wirbelstürme oder Überschwemmungen immer wieder Löcher ins operative Ergebnis reißen, sie sind Teil des Geschäfts. Entsprechende Rücklagen und Prämienanpassungen sorgen für Ausgleich.

In den letzten Jahren allerdings wurden die Aussichten im Rückversicherungsgeschäft von einigen Seiten getrübt. Neben Szenarien zunehmender Elementarschäden durch die Klimaerwärmung drückten die anhaltenden Niedrigzinsen. Zudem drangen auf einmal Hedgefonds ins Geschäft und überschwemmten den Markt mit günstigen Angeboten. All das dürfte Warren Buffet veranlasst haben, sich 2015 von seinem langjährigen Aktienpaket an Munich Re zu trennen.

Seit geraumer Zeit jedoch lichten sich die Wolken. Das Ende des Zinstiefs ist in Sicht. Die Phase der Hedgefonds mit spürbarem Preisverfall scheint ebenso vorbei. In der Situation kann der Konzern wieder einfacher seine Prämien anpassen.

Kurschancen trotz Gewinnwarnung

Die guten Nachrichten kamen auch an der Börse an. Mit einem derzeitigen Preis von knapp unter 200 € ist die Munich Re-Aktie seit ihrem Sommertief stramm auf Kurs Richtung Rekordmarke. Die lag im März 2015 bei 206,50 €. Zu den Treibern gehört wohl auch ein großangelegtes Aktienrückkaufprogramm. Bis zum Hauptversammlung am 25. April 2018, sollen gut 11 Mio. Aktien erworben werden.

Auch die jüngsten Quartalszahlen, bei denen die Serie von Wirbelstürmen einiges durcheinander wirbelte und ein Loch von 1,4 Mrd. € hinterließ, beunruhigte die Anleger nicht. Trotz revidierter Gewinnprognose ist die Haltung der Analysten positiv. Sie zeigen sich vor allem von den hohen Eigenmitteln des Konzerns überrascht.

Die Munich Re-Aktie legte am Tag der Veröffentlichung nach kurzem Rücksetzer wieder leicht zu. Sollte sie das Hoch aus dem Jahr 2015 überwinden, bestehen Chancen auf einen weiteren Anstieg.

10. November 2017

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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