Muss der Schlusskurs identisch mit dem letzten Handelspreis sein?

Logischerweise und in der Theorie sollte der letzte Handelspreis identisch mit dem Schlusskurs sein. Jedoch hat sich die Art und Weise, in der wir Aktien handeln, ebenso wie die Börsen in den letzten Jahrzehnten gewandelt. Eine abendliche Online-Recherche kann daher dazu führen, dass der letzte Handelspreis und der Schlusskurs unterschiedliche Ergebnisse anzeigen können.

Der Handel, der direkt beim Schließen der Börse angezeigt wird, muss nicht unbedingt der letzte Handel des Tages gewesen sein. Da an den meisten Börsen in den Minuten vor Handelsschluss immens viele Transaktionen vorgenommen werden, brauchen die Systeme mehrere Minuten, um all diese anzeigen zu können und den wirklichen letzten Handelsauftrag zu finden. Je nach Art der Börse, können diese Handelsaufträge 30 Sekunden bis 30 Minuten nach Handelsschluss veröffentlicht werden.

Um das ganze System noch kompizierter zu machen, ist der Schlusskurs, der online angezeigt wird, oftmals eine gemeinsame Preisangabe. Das System, das hinter diesem Schlusskurs steckt, bedient sich hierfür an sämtlichen Transaktionen verschiedener Börsen und fügt diese zusammen.  In Addition hierzu bieten einzelne Börsen wie die NYSE eigene offizielle Schlusskurse für den Handel an ihrer Börse an. Daher können sich die Preise unterscheiden.

Außerdem verstärkt sich der Trend des nachbörslichen Handels immer mehr. Der angebene letzte Handelspreis kann sich daher deutlich vom Schlusskurs unterscheiden, da der Handel auch nach Börsenschluss weiter geht. In wenigen Momenten kann dabei eine neue Transaktion hinzu kommen und einen neuen „letzten Handelspreis“ erzeugen.

18. November 2012

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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