nCino Aktie: Was kann der neue Fintech-Star?

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Mit nCino gibt es eine weitere interessante Fintech-Aktie an der Börse. Besteht nach der Kursverdoppelung noch Potenzial? (Foto: Mikko Lemola / shutterstock.com)

Mit nCino ging im Sommer 2020 ein neues Fintech-Unternehmen an die Technologie-Börse Nasdaq. Anleger, die beim Börsengang dabei waren und die nCino-Aktie für 31 US-Dollar gezeichnet hatten, können sich über ein Kursplus von rund 150 % freuen.

Inzwischen wird die Aktie auch in Deutschland gehandelt. Doch was steckt hinter dem noch jungen Fintech-Star und lohnt sich der Einstieg für Anleger noch? Dazu ein kurzer Blick auf das Unternehmen.

nCino Aktie: Was steckt hinter dem Fintech-Star?

nCino wurde im Jahr 2012 von Chip Mahan und Neil Underwood gegründet. Der Hauptsitz der Gesellschaft liegt in Wilmington/North Carolina.

nCino ist angetreten, um Banken ins 21. Jahrhundert zu begleiten. Hierfür hat nCino ein Cloud-basiertes Banken-Betriebssystem entwickelt, dass Finanzinstitute dabei helfen soll, effizienter zu werden. Dabei geht es insbesondere um eine verbesserte Kundenbetreuung. Mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) sollen die Abläufe in der Bank so optimiert werden, dass Banken effizienter arbeiten können.

Durch die Software von nCino können Bankkunden eine sehr viel schnellere Bearbeitung ihrer Anfragen erwarten. Dadurch werden Fall-Durchlaufzeiten signifikant reduziert, wodurch insgesamt eine Reduzierung der Betriebskosten von 54 % einhergehen soll.

Gleichzeitig konnten Banken mithilfe von nCino eine über 120%ige Erhöhung bei Abschlussquoten bei Kontoeröffnungen erzielen. Darüber hinaus lässt sich mithilfe der Software laut nCino eine Steigerung der Personaleffizienz von über 90 % erreichen.

Daher ist es wenig verwunderlich, dass inzwischen mehr als 1.200 Banken in den USA auf nCino-Lösungen setzen. Darunter große Schwergewichte wie Bank of America, TD Bank oder die Santander Bank.

nCino in Zahlen

Für das vergangene dritte Quartal 2020 meldete nCino einen Umsatzsprung um 43 % auf 54,2 Mio. US-Dollar. Die Abo-Erlöse zogen dabei um 56 % auf 43,3 Mio. US-Dollar an. Im jüngsten Quartal fiel noch ein Nettoverlust von 3,0 Mio. Dollar an, nach einem Minus von 4,2 Mio. Dollar im Vorjahr. Insgesamt konnte nCino das Quartal mit Barreserven von über 378 Mio. Dollar beenden.

Analysten erwarten, dass nCino im Fiskaljahr 2021 erstmals die Umsatzmarke von 200 Mio. Dollar überschreiten wird. Dabei wird auf Jahressicht mit einem Minus von 17 Cent je Aktie kalkuliert. Analysten gehen davon aus, dass nCino frühestens in 2023 die Gewinnzone erreichen wird.

Was ist das Besondere an nCino?

Die von nCino entwickelte Plattform ist Cloud-basiert. Das bedeutet, dass diese Lösung von überall auf der Welt zugänglich ist, solange eine Internetverbindung vorhanden ist. nCino verspricht eine Effizienz-Verbesserung beim Banking von etwa 22 %. Die von nCino entwickelte Plattform basiert auf der Architektur von Salesforce.com, einem US-Softwarehaus, dass führend im Bereich Kunden-Management-Services ist. Daher ist es wenig überraschend, dass Salesforce Ventures mit einem Anteil von etwa 12 % einer der größten Investoren bei nCino ist.

Eine weitere Besonderheit, die Anleger beachten sollten ist, dass von den mehr als 92 Mio. ausstehenden Aktien nur ca. 48 % im freien Umlauf sind. Dadurch kann es zu stärkeren Kursbewegungen in die ein oder andere Richtung kommen.

Fazit: nCino hat Potenzial, doch die Zielgruppe steht unter Druck

nCino hat offenbar eine technisch ausgereifte Plattform für Banken an den Start gebracht. Diese Lösung hilft Finanzinstitute dabei, die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern.

Das Potenzial für nCino ist durchaus gegeben, ist der weltweite Banken-Sektor kein kleiner Markt. Allein in den USA gibt es mehr als 5.000 Banken, gleiches gilt für Europa. Weltweit wird die Zahl der Banken auf etwa 25.000 taxiert.

Doch die Banken-Landschaft dürfte sich in den nächsten Jahren gravierend verändern. Durch den technischen Fortschritt sehen sich klassische Banken nicht nur jungen Fintech-Stars gegenüber. Auch Blockchain-basierte Lösungen auf Ethereum (dezentrale Finanzen) schicken sich an, den Banken das Wasser abzugraben.

Dadurch sind Banken weltweit gezwungen, weiter in Technik zu investieren, um relevant zu bleiben. Daher dürfte die hohe Nachfrage nach nCino-Lösungen in den nächsten Jahren nicht abreißen. Dennoch sollten Anleger das Risiko nicht unterschätzen. Am Ende dieses Jahrzehnts wird es womöglich deutlich weniger Banken auf dieser Welt geben, da Fintechs und dezentrale Finanzdienste klassische Banken möglicherweise verdrängt haben.

Die nCino-Aktie kann für jene Anleger interessant sein, die auf eine mögliche Übernahme von nCino durch einen anderen großen Cloud-Player spekulieren. Darüber hinaus sollten Anleger auch andere Fintech-Stars wie Square und Lemonade im Auge behalten.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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