Netflix: Hollywood im Visier

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Netflix hofft auf den ersten Oscar. Doch was bringt das für Anleger? (Foto: Kaspars Grinvalds / shutterstock.com)

Die Oscarverleihung steht vor der Tür. Am 25. Februar 2019 werden die goldenen Trophäen vergeben. Bei der prestigeträchtigen Preisverleihung hatten bislang meist traditionelle Hollywood-Studios die Nase vorn. Mit dem Schwarz-Weiß-Streifen „Roma“ von Star-Regisseur Alfonso Cuarón macht sich auch Netflix Hoffnungen auf eine der glänzenden Statuen.

Das langfristige Ziel: Netflix will nicht nur ein angesehenes, sondern auch das produktivste Studio in Hollywood werden. Dies soll sich auch für Anleger langfristig lohnen. Investoren können sich trotz der aktuellen Konsolidierung am Aktienmarkt über ein Kursplus von 28 % der Netflix-Aktie auf 12-Monatssicht freuen. Auf 5-Jahressicht liegt die Netflix-Aktie um knapp 400 % im Plus.

Netflix nimmt Hollywood ins Visier – 90 Filme pro Jahr geplant

Um Hollywood-Studios wie Warner Bros & Co herauszufordern, will Netflix auch in 2019 kräftig investieren. Insgesamt ist die Veröffentlichung von 90 Filmen pro Jahr geplant, so Netflix-Filmchef Scott Stuber gegenüber der New York Times.

Dabei fährt Netflix eine zweigleisige Strategie: Zum einen will Netflix 20 Original-Filme mit einem Budget von 20 bis 200 Mio. US-$ produzieren, zum anderen plant der Streaming-Gigant 35 Indie-Filme pro Jahr mit einem Content-Budget von unter 20 Mio. US-$. Weitere Dokumentationen und Animationsstreifen runden den Produktionsplan ab.

Zum Vergleich: Das profilierte Hollywood-Studio Universal Pictures produziert rund 30 Filme pro Jahr. Im Jahr 2017 spielten die Filme von Universal Pictures an den weltweiten Kinokassen mehr als 4,0 Mrd. US-$ ein.

Aber auch für Netflix hat sich Engagement bereits gelohnt. Allein in 2018 wurden Netflix-Produktionen für 112 Emmys nominiert. Netflix-Kunden honorieren das qualitative Angebot mit Abo-Abschlüssen – inzwischen zählt Netflix über 130 Mio. Kunden weltweit.

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Netflix wagt den nächsten Schritt: Interaktive Inhalte

Ende 2018 veröffentlichte Netflix eine neue interaktive TV-Serie (Black Mirror), bei der Zuschauer mitbestimmen können, wie sich eine Serie entwickelt und endet. Der Zuschauer kann mittels Maus oder Trackpad abstimmen, wie sich die Geschichte (Storyline) weiter entwickeln soll – hierfür stehen verschiedene Storylines zur Auswahl.

Ziel der neuen Technik ist es, den Zuschauer mehr in die Entwicklung der Serie einzubeziehen. Das Besondere: Entscheidet sich der Zuschauer, die Serie abzubrechen und von neu zu beginnen, kann sich ein ganz neuer Handlungsablauf ergeben.

Fazit: Netflix setzt weiter auf Offensive, wenn es um Inhalte geht

Trotz der zahlreichen Erfolge in den letzten Jahren (House of Cards etc.), versucht Netflix weiter am Ball zu bleiben und sein Content-Angebot sukzessive zu erweitern.

Für Anleger bedeutet dies zunächst ein Verzicht auf einen positiven Cashflow. Doch Netflix hat bereits in der Vergangenheit bewiesen, dass der eingeschlagene Weg richtig ist. Durch das verbesserte Angebot verlieren traditionelle Kabel-TV-Anbieter als auch das lineare Fernsehen nach und nach Nutzer an Streaming-Dienste wie Netflix.

Der Siegeszug des Internet-TV dürfte daher auch in den nächsten Jahren weitergehen. Trotz der zunehmenden Konkurrenz durch AT&T, Disney und andere Anbieter, ist Netflix weiterhin bestens aufgestellt, um vom Zukunftstrend Internet-TV in den nächsten Jahren zu profitieren.

Allerdings müssen Anleger damit rechnen, dass Netflix seine Ausgaben für Inhalte auch in den nächsten Jahren weiter erhöhen wird. Analysten rechnen mit einem Anstieg von jährlich 8 Mrd. US-$ auf 12 bis 14 Mrd. US-$ in den kommenden Jahren. Daher ist die Netflix-Aktie auch eher für äußerst risikobewusste Anleger interessant.


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Mittermeier neu
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands