Neubau kaufen: Das müssen Sie beachten

Bei der Auswahl von Immobilienobjekten haben Sie grundsätzlich 2 Möglichkeiten: Entweder setzen Sie auf Gebraucht- oder auf Neubau-Immobilien. Da viele Menschen nach der Maxime leben: „Was neu ist, ist besser“, kaufen sind Neubauprojekte bei Investoren beliebt. Aber neu heißt nicht immer perfekt.

Potenzielle Mängel sind bei Neubauten viel schwieriger zu erkennen, da sie Wind und Wetter noch nicht ausgesetzt und daher auch noch nicht auf eine Bewährungsprobe gestellt worden sind. Erst wenn ein Haus schon einige Zeit steht, ist es zweifelsfrei möglich zu sagen, ob dieses Objekt auch mängelfrei ist.

Neubau: Bevor Sie kaufen, sollten Sie folgendes beachten

Daher stellt sich die Frage: Was müssen Sie ganz speziell beachten und vor allem wie lange dauert es tatsächlich, bis sich ein Neubau tatsächlich bewährt hat:

Als Faustregel gilt: Warten Sie ein komplettes Jahr ab, ehe Sie kaufen. Bestimmte Materialien dehnen sich im Sommer massiv aus und ziehen sich im Winter in Folge der Kälte wieder zusammen. Das kann vor allem die Dichtigkeit in bestimmten Regionen des Objekts negativ beeinflussen.

Konkret können diese Witterungseinflüsse zu Setzrissen oder auch Abbröckelungen führen, die weitreichende Konsequenzen mit sich bringen können:

  • Feuchtigkeit in verschiedenen Teilen des Objekts (aufsteigende Nässe, Undichtigkeiten der Bodenplatte, Abdichtungen von Tiefgaragen)
  • ständige Probleme mit der Elektrik
  • Schimmel durch tiefsitzende Feuchtigkeit im Rohbau/Putz

Im schlimmsten Fall können sich sogar statische Probleme an der Bausubstanz ergeben. Das ist vor allem bei Tiefgaragen vermehrt zu beobachten.

Tiefgarage: Der größte Krisenherd bei Neubauten

Die komplizierte Struktur von Tiefgaragen mit oftmals sehr vielen Schichten bis hin zu einer Bepflanzung bietet regelmäßig Grund für Probleme. Und wenn tatsächlich Feuchtigkeit in einer Tiefgarage auftritt, wird das in den meisten Fällen sehr teuer.

So sind häufig größere Maßnahmen notwendig, um das Problem überhaupt zu finden. Denn es ist ja nicht sichergestellt, dass das Wasser dort, wo es innen sichtbar wird, auch tatsächlich eingedrungen ist. Wenn man zur Analyse der Ursache erst einmal Tonnen an Mutterboden und Kies zur Seite schaffen muss, die aus statischen Gründen an einem anderen Ort zwischengelagert werden müssen (einen Erdhügel verträgt die stärkste Tiefgarage nicht), können Sie sich den Rest vorstellen.

Fazit: Neubauten sind oft profitabel, bergen aber auch Risiken

In der Regel geht es gut, wenn Sie solche Objekte in den Bestand nehmen. Doch eines muss Ihnen bewusst sein: Neubauten sind nicht immer perfekt. Sie können Probleme bergen, die – wenn sie anfallen – schnell richtig teuer werden können. Dies hat Ihnen das Beispiel der Tiefgarage gezeigt. Der wichtigste Grund, Neubauten genau unter die Lupe zu nehmen, entspricht dem von Neuwagen: Sich einmal hineingesetzt und genutzt, schon ist die Investition nicht mehr neu und sinkt erherblich im Wert.

23. Dezember 2016

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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