Neue Milliarden aus Euro-Hilfspaket für Griechenland

Das Schuldenproblem Griechenlands besteht weiter. Aber: Die Sparmaßnahmen der seit 2015 amtierenden Regierungspartei beginnen zu greifen. (Foto: cybrain / Shutterstock.com)

Die wirtschaftliche Lage in Griechenland zeigt allmählich erste Anzeichen einer Besserung. Nach dem Beitritt Griechenlands zum Euro zu Beginn des neuen Jahrtausends führten relativ niedrige Steuereinnahmen bei hohen Verwaltungskosten zu einer enormen Verschuldung im Ausland.

Davon erfuhr die Öffentlichkeit allerdings erst 2009 im Verlauf der internationalen Finanzkrise. Daraufhin stieg die Arbeitslosigkeit extrem an, während gleichzeitig der Binnenmarkt in sich zusammenfiel.

Die Europäische Union hatte 2015 von den Griechen umfangreiche Sparmaßnahmen sowie Rentenkürzungen verlangt. Der amtierende Premierminister des Landes, Alexis Tsipras, hat diese unpopuläre Handlungsweise, wenn auch zögerlich, gegen erhebliche Widerstände durchgesetzt. Jüngst gab es in der EU eine Einigung über neue Finanzhilfen, die Griechenland aufatmen lassen.

Griechenland – wirtschaftliche Situation weiter verbessert

Die griechische Wirtschaft war nach einer erstmals leichten Erholung 2014 im Jahr 2015 wieder in die Rezession zurück gefallen. Zunächst war der Rückgang des Bruttosozialprodukts (BIP) mit 0,2 % bedeutend niedriger ausgefallen als angesichts von 2 Neuwahlen und Unsicherheiten um den Abschluss eines erneuten Hilfsprogramms erwartet. Hierzu hatte schon 2015 im Wesentlichen die positive Entwicklung des Tourismus beigetragen.

Neben Kroatien und Südafrika gehört Griechenland im Sommer 2017 bereits wieder zu den 5 angesagtesten Reisezielen. Was den Tourismus angeht, ist Griechenland wieder obenauf: Dieses Jahr werden mehr als 30 Mio. Gäste erwartet – so viele wie noch nie. Auch in anderen Branchen tut sich wie bei der Kunst oder im Schmuckdesign unter der Akropolis wieder etwas.

Hilfspaket für Griechenland wird fortgeführt

Zwar ist das griechische Schuldendrama noch immer nicht endgültig beendet, aber die so genannte Euro-Gruppe hat sich im Juni 2017 auf die Auszahlung weiterer Kredite in Höhe von insgesamt 8,5 Mrd. € geeinigt. Was die Lage aber immer noch kompliziert, ist der Konflikt zwischen der Europäischen Delegation und dem Internationalen Währungsfonds (IWF).

Die Vorteile für das südosteuropäische Land liegen auf der Hand: Im kommenden Monat kann Griechenland Altschulden in Höhe von ca. 7 Mrd. € zurückzahlen. Auf diese Weise ist das Land erneut der Staatspleite entkommen. Ein weiteres Sommertheater um die Schulden wie 2015 ist nicht zu erwarten. Darüber hinaus kann die griechische Regierung Schulden im Inland in Höhe von 1,5 Mrd. € zurückzahlen. In vielen Bereichen leidet die Wirtschaft Griechenlands noch immer unter einer gewissen Stagnation, was durch eine erhebliche Arbeitslosigkeit von etwa 25 % dokumentiert wird.

Neben der Fortführung des EU-Hilfspakets wurden die Bedingungen für eventuelle zukünftige Schuldenerleichterungen präzisiert. Noch bis zum Jahr 2022 soll Griechenland einen Primärüberschuss von 3,5 % erzielen. Auch eine Wachstumsklausel ist vorgesehen: Sollte die griechische Wirtschaft stärker wachsen, müsste das Land dadurch in größerem Maße Schulden tilgen.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt