Neue Regeln für TecDax, MDax und SDax

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In der allgemeinen Brexit-Hysterie ist in den Medien untergegangen, dass in der deutschen Aktienwelt bald neue Spielregeln gelten. Im Juni […] (Foto: Best Backgrounds / shutterstock.com)

In der allgemeinen Brexit-Hysterie ist in den Medien untergegangen, dass in der deutschen Aktienwelt bald neue Spielregeln gelten.

Im Juni 2016 hat die Deutsche Börse beschlossen, die Regeln für ihre Auswahl-Indizes unterhalb des DAX (des größten und wichtigsten deutschen Aktienindizes) zu ändern.

Die Änderungen in der Zusammensetzung von TecDax, MDax und SDax erfolgen künftig automatisch und anhand rein quantitativer Kriterien.

Damit hat die Deutsche Börse die Regeln für die 4 wichtigsten deutschen Aktienindizes vereinheitlicht.

Denn: Beim DAX wurde die Anpassung (so wie künftig auch bei TecDax, MDax und SDax) schon zuvor automatisch und nach rein quantitativen Kriterien vorgenommen.

Im weiteren verlauf des Artikels erfahren Sie auch, was das jetzt konkret bedeutet.

Die bisherige und die künftige Regelung im Detail

Bisher gab es bei der Aufnahme z. B. in den Nebenwerte-Index SDax Situationen, bei denen Aktien, die sich nach den Kriterien Marktkapitalisierung und Börsen-Umsatz (mehr dazu gleich) qualifiziert hatten, dennoch nicht in den Index aufgenommen wurden.

Denn neben den rein quantitativen Kriterien wie Börsenumsatz und Marktkapitalisierung gab es ein weiteres (subjektives) Kriterium: die Index-Kontinuität.

Dieses bisher gültige zusätzliche Kriterium sollte dafür sorgen, dass zu viele Index-Veränderungen vermieden werden.

Zur Erläuterung: Die Marktkapitalisierung ist nichts anderes als der Börsenwert eines Unternehmens (Anzahl der Aktien multipliziert mit dem Aktienkurs).

Und der Börsen-Umsatz ist das Handelsvolumen der Aktie – also die gehandelten Stücke multipliziert mit dem Aktienkurs.

Bei diesen beiden Kriterien (Börsen-Umsatz und Marktkapitalisierung) gab es bisher bereits feste Regeln, und diese wird es auch künftig geben.

Folglich besteht der wesentlichste Unterschied darin, dass das subjektive zusätzliche Kriterium der Index-Kontinuität nicht mehr angewandt wird.

Zudem wurde die Zusammensetzung des SDax – anders als bei allen anderen Indizes – bislang vierteljährlich (regulär) überprüft.

Künftig wird der SDax – so wie alle anderen wichtigen Aktienindizes in Deutschland auch – nur noch halbjährlich hinsichtlich seiner Zusammensetzung überprüft.

Was sich für Sie dadurch ändert

Für Sie als Aktionäre ändert sich durch die neuen Regelungen im Hinblick auf die Zusammensetzung von TecDax, MDax und SDax im Prinzip fast nichts.

Denn: Das automatische Verfahren wird sehr wahrscheinlich nicht dazu führen, dass es nun zu einer wesentlich stärkeren Fluktuation innerhalb der genannten Indizes kommt.

Daher wird sich auch kaum etwas ändern. Dafür spricht dies: Konrad Sippel, Senior Advisor Content Lab der Deutschen Börse, sagte der „Börsen-Zeitung“ Folgendes:

Die Veränderung bis zum Jahr 2003 sei einem Backtest (also einem rückblickenden Test) unterzogen und mit der tatsächlichen Entwicklung der Indizes abgeglichen worden.

Das Ergebnis: Das neue System hätte nicht zu signifikant häufigeren Wechseln innerhalb der Indizes geführt. Im Wesentlichen sei es zu denselben Wechseln gekommen.

Und: Die aktuellen Zusammensetzungen von TecDax, MDax und SDax wären auch auf Basis des neuen, rein quantitativen und automatischen Ansatzes zustande gekommen.

Abschließender Hinweis für Sie

Über die Überprüfungs-Termine, die quantitativen Überprüfungs-Kriterien und die Änderungen in den wichtigen deutschen Aktienindizes berichte ich regelmäßig.

Immer dann, wenn Überprüfungen und/oder Veränderungen in den Indizes anstehen, hören Sie hier von mir. Kommt es zu Index-Veränderungen, erfahren Sie es also an dieser Stelle.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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