Nike vs. Adidas: der ewige Kampf der Sportartikelgiganten

Es ist der große Kampf der Sportartikelgiganten: Nike vs. Adidas. Allein der Blick auf die Performance im vergangenen Jahr spricht Bände: Adidas-Aktien legten um rund 80 % zu, während Nike-Aktien um rund 8 % nachgaben.

adidas Chart 1 Jahr

Adidas Aktie: Chart der letzten 12 Monate

 

Nike Chart 1 Jahr

Nike Aktie: Chart der letzten 12 Monate

Doch was war passiert? Was sind die Gründe für die rasante Aufholjagd, schließlich liegt Nike am Umsatz und an der Marktkapitalisierung gemessen noch deutlich vor dem deutschen Sportartikel-Hersteller.

Nike vs. adidas – die wichtigsten Kennzahlen im Vergleich

Allein am Börsenwert gemessen liegt Nike mit einer Marktkapitalisierung von knapp 82 Mrd. € deutlich in Front, denn Adidas bringt trotz der Aufholjagd nur rund 30 Mrd. Euro auf die Waage.

Auch beim Umsatz hat Nike klar die Nase vorn. In 2015 erwirtschaftete der US-Sportartikelgigant Erlöse von umgerechnet 27,2 Mrd. €, Adidas kam in 2015 auf Einnahmen von 16,9 Mrd. €.

Beim Gewinnmargen-Vergleich Nike vs. Adidas liegen die Amerikaner ebenfalls vorne. Das US-Unternehmen wies zuletzt eine Nettogewinnmarge von rund 12 % aus, während sich Adidas mit 5,2 % zufrieden geben musste.

Der Gewinn von Nike summierte sich in 2015 auf 3,27 Mrd. US-$ bzw. 2,9 Mrd. € zu damaligen Wechselkursen, Adidas kam bei dieser wichtigen Kennzahl auf einen Gewinn von 668 Mio. €.

Nike setzt stark auf die Automatisierung in der Produktion

Doch warum sind die Gewinnmargen bei Nike umso viel höher als bei der Konkurrenz, fragen sich viele Anleger. Analysten verweisen hierzu nicht nur auf die Preismacht der Amerikaner durch die schiere Größe, sondern auch auf die Kostenvorteile in der Produktion.

Nike hat es in den letzten Jahren verstanden, durch den Einsatz von Technik und Innovationen beim Produktmaterial seine Kosten zu senken. Allein durch den Einsatz von hochautomatisierter Produktionstechnik sanken zum Beispiel die Personalkosten bei der Produktion des Flyknit-Sportschuhs um 50 %, einhergehend mit einem um 20 % geringeren Materialverbrauch, so die Analysten der Deutschen Bank.

Geholfen hat den Amerikanern auch das Direktvertriebsmodell über den eigenen Online-Shop, wodurch Nike Zwischenhändler ausschalten konnte. Unter dem NikeID-Service können Kunden zum Beispiel ihren eigenen Sportschuh entwerfen.

Adidas setzt auf die Anziehungskraft der Promis

Dennoch konnte Adidas in den vergangenen 2 Jahren in den USA stark aufholen. Vor allem 2016 war ein ausgesprochen erfolgreiches Jahr für die Herzogenauracher. Nachdem adidas im Jahr 2014 hinter dem deutlich kleineren Konkurrenten Under Armour zurückfiel, konnte Adidas die Position als Amerikas zweitgrößter Sportartikel-Hersteller wieder zurückerobern (Quelle: NPD Group).

Analysten führen den Erfolg auf einen Management-Wechsel bei Adidas in Amerika zurück. Seit Juni 2014 leitet Mark King das Nordamerika-Geschäft. King wartete mit einer neuen Strategie auf und stellte Sportarten wie Basketball, Baseball sowie die Street-Lifestyle-Marke adidas neo in den Vordergrund.

Hierfür wurden Werbedeals mit zahlreichen Promis geschlossen. Inzwischen werben nicht nur NBA-Star James Harden, sondern auch Angelique Kerber, Gigi Hadid und der Sänger Justin Bieber für die Marke mit den drei Streifen. Ziel ist und war es, die Sichtbarkeit der Marke Adidas in den USA wieder deutlich zu erhöhen, was dem deutschen Hersteller offenbar auch gelungen ist.

Egal ob Nike oder Adidas, die Geschäfte der Sportartikel-Hersteller laufen

Egal ob Nike oder Adidas, Anleger, die in Sportartikel-Hersteller investieren wollen, sollten wissen, dass die gesamte Branche zwar stetig wächst, doch auch schwankenden Modetrends unterliegt.

Zum Beispiel sind aktuell Sneakers wieder gefragt. Entsprechend gut laufen die Geschäfte der Anbieter, die mit dem richtigen Produkt am Markt sind. Modetrends können sich aber schnell ändern und genau hier liegt die Gefahr für Anleger, die nur auf einen Wert setzen.

Denn insgesamt gilt: Ein Investment in die Branche kann sich insbesondere für langfristig orientierte Anleger lohnen, wie ein Blick auf die 5-Jahresperformance der beiden Unternehmen zeigt: Während die Adidas-Aktie in den letzten 5 Jahren um 200 % zulegte, kletterte auch die Nike-Aktie im gleichen Zeitraum um 109 %.

3. Februar 2017

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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