Der japanische Leitindex – Berechnung & Entwicklung des Nikkei 225

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Was den Nikkei Index genau ausmacht – diese Fakten sind für Anleger interessant zu wissen. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)


Eckdaten zum Leitindex Nikkei 225

Typ: Kursindex (Leitindex)

Kategorie: Aktienindex

Ort: Japan

Name: Nikkei 225 = Nikkei Heikin Kabuka (= Nikkei-Aktienpreis Durchschnitt)

Börse: Tokio

Gewichtung: Nennwert 50 Yen

Bewertet von: Nihon Keizai Shimbun (Zeitung) seit 1971

Erster Börsengang: 07.09.1950

Rückrechnung (Tageskurse): bis 1949

Rückrechnung (Monatskurse): bis 1914

Unternehmenszahl: 225


Für internationale Anleger ist nicht nur der Blick auf den DAX oder den Dow-Jones interessant. Der asiatische Markt bietet mit dem Aktienindex Nikkei 225 viele Optionen. Der Nikkei oder korrekter der „Nikkei 225″ hat für die japanische Wirtschaft eine große Bedeutung, gilt aber auch als einer der wichtigsten asiatischen Aktienindizes. Daher sollten Anleger sich mit diesem Aktienindex auf jeden Fall näher befassen.

Überblick zu Nikkei 225

Was versteht man unter dem japanischen Leitindex Nikkei?

In Asien wird der Nikkei Index auch als Nikkei bezeichnet, obwohl er offiziell Nikkei 225 heißt, da er die 225 wichtigsten japanischen Konzerne beinhaltet.

Der Nikkei 225 ist der japanische Leitindex, der als Indiz für die japanische Wirtschaftsentwicklung steht. Er wird an der Börse in Tokio (Tokyo Stock Exchange) gehandelt, wo er alle 15 Sekunden aktualisiert wird. Dieser Index wird in der japanischen Währung Yen berechnet. Dabei wird ein Nennwert von 50 Yen angesetzt, was für Japan üblich ist.

Im Nikkei 225 tauchen wie beim Dow Jones allerdings weder Bezugsrechte, Sonderzahlungen noch Dividenden auf. Er existiert bereits seit 1950 und wird, ähnlich wie der Dow Jones, von einem Verlag ermittelt. Zuständig ist seit 1971 der japanische Zeitungsverlag Nihon Keizai Shimbun. Die 225 Unternehmen werden jährlich überprüft und bewertet.

Wussten Sie? 

Unter den 225 Unternehmen, die der Nikkei umfasst, befinden sich wichtige Firmen aus der Eisen- und Stahlindustrie, dem Bergbau und der Telekommunikationsbranche. Aber auch Unternehmen aus dem Bereich der Transport- und Automobilindustrie sowie der Informationstechnologie.

In die Bewertung fließen die Branche sowie die Liquidität eines Unternehmens mit ein. Je nach Ergebnis kommt es dabei zu einer erneuten Aufnahme oder einem Ausschluss des Konzerns. Neben dem Nikkei 225 sind auch der Jasdaq und TOPIX zwei wichtige japanische Indizes.

Berechnung des japanischen Leitindex: Wie wird der Nikkei ermittelt?

Die Berechnung des Nikkei 225 funktioniert ähnlich wie die des Dow-Jones-Index. Bei beiden preisgewichteten Indizes bleiben jegliche Sonderzahlungen, Bezugsrechte und Dividenden unberücksichtigt.

Wie beim Dow-Jones gibt es einen Divisor, der die Schwankungen in der Berechnung berücksichtigt. Unter Schwankungen sind beispielsweise Aktiensplits oder Fusionen zu verstehen, die eine Anpassung der Berechnung durch den Einsatz des Divisors notwendig machen.

Was ist ein Divisor?

Der Divisor ist ein Korrekturfaktor, der Änderungen der Indexzusammensetzung oder Kapitalmaßnahmen der Indexmitglieder rechnerisch ausgleicht. Dadurch wird ein gleichbleibendes Niveau erhalten.

Dabei ist der Divisor = Kapitalisierung/Indexstand.

Wie werden die Mitgliedsunternehmen des Nikkei festgelegt?

Einmal jährlich werden alle Unternehmen, die bereits Bestandteil des Nikkei sind, überprüft und neu bewertet. Danach wird entschieden, ob sie erneut unter die 225 Unternehmen aufgenommen oder ausgeschlossen werden. Die notwendigen Anpassungen und Neuberechnungen werden nicht nur einmal jährlich, sondern laufend durchgeführt, sobald es beispielsweise zu Fusionen kommt.

Wie läuft die Berechnung des japanischen Leitindex ab?

Das Vorgehen bei der Berechnung ist einfach. Alle Kurswerte der 225 Unternehmen werden addiert und durch 225 geteilt. Dabei ist auf die Gewichtung der Unternehmen zu achten. Das bedeutet, dass alle Firmen nach ihrer Bedeutung und Größe bewertet, also preisgewichtet werden.

Hintergrund dafür ist die gerechte Bewertung. Unternehmen mit Aktien, die einen zahlenmäßig hohen Wert besitzen, werden ansonsten überbetont.

Wozu dient die Gewichtung der Indexmitglieder des Nikkei?

Durch die Gewichtung der Unternehmen entsprechend ihres Anteils am Aktienkurs (Summer aller Aktienkurse im Index) ergibt sich ein realistisches Szenario. Mit dieser Gewichtung werden die zugrunde gelegten Kriterien, wie Umsatz an der Börse oder Marktkapitalisierung, ausgeglichen. Dabei wird außerdem ein bestimmter Beobachtungszeitraum zugrunde gelegt.

Mithilfe der Gewichtung und des Divisors können sogenannte Verzerrungen korrigiert werden. In Japan werden Unternehmen aus den Informations- und Telekommunikationsbranchen nur schwach gewichtet. Höher gewichtet sind dagegen die Industrieunternehmen, besonders in der Transportbranche.

Handelszeiten des Nikkei Index

Zu beachten sind die Aktualisierungen, die während der Handelszeiten des Nikkei Index regelmäßig alle 15 Sekunden stattfinden. Diese Handelszeiten an der Tokioter Börse lauten:

Montag bis Freitag von 9:00 Uhr bis 11:00 Uhr sowie 12:30 Uhr bis 15:00 Uhr Ortszeit Tokio.

Welche Unternehmen sind im japanischen Leitindex Nikkei 225 gelistet?

Unter den 225 Unternehmen, die zum Nikkei Index gehören, befinden sich hauptsächlich Firmen, die im asiatischen Raum bekannt sind. Aber es sind jedes Jahr auch Unternehmen dabei, die weltweit einen guten Ruf genießen und auch in Deutschland Bekanntheit genießen.

Zu den Top 5 der aktuell größten Unternehmen in Japan zählen: 

  • Toyota Motor Corp (Börsenwert: 168,37 Mrd. €)

Toyota Motor ist ebenfalls im Nikkei 225 vertreten steht seit Jahren unangefochten an der Spitze der Top 5 der größten Unternehmen in Japan. Die im Jahre 1937 gegründete Toyota ist zugleich mit über 10 Mio. verkauften Autos auch einer der größten Autohersteller der Welt. Zudem stellt Toyota mit dem Toyota Corolla auch das meistverkaufte Auto der Welt (mehr als 40,7 Mio. verkaufte Modelle). Stolz ist man bei Toyota auch auf die Entwicklung neuer Antriebstechniken.

Der Toyota Prius war das erste Serienmodell mit Hybridmotor. Der neue Toyota Mirai wird mit einem Elektromotor mit Wasserstoff angetrieben. Der Toyota Mirai ist damit das erste Wasserstoff-Brennstoffzellenfahrzeug, das in Großserie produziert wird. Das wird Toyota wahrscheinlich auch in Zukunft den Spitzenplatz garantieren.

  • Nippon Telegraph & Telephone Co (Börsenwert: 82,89 Mrd. €)

Nippon Telegraph & Telephone Co (NTT) wurde ursprünglich im Jahr 1952 gegründet und erst im Jahr 1985 privatisiert. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Tokio ist das führende Telekommunikationsunternehmen in Japan.Die Tochter NTT DoCoMo ist mit über 60 Mio. Mobilfunkkunden der größte Mobilfunknetzbetreiber im Land der aufgehenden Sonne. Sowohl die Muttergesellschaft NTT, als auch die Mobilfunktochter NTT DoCoMo sind Bestandteil des Nikkei 225.

  • Mitsubishi UFJ Financial Group (Börsenwert: 73,11 Mrd. €)

Die Mitsubishi UFJ Financial Group (MUFG) ging im Jahr 2005 aus der Fusion der Mitsubishi Tokyo Financial Group (MTFG) und UFJ Holdings hervor. Das Unternehmen fungiert als Holdinggesellschaft für zahlreiche verschiedene Banken und Finanzunternehmen. Den Kern bildet die Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ, eine der größten Banken der Welt, was die verwalteten Einlagen angeht. Zum Konzern gehören zudem auch das Kreditkartenunternehmen Mitsubishi UFJ Nicos und sowie vier weitere Regionalbanken. Im Investmentbanking ist das Unternehmen mit der Tochter Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities vertreten.

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  • SoftBank Corp (Börsenwert: 64,72 Mrd. €)

Die im Jahre 1981 gegründete und in Tokio ansässige SoftBank ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und in die Top 5 der größten Unternehmen Japans aufgestiegen. Vom ursprünglichen Telekomkonzern hat sich SoftBank zu einem Mischkonzern gewandelt, der inzwischen auch im Medien- und Internetbereich engagiert ist. Im Jahr 2012 expandierte SoftBank in die USA und übernahm dort den drittgrößten US-Mobilfunknetzbetreiber Sprint für über 20 Mrd. US-$ – es ist die bis dato größte Auslandsübernahme eines japanischen Unternehmens. Zudem hält SoftBank zahlreiche Beteiligungen an Internet-Unternehmen wie an der Alibaba Group, Yahoo! Japan und an Indonesiens größtem Online-Marktplatz Tokopedia.

  • Japan Tobacco (Börsenwert: 44,76 Mrd. €)

Bei der Japan Tobacco Inc. handelt es sich um ein Allround-Unternehmen, das in der Tabak-, Pharma- und der Nahrungsmittelbranche tätig ist. So handelt es sich um den drittgrößten Zigarettenhersteller weltweit. Dabei wird das Tabakgeschäft jedoch von der Schweiz aus von einer Tochtergesellschaft ausgeführt. Zu den JP-Marken zählt beispielsweise die bekannte Marke Camel. Knapp 51.000 Mitarbeiter werden insgesamt von der Japan Tobacco Inc. beschäftigt.

Weitere bekannte Unternehmen:

  • TDK (Elektronik)
  • Shiseido (Kosmetik)
  • Toyota Motor (Automobile)
  • Honda Motor (Automobile)
  • NTT Data (Kommunikation)
  • Suzuki Motor (Automobile)
  • Olympus (Präzisionsgeräte)
  • Canon (Elektronik)
  • Sony (Elektronik)
  • Bridgestone (Gummi)
  • Seiko Epson (Elektronik)
  • Yamaha Motor (Motorräder)
  • Nikon (Präzisionsgeräte)
  • Casio Computer (Elektronik)
  • Ricoh (Elektronik)
  • Konica Minolta (Präzisionsgeräte)
  • Panasonic (Elektronik)
  • Nissan Motor (Automobile)
  • Fujitsu (Elektronik)
  • Hitachi (Elektronik)
  • Isuzu Motors (Automobile)
  • Citizen Watch (Uhren)
  • Nippon Express (Logistik)
  • Mazda Motor (Automobil)
  • Nippon Steel (Stahl)
  • Yahoo Japan (Internet)
  • Mitsubishi Motors (Automobile)

Entwicklung und Geschichte des japanischen Leitindex Nikkei

Der Nikkei wurde unter dem Namen „Neue Zeitung für Preise im In- und Ausland” schon 1876 von Mitsun Bussan herausgegeben. Seit 1971 veröffentlicht die Zeitung auch den Nikkei 225. Im Jahr 1982 kam der Nikkei 300 hinzu, der den Index wichtiger Dividendenpapiere umfasst.

Nikkei begann erst 2014 mit der Ausweitung seiner internationalen Zentralen und ist seither mit über 36 Büros auch in Bangkok (Asienzentrale), Berlin, Frankfurt und London vertreten. In London befindet sich auch die Europazentrale.

Seit der Eröffnung am 7. September 1950 werden tägliche (zurückgerechnet seit 1949) sowie monatliche Kurse (zurückgerechnet bis 1914) veröffentlicht. Diese Kurse werden wochentags während der Öffnungszeiten der Börse alle 15 Sekunden aktualisiert.

Nihon Keizai Shimbun

Die Entwicklung und der Beginn des Index sind eng mit der japanischen Tageszeitung Nihon Keizai Shimbun („Japanische Wirtschaftszeitung”) verknüpft. Sie ist international erhältlich und erscheint zweimal täglich (morgens und abends) mit einer Tagesauflage von rund 3 Millionen Exemplaren. Damit gehört sie zur Top 5 der japanischen Zeitungen, die in Kooperation mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung auch Artikel in Deutschland veröffentlicht.

Das Auf und Ab des Nikkei Index von 1960 bis 2000

Historischer Überblick Nikkei Teil 1

Bereits im Februar 1960 knackte der Nikkei an der Tokioter Börse die 1.000-Punkte-Marke.12 Jahre später – am 22.12.1972 sogar die 5.000-Punkte-Marke. Leider ließ die Ölkrise von 1973 den Kurs absinken, was durch die Rezession von 1974 noch verschlimmert wurde.

Im Oktober 1974 befand sich der Nikkei auf einem Tiefstand von nur noch 3.355,13  Punkten. Es dauerte fast vier Jahre, bis der Kurs sich wieder erholt hatte und im März 1978 seinen ehemaligen Rekord von 1973 mit 5.360,34 Punkten noch übertrumpfen konnte.

1984 schaffte es der Leitindex, die 10.000-Punkte-Marke zu überschreiten. Im Januar 1987 ließ er die 20.000-Punkte-Marke hinter sich. Die Marktgeschehnisse am Schwarzen Montag (19.10.1987) an der New Yorker Börse spürten die Japaner tags darauf, als am 20.10.1987 ein historischer Tagesverlust von 14,90 Prozent zu vermelden war.

Danach folgte ein Höhenflug, der auch als Allzeithöchststände bezeichnet werden kann. Bereits 1988 konnte trotz des Verlustes am Black Monday die 30.000-Punkte-Grenze überschritten werden, 1989 erreichte er einen neuen Höchststand von knapp 39.000 Punkten – sein Allzeithoch.

In der Folge fielen die Punkte am Ende der Bubble Economy und dem Einbruch im japanischen Immobilien- und Aktienmarkt enorm ein und stand 1995 nur noch bei 14.485,41 Punkten. Es dauerte 5 Jahre, bis der Kurs nach der Asienkrise endlich im Jahr 2000 wieder einen neuen Höchststand von 20.833,21 Punkten erreichte. Dieser lag weit vom Traumergebnis von 1989 entfernt.

Was ist die Bubble Economy?

Hierbei entsteht eine sogenannte Spekulationsblase, die durch die Überbewertung aller Arten von Geldanlagen, insbesondere Immobilien und Aktien, zustande kommt. In der Folge entsteht zunächst ein erhöhter Konsum und eine verstärkte Investitionstätigkeit. Irgendwann platzt die Blase wieder und die Rückschläge haben schwere nachteilige Auswirkungen auf die Wirtschaft.

Entwicklung im 21. Jahrhundert

Historischer Überblick Nikkei Teil 2

Im 21. Jahrhundert waren die Schwankungen extremer als zuvor. Die Tiefststände unterschritten die 10.000-Punkte-Marke und konnten sich beim Allzeithoch kaum wieder über diesen Wert hinaus steigern.

Gründe für die schweren Einbrüche waren folgende Krisen:

  • Das Platzen der Dotcom-Blase 2003 (7.607,88 Punkte)
  • Die internationale Finanzkrise von 2007
  • Die US-Immobilienkrise 2007/2008
  • Das Tōhoku-Erdbeben/Fukushima-Katastrophe 2011
  • Die globale Konjunktur und Eurokrise
Die Dreifachkatastrophe von Tōhoku (Fukushima)

Bei dem Erdbeben am 11. März 2011 in Asien wurden Tsunami-Flutwellen ausgelöst, die in der Folge die Nuklearkatastrophe von Fukushima auslösten. Die 14 Meter hohen Wellen trafen gleich mehrere Kernkraftwerke, besonders in Fukushima-Daiichi, und forderten mehr als 20.000 Todesopfer. Die Investoren sorgten sich im Anschluss um die finanziellen Auswirkungen des Desasters – sie befürchteten eine Rezession und eine höhere Staatsverschuldung.

Demgegenüber standen einige Höchststände, die aber nicht an frühere Erfolge anknüpfen konnten. Besonders nach dem schweren Einbruch 2011, der mit seinen 10,55 % den drittschlimmsten Kurssturz des Nikkei darstellt.

Einige Höchststände nach den Einbrüchen waren:

  • April 2010 – 11.339,30 Punkte
  • Februar 2011 – 10.857,53 Punkte
  • November 2011 – 8.160,01 Punkte
  • Januar 2013 – 10.801,57 Punkte

Die Parallelen des japanischen Leitindex Nikkei zum Dow Jones

Zwischen dem japanischen Nikkei und dem amerikanischen Dow Jones gibt es einige Ähnlichkeiten:

  • Ähnliche Berechnung

Bei beiden handelt es sich um preisgewichtete Indizes. Sie werden beide ohne Sonderzahlungen, Bezugsrechte und Dividenden berechnet. Diese Variante der Berechnung wird als „Dow-Jones-Methode” bezeichnet.

  • Grundlage für die Berechnung bildet ein fester Stamm von Unternehmen.

Beim Dow Jones sind es 30 Firmen, beim Nikkei hingegen 225 Firmen, aus denen der Index berechnet wird.

  • Beide müssen eine Gewichtung vornehmen und mithilfe eines Divisors notwendige Kurskorrekturen berechnen.

Viele der Konzerne im Nikkei 225 haben lediglich ein- und zweistellige Euro-Aktienkurse. Bei überwiegend günstigen Aktien kommt es zu einem Ungleichgewicht im Vergleich mit den Konzernen, welch drei- und vierstellige Werte erreichen.

Darüber hinaus bestehen allerdings auch einige Unterschiede, vor allem in der Zusammensetzung. Diese ergeben sich in den Branchen, aus denen sich die Indizes zusammensetzen.

  • Die wichtigsten japanischen Unternehmen im Nikkei sind im Bereich Bergbau, Transport und Schwerindustrie zu finden. Unter den 225 Unternehmen befinden sich sehr viele Elektronik- und Automobilfirmen.
  • Unter den 30 Konzernen, die im Dow Jones vertreten sind, finden sich hingegen Banken, Pharmanternehmen sowie Unternehmen im Bereich der Informationstechnik, abgerundet durch Hard-/Software-Riesen wie Apple und Microsoft.

Fazit: Der japanische Leitindex Nikkei

Der Nikkei gehört zu den wichtigsten Indizes der Welt. Aufgrund der ähnlichen Berechnung, der unberücksichtigten Dividenden und anderen Sonderzahlungen lässt er sich auch hervorragend mit dem Dow Jones vergleichen. Ob ein Leitzins als gut oder schlecht eingestuft wird, hängt von seiner Höhe ab. Ist der Leitzins niedrig, dann kommen die Banken sehr günstig an viel Geld. Diese guten Konditionen können sie an Firmen und Privathaushalte weitergeben. Leihen diese sich wiederum Geld bei der Bank, müssen sie dafür weniger Zinsen bezahlen.

Trotzdem werden japanische Aktien seltener von Anlegern gekauft als noch vor 30 oder 40 Jahren. Dies hängt vor allem mit dem damaligen Zusammenbruch des Aktien- und Immobilienmarktes aufgrund der ansteigenden Zinsen zusammen. Nach dem Wachstum während der Niedrigzinsphase kam es in Folge mit den steigenden Zinsen zur Schuldenkrise und einem kaputten Aktienmarkt.

Warum sollten sich Anleger mit dem Nikkei beschäftigen und japanische Aktien in Betracht ziehen?

Japan als führendes Industrieland und Exportnation ist technologisch hoch entwickelt und verkauft weltweit erfolgreich Maschinen, Elektronik und Automobile. Unterstützt durch die Sparpolitik der japanischen Regierung sind im Aktienmarkt künftig attraktive Profite zu erwarten. Auch wenn der Nikkei bisher noch nicht an seine alten Spitzenwerte von 1989 mit knapp 40.000 Punkten anknüpfen kann.

Was ist bei einem Aktienkauf zu berücksichtigen?

Wer sich für japanische Aktien interessiert, sollte genauso sorgfältig die historischen Kurse und die Trends analysieren wie bei jedem anderen Kurs. Dabei sind verschiedene Optionen wählbar. Entweder nach dem Wert der Aktie (Value), der Sicherheit, dem Wachstum oder auch einer gemischten Anlagestrategie aus all diesen Werten. Eine gemischte Strategie aus verschiedenen Aktien ist die beste Option.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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