Nominales Bruttoinlandsprodukt (BIP): Messwert inklusive In- und Deflationsrate

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zeigt auf, wie leistungsstark die Wirtschaft eines Landes ist. Dabei gibt es jedoch reales und nominales BIP. (Foto: sdecoret / Shutterstock.com)

Um die wirtschaftliches Leistungsfähigkeit eines Landes zu berechnen, vergleicht man die jeweiligen Bruttoinlandsprodukte (BIP).

Dabei muss allerdings unterschieden werden, ob es sich um das nominale oder das reale BIP handelt.

Die Zusammensetzung des nominalen Bruttoinlandsprodukts

Generell werden alle Güter, also Waren und Dienstleistungen, die innerhalb des Landes – genauer gesagt den Landesgrenzen der jeweiligen Volkswirtschaft – binnen eines Jahres hergestellt wurden.

Diese Güter müssen dabei dem Endverbrauch dienen. Güter, die noch auf Lager sind, zählen lediglich als Vorratsveränderung in das BIP ein.

Das bedeutet, dass nicht nur Inländer und deren Leistung innerhalb eines Landes berücksichtigt werden (Inländerprinzip). Dies ist allerdings der Fall bei der Berechnung des Bruttonationaleinkommens.

Das BIP wird heutzutage allerdings dem Bruttonationaleinkommen (früher auch Bruttosozialprodukt) vorgezogen, um die Wirtschaftsleistung verschiedener Länder zu vergleichen.

Stattdessen fließt gemäß dem Inlandsprinzip auch die wirtschaftliche Leistung von Ausländern innerhalb der Landesgrenzen mit ein.

In das nominale BIP gehen dabei allerdings auch Inflation und Deflation mit ein. Insofern steigt das BIP bei einer Inflationsrate von beispielsweise 2% auch mindestens um diese 2%, oder sinkt zum Beispiel bei einer Deflationsrate von 1% um wenigstens 1%.

Verändert sich die Güterproduktion eines Jahres nicht, zeigt das nominale BIP in beiden Fällen dennoch eine Veränderung an, die allerdings strenggenommen nicht vorliegt.

Im Gegensatz dazu ist das reale BIP von Inflations- und Deflationsrate bereinigt. Es wird gebildet, indem das nominale BIP durch den Preisindex dividiert wird.

Für die Berechnung werden die Landeswährungen außerdem zu den aktuellen Marktwechselkursen umgerechnet.


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Nominales Bruttoinlandsprodukt: Aufteilung und Daten

Die Berechnung des BIP kann unterschieden werden in Entstehungs-, Verteilungs- und Verwendungsrechnung.

Bei der Entstehungsrechnung stehen der Produktionsort und die Verteilung auf einzelne Wirtschaftsbereiche im Vordergrund. Dazu wird die Bruttowertschöpfung (BWS) als Wert herangezogen.

Die Bruttowertschöpfung (BWS) ist dabei der Produktionswert, also die Gesamtsumme der produzierten Waren und Dienstleistungen, abzüglich der Vorleistungen.

Zu diesem Wert werden schließlich noch Gütersteuern hinzugerechnet sowie Gütersubventionen abgezogen.

Entstehungsrechnung: BWS + Gütersteuern – Gütersubventionen = BIP

Im Gegensatz dazu beschäftigt sich die Verwendungsrechnung mit der Verwendung der produzierten Güter.

Insofern werden – private und staatliche – Konsumausgaben und Anlageinvestitionen addiert. Indem außerdem die Vorratsveränderungen, also auf Lager befindliche Güter, hinzugerechnet werden, ergibt sich die inländische Verwendung.

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Um allerdings das BIP zu ermitteln, wird auch der Außenbeitrag hinzugezählt. Dieser lässt sich bestimmen, indem alle Importe von den Exporten abgezogen werden.

Verwendungsrechnung: Konsumausgaben + Anlageinvestitionen + Vorratsveränderungen + Außenbeitrag = BIP

Schließlich zeigt die Verteilungsrechnung auf, wie sich das BIP auf verschiedene Arten von Einkommen verteilt.

Diese Einkommensarten lassen sich dabei in Arbeitnehmerentgelt und Unternehmens- und Vermögenseinkommen aufteilen.

Das Arbeitnehmerentgelt besteht in diesem Zusammenhang aus Bruttolöhnen, Bruttogehältern und den jeweiligen Lohnnebenkosten, das Unternehmens- und Vermögenseinkommen aus Unternehmensgewinnen, Mieten, Pachten und allen Kapitaleinkünften wie beispielsweise Zinsen.

Beide Einkommensarten ergeben das Volkseinkommen. Indem zu diesem noch Produktions- und Importabgeben addiert, Subventionen jedoch abgezogen werden, lässt sich das Nettonationaleinkommen (NNE) berechnen.

Zuzüglich der Abschreibungen wird aus dem Netto- (NNE) dann das Bruttonationaleinkommen (BNE).

Schließlich wird zu Letzterem noch das NNE der Ausländer aus dem Inland addiert sowie das NNE der Inländer aus der übrigen Welt addiert.

Verteilungsrechnung: BNE + NNE der Ausländer + NNE der Inländer = BIP

Allerdings wird aufgrund fehlender Angaben über Unternehmensgewinne häufiger nach Verwendungs- und Entstehungsrechnung vorgegangen, um das BIP zu ermitteln.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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