Notenbanken fluten Geldmärkte: Kein Ende in Sicht

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Die Notenbanken fluten die Geldmärkte – was einst typisch für Alan Greenspan war, führen nun Bernanke und Draghi weiter. (Foto: newroadboy / Shutterstock.com)

Die Notenbanken bleiben bei ihrer expansiven Geldpolitik und fluten so die Märkte mit immer mehr Geld.

Diese Vorgehensweise geht vor allem auf Alan Greenspan zurück.

Die Geldpolitik des Alan Greenspan

Der amerikanische Ökonom Alan Greenspan war vom 11. August 1987 bis zum 31. Januar 2006 Vorsitzenden der US-Notenbank (Federal Reserve System bzw. Fed).

In seiner Amtszeit musste Greenspan auf mehrere Wirtschaftskrisen reagieren, wie beispielsweise 1987 auf die Auswirkungen des Börsencrashs.

Dabei sprach sich Greenspan für Preisniveaustabilität aus und verfolgte in diesem Rahmen eine expansive Geldpolitik. In Krisenzeiten senkte er also den Leitzins und „verbilligte“ das Geld, um die Konjunktur wieder anzukurbeln.

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Im Jahre 2000 sorgte der Kurswechsel Greenspans bzw. die Erhöhung des Leitzinses für einen Börsencrash.

Bis 2007 ging die schrittweise Leitzinserhöhung mit einem erneuten Anstieg des DAX einher – bis dieser schließlich im Zuge der Finanzkrise wieder fiel, und eine Verbilligung des Geldes keine Wirkung mehr zeigte.

Aufgrund dessen wird Greenspan auch eine Mitschuld an der Finanzkrise zugesprochen, woraufhin Greenspan auch Fehler einräumte.

Nachfolger Greenspans ist seit Februar 2006 der amerikanische Ökonom Ben Bernanke, der die Niedrigzinspolitik seines Vorgängers fortführt.

Mario Draghi und die Geldpolitik der EZB

Seit dem 1. November 2011 ist der italienische Ökonom und Bankmanager Mario Draghi Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB). Er löste damit den französischen Finanzexperten Jean-Claude Trichet ab.

Ebenso wie Greenspan und Bernanke spricht sich Draghi grundsätzlich für eine Niedrigzinspolitik aus. In diesem Zusammenhang senkte Draghi den Leitzins 2012, sodass die Notenbankbilanz erheblich anstieg.

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Im Gegensatz zu Bernanke muss Draghi die Geldpolitik für mehrere Länder mit verschiedenen Wirtschaftssystemen bestimmen.

Wirtschaftlich starke Länder, wie unter anderem auch Deutschland, sind auf keinen niedrigen Leitzins angewiesen, da dort die Wirtschaft floriert.

In wirtschaftlich schwachen Ländern wird die Wirtschaft allerdings auch durch den niedrigen Leitzins kaum angekurbelt.

Insofern ist dort eine Parallele zur Kritik an der amerikanischen Geldpolitik erkennbar, der vorgeworfen wird, sie zeige ebenfalls immer weniger Wirkung.

Notenbanken fluten Geldmärkte: Leitzinssenkungen en masse

Am 17. Dezember 2008 wählte die Fed eine Zinsrate von 0 bis 0,25% und senkte somit den Leitzins für die Vereinigten Staaten erheblich. Auch in den folgenden Jahren erfolgte keine Leitzinserhöhung.

Die EZB folgte dem amerikanischen Leitbild und senkte den Leitzins für die europäische Union im Februar 2012 erstmals auf unter 1%, nämlich 0,75%. Auch circa ein Jahr später gab die EZB keine Kursänderung bekannt.

Auch außerdem Europas und der USA bekennt man sich zur expansiven Geldpolitik. So rückte Japan im April 2013 zwar den Leitzins in den Hintergrund, sprach sich jedoch für eine Ausweitung der Geldbasis aus.

Den Notenbanken wird oftmals vorgeworfen, durch ihre Vorgehensweise von Krisen zu profitieren, indem sie selbst in profitable Anlageklassen wie beispielsweise Gold investieren würden.

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Fraglich ist, welche weiteren geldpolitischen Maßnahmen die Notenbanken in zukünftigen Krisenzeiten vornehmen und wie effektiv diese sein werden.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.