nVidia-Aktie dank künstlicher Intelligenz im Höhenflug

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nVidia entwickelt sich immer mehr zum Standard in Sachen künstliche Intelligenz - die Aktie profitiert. (Foto: nVidia / Shutterstock.com)

Schon Anfang 2015 stellte der Grafikchip-Hersteller nVidia mit der Drive PX Plattform den weltweit ersten Supercomputer für das Autonome Fahren vor. Ein Jahr später folgte mit der Drive PX 2 Plattform eine Erweiterung.

Zahlreiche Fahrzeughersteller sind seither auf den Trend Autonomes Fahren aufgesprungen und nutzen die Drive PX Technik von nVidia in ihren Fahrzeugen. Zu den mehr als 200 nVidia-Partnern gehören inzwischen große Autohersteller wie Toyota, Mercedes-Benz, Audi, Volvo und auch Tesla.

Diese Entwicklung ist auch an der nVidia-Aktie nicht spurlos vorbeigegangen. Dümpelte die nVidia-Aktie Anfang 2015 noch um die Marke von 20 US-$ herum, müssen heute deutlich mehr als 220 US-$ für eine nVidia-Aktie bezahlt werden – ein Kursanstieg um mehr als 1.000 %. Viele Anleger fragen sich daher: Worin ist der massive Kursanstieg der nVidia-Aktie begründet und kann diese Entwicklung so weitergehen?

Warum sich nVidia immer mehr zum Industriestandard entwickelt

Ende 2017 hat nVidia den nächsten großen Schritt getan und mit der Drive PX Pegasus den weltweit ersten Supercomputer für Roboter-Taxis vorgestellt. Das Besondere Drive PX Pegasus: Dieser Computer schafft 320 Billionen (!) Operationen pro Sekunde und ist damit mehr als zehnmal leistungsfähiger als die Vorgänger-Generation (nVidia Drive PX 2) bei einer Leistungsaufnahme von lediglich 500 Watt.

nVidia Drive PX Pegasus, Quelle: nVidia

Dies bedeutet: Mit dem Pegasus Supercomputer sind erstmals Roboter-Taxis auf Level 5 Niveau möglich. Das heißt, dass diese Fahrzeuge völlig autonom ohne Fahrer, Lenkrad und Pedale fahren und selbst schwierige Verkehrsbedingungen in der Großstadt meistern können. Dies geschieht dadurch, dass Pagasus Daten von einer ganzen Reihe von Sensoren, Kameras und Lidar/Radar auswertet, die rund herum im Fahrzeug verbaut sind, um die Umgebung des Fahrzeugs zu erkennen.

Kameras und Sensoren, welche die Umgebung des Fahrzeugs in Echtzeit erfassen, generieren riesige Datenmengen. Aus diesem Grunde verfügt Pegasus auch über eine hohe Datentransferleistung in Höhe von 1 Terabyte pro Sekunde.

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Das Herzstück des Supercomputers ist eine leistungsstarke Künstliche Intelligenz (KI), die im Computer integriert ist. Dies bedeutet, dass das Auto durch maschinelles Lernen selbstständig dazu lernt und so immer leistungsfähiger wird und selbst schwierige Verkehrssituationen bewältigen kann. Der PX Pegasus Computer wird Mitte 2018 für Automobilpartner verfügbar sein.

nVidias Stärke: Forschung und Entwicklung

Anleger sollten wissen, dass die neue Pegasus Plattform mit 2 Xavier System-on-Chip (SoC) Prozessoren und speziellen Grafikchips bestückt ist. In die Entwicklung seiner Xavier Chips hat nVidia viel Zeit und Geld investiert. Rund 2.000 Ingenieure forschten in den letzten Jahren an dem Projekt, das nVidia rund 2 Mrd. US-$ gekostet hat. Aus dieser Entwicklungsarbeit zieht nVidia heute einen immensen Nutzen.

Beim Investmenthaus Evercore ISI glaubt man, dass nVidia im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) durch seine einzigartige Grafikprozessor- und System-Architektur eine technologische Kompetenz erreicht hat, die praktisch nicht mehr replizierbar ist.

Fazit: nVidia führend im Bereich künstliche Intelligenz

Dies bedeutet, dass sich immer Automobilzulieferer und -hersteller für die Lösungen von nVidia im Bereich Autonomes Fahren interessieren. Bestes Beispiel ist die Deutsche Post DHL Group (DPDHL).

Das deutsche Logistik-Unternehmen will schon in 2019 eine ganze Flotte von Elektro-Transportern einsetzen, welche die nVidia Drive PX Plattform auf einem Fahrsystem von ZF nutzen. Auch der chinesische Autohersteller Chery will das neue ZF ProAI Fahrsystem einsetzen, das auf der nVidia Drive PX Plattform aufbaut, um Autonomes Fahren in China zu ermöglichen.

Bei aller Euphorie rund um die Möglichkeiten beim Autonomen Fahren, sollten Anleger jedoch nicht vergessen, dass sich der Markt noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium befindet. Etwaige Sicherheitsbedenken müssen noch ausgeräumt werden, zudem wartet die Branche noch auf Regulierungsmaßnahmen.

Insgesamt dürfte es rund bis zum Jahr 2025 dauern, bis das Autonome Fahren wirklich bei den Bürgern ankommt, vermuten Branchenexperten. Dies hat auch Auswirkungen auf die nVidia-Aktie, denn in dem Papier sind bereits sehr hohe Erwartungen eingepreist.

Investoren wetten im großen Stil darauf, dass nVidia das Rennen bei den Ausrüstern rund um das Autonome Fahren macht. Dies bedeutet: nVidia muss weiter liefern, jegliche Enttäuschung beim Wachstum könnte zu einer empfindlichen Kurskorrektur führen. Luft nach oben ist zwar reichlich vorhanden, aber Anleger sollten diese Risiken nicht unterschätzen.


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Mittermeier neu
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands