nVidia Aktie – ein Gewinner der Corona-Krise

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Die nVidia Aktie stürmt auf ein neues Rekordhoch. Doch warum ist die nVidia-Aktie ein starker Krisen-Gewinner? (Foto: michelmond / shutterstock.com)

nVidia bleibt weiter auf Einkaufstour. Unmittelbar nach dem der US-Grafikchip-Hersteller die 6,9 Mrd. US-$ schwere Übernahme des Chip-Herstellers Mellanox abgeschlossen hatte, folgte der nächste Zukauf.

So hat nVidia jüngst auch den Netzwerk-Softwareanbieter Cumulus Networks einverleibt. Mithilfe der Cumulus-Software können Firmen ihre Datenzentren weiter optimieren. Das nVidia-Geschäft mit Datenzentren war zuletzt kräftig gewachsen, daher sehen viele Beobachter den jüngsten Zukauf als wichtige Ergänzung.

nVidia-Aktie trotzt der Corona-Krise

Während die Finanzmärkte immer noch unter den Nachwirkungen der Corona-Krise leiden, legte die nVidia-Aktie in diesem Jahr bereits um 40 % auf ein neues Rekordhoch zu. Auf 5-Jahressicht beträgt das Kursplus inzwischen sogar mehr als 1.500 %.

Doch warum zeigt sich die nVidia-Aktie so krisenresistent, fragen sich viele Anleger. Die Antwort ist, dass der Grafik-Chiphersteller gleich mehrfach von der aktuellen Krisensituation profitiert.

Darum ist die nVidia-Aktie krisenresistent

Bedingt durch die Corona-Krise verbringen derzeit viele junge Leute ihre Freizeit zuhause mit Computerspielen. Um die neuesten Spiele in bestmöglicher Auflösung genießen zu können, sind leistungsstarke Grafikkarten erforderlich. Genau diese liefert nVidia und profitiert so vom Spiele-Boom im heimischen Wohnzimmer.

Durch die jüngsten Zukäufe (Mellanox, Cumulus) hat nVidia einmal mehr sein Geschäft mit Rechenzentren verstärkt. Das Rechenzentrum ist heute das Epizentrum der Computer-Industrie, laufen über diese Zentren viele wichtige Anwendungen wie z.B. künstliche Intelligenz (KI) und Datenanalyse (Big Data).

Damit diese Anwendungen die Daten auch schnell genug transportieren können, sind schnelle Netzwerk- und Chip-Verbindungen (Interconnects) notwendig. Genau an dieser Stelle setzt der Deal mit Mellanox an und verstärkt das Lösungsangebot von nVidia.

nVidia hilft bei der Bekämpfung von COVID-19

Viele Regierungen versuchen die Ausbreitung des Coronavirus (COVID-19) durch Überwachung (Echtzeit-Tracking) in den Griff zu bekommen. Hierfür sind oft große Rechner (Supercomputer) mit enormer Rechenleistung erforderlich. nVidia liefert mit seinen Grafik-Beschleunigern einen wichtigen Baustein.

Ähnliches gilt für die Suche nach einem Impfstoff bezüglich COVID-19. Supercomputer helfen durch Simulationen, die Mechanik des Coronavirus besser zu verstehen. Damit steigen die Chancen, ein Gegenmittel bzw. einen Impfstoff zu finden. Außerdem machen Supercomputer Biomoleküle ausfindig, die für einen Impfstoff eventuell in Frage kommen.

Daneben kommt nVidia-Technik in neuartigen Infrarot-Kameras zum Einsatz, um eine erhöhte Körpertemperatur bei Personen an dicht frequentierten Orten festzustellen. Damit lassen sich Corona-Infizierte frühzeitig identifizieren und isolieren, was dazu beitragen kann, dass die Pandemie eingedämmt werden kann.

Fazit: nVidia ist ein Krisen-Gewinner

Keine Frage, die nVidia-Aktie ist ein Krisen-Gewinner und profitiert durch seine Chip-Lösungen von der der aktuellen Situation. Doch die nVidia-Aktie ist auch für langfristig orientierte Anleger einen näheren Blick wert.

Der Grund hierfür ist, dass nVidia die Basis für viele KI-Anwendungen der Zukunft liefert. Erst jüngst hat nVidia mit Ampere eine neue Grafikchip-Architektur präsentiert, welche den Vorläufer Volta ablöst. Das Besondere an Ampere: Es werden neue Datentypen (Tensor Float 32, Floating Point 64 etc.) unterstützt, wodurch Simulationen und Daten-Modelle mit besonderer Präzession trainiert werden können. Durch neue Techniken wie Automatic Mixed Precision können Forscher künftig doppelt so viel Leistung aus den Chips herausholen.

Nach dem massiven Kursanstieg in den letzten Wochen gilt die nVidia-Aktie als überkauft. Zudem ist die nVidia-Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 45 für das laufende Fiskaljahr nicht wirklich günstig. Interessierte Anleger sollten daher eine Konsolidierung abwarten und nicht zu Höchstkursen kaufen.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands