Offshore: Wenn Geldanlagen zur Abenteuerreise werden

Die Welt der Geldanlagen ist mitunter irritierend. Einerseits bemühen sich Gesetze um Transparenz und Anlegerschutz im Detail. Auf der übergeordneten Ebene jedoch hapert es oft gewaltig. Allein wenn es darum geht, Produkte oder Anlageformen auf Anhieb begrifflich klar zugeordnet zu finden.

Offshore Kapitalanlage mit vielen Facetten

Wer sich etwa für eine Offshore Kapitalanlage interessiert, entdeckt im Internet alles Mögliche: Windanlagen, Schiffsfonds, Unternehmensbeteiligungen im Ausland sowie Konten, Firmenkonstrukte und Briefkastenfirmen in Übersee. Die eine Offshore Kapitalanlage gibt es nicht. Selbst der Begriff Offshore wird unterschiedlich verstanden. Entscheidend ist das persönliche Anlageziel.

Eine Offshore Kapitalanlage kann verschiedene Interessen bedienen: saubere Energie und Rendite oder mehr den Bereich Steuersparmodell und Anonymität. Im ersten Fall geht es eher um Projekte auf hoher See. Der zweite betrifft Länder, außerhalb des eigenen Steuerbereichs, die zudem nicht den hiesigen Bank- oder Kapitalanlagerichtlinien wie OGAW bzw. UCITS etc. unterliegen.

Offshore Windparks

Offshore Windparks gehören zum populären Bereich Erneuerbare Energien und zum subventionierten Energiewendeplan der Regierung. Zwei Windparks in der Nord- und Ostsee sind in Betrieb, weitere sollen folgen. Als Zukunftsinvestment beworben versprechen Beteiligungen um die 9 % Rendite. Das Problem: Der vielfach unausgereifte Bereich unterliegt noch technischen und strukturellen Schwächen.

Nach einer Reihe von Pleiten mussten zuletzt auch Anleger der Erneuerbare Energieversorgung AG (EEV) Verluste wegstecken und klagten wegen Kapitalanlagebetrugs. Der Windpark steht offenbar in militärischem Übungsgebiet. War es hier ein Planungsfehler, so besteht generell das Risiko unkalkulierbarer Rahmenbedingungen.

Stehen etwa die Einspeisevergütungen für Ökostrom und Durchleitungsgebühren nach einem Regierungswechsel oder Gerichtsurteil plötzlich infrage, läuft das Investment aus dem Ruder. Dies ist einer der Gründe, wenn sich institutionelle Investoren zurückhalten. In den USA jedenfalls scheint sich mit Trump der politische Wind von den Ökorotoren wegzudrehen.


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Ölplattformen und Versorgungsschiffe

Vielleicht könnte ja eine Renaissance der Ölförderung in den USA einer anderen Anlegergruppe helfen, die mit Offshore Fonds in raue See gerieten. Gemeint sind Beteiligungen an Öl- und Gasplattformen und vor allem den Versorgungsschiffen. Dieses Investment, das lange den Ölkonzernen vorbehalten war, lockte mit hohen Renditen.

Doch mit dem Ölpreisverfall fuhren die Betreiber ihre Aktivitäten zurück, die Schiffe lagen vor Anker und die Fonds funkten SOS. Betroffen sind unter anderem Anleger von Nordcapital Offshore. Auch hier wird geklagt. Die Chancen stehen deshalb gut, weil im Prospekt offenbar der Hinweis auf die Risiken sowie interne Rückvergütungen (Kick-Backs) fehlte.

Ferne Finanzplätze mit Risiko

Produkte mit überdurchschnittlichen Erträgen locken auch an Offshore Finanzplätzen rund um die Welt. Dabei geht es nicht nur um ferne Länder und Inseln. Aus europäischer Sicht sind es auch Standorte vor der Haustür, nur eben außerhalb der EU. Die Hauptkennzeichen sind niedrige Steuern und eine geringe Finanzmarktregulierung mit mehr Anlagevarianten. Bei stabilen politischen Systemen und Rechtsstrukturen ist in der Regel vor Ort viel internationales Kapital konzentriert.

Allerdings sind die hohen Renditechancen mit Risiken verbunden, die bei Fonds nach EU-Regeln geringer sind. Zum Beispiel das Insolvenzrisiko des Anbieters oder der teils hohe Einsatz von Fremdkapital. Außerdem sind bei Offshore-Fonds häufig die Verwaltungskosten höher.

Vertreibung aus dem Steuerparadies

Nun kommt noch ein weiteres Risiko hinzu: Die meisten der bisherigen Steuerparadiese haben ein OECD Abkommen zum automatischen Datenaustausch unterschrieben. Ab 2017 kennt auch das deutsche Finanzamt diese Depots samt Gutschriften. Die Anonymität schwindet und mogeln wird zum Glück schwieriger.

Schwerer wird es damit auch für jeden, der sein mehr oder weniger korrekt versteuertes Vermögen in der Ferne in Sicherheit bringen will. Der zunehmende Transparenzdruck wirkt in alle Richtungen. Das betrifft Bankkonten ähnlich wie Unternehmensbeteiligungen, Stiftungen oder Briefkastenfirmen.

Je nach Anlageziel und persönlicher Vorgeschichte gibt es auch weiterhin Gestaltungsvarianten, doch im Gestrüpp internationaler Abkommen sollte man sich mit kompetenten Beratern besprechen. Agenturen haben vom Steuerrecht meist keine Ahnung.

Wenn es aber darum geht, dass heikle Offshore Kapitalanlagen aufzufliegen drohen, ist ohnehin ein Fachanwalt für Steuerstrafrecht gefragt. Abgesehen davon: Je nach Land lassen sich Kapitalanlagen von Deutschland aus nur mit viel Risiko steuern. Kommt es zu Unregelmäßigkeiten, sieht man sein Geld unter Umständen nicht wieder.


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8. Februar 2017

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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