Online-Gaming in der Bundesliga: eSport als großes Geschäft

Vor 10 Jahren hätte sich das noch niemand vorstellen mögen: Statt die Bewegungsfreude ihrer Mitglieder zu fördern, bauen einige Bundesliga-Klubs Abteilungen auf, bei denen Wettkämpfe (im Sitzen) am Computer ausgetragen werden. Was sich wie ein Widerspruch anfühlt, ist bereits Realität. In manchen Bundesliga-Vereinen wird eSport betrieben.

Was ist eSport? Unter eSport versteht man das Spielen unter Wettbewerbsbedingungen von Video- oder Computergames. Und zwar unabhängig davon, welche Plattform oder welches Spielgenre (Strategie- oder Fanatasyspiel, Shooter oder Sportsgame) verwendet wird. Als eSportler wird bezeichnet, wer sich regelmäßig mit anderen Spielern misst. Und es geht um viel Geld.

Bundesliga: Wo findet bereits eSport statt?

Der FC Schalke 04 und der VfL Wolfsburg haben bereits eigene Abteilungen für eSport. Bei anderen Klubs wie der TSG Hoffenheim, dem FC Ingolstadt und dem HSV sind die Planungen einer Sparte für Online Gaming weit fortgeschritten. Vereine wie Borussia Mönchengladbach oder Bayern München haben zumindest Interesse angemeldet.

Bei anderen Bundesligisten ist das Thema eSports aus sehr unterschiedlichen Gründen nicht auf Platz 1 der Prioritätenliste. Klubs wie der FC Augsburg, der FC Freiburg oder Borussia Dortmund haben sich deutlich gegen ein Engagement mit den Online Zockern ausgesprochen. Sie möchten stattdessen, dass sich „die Kids selbst zum Kicken bewegen“.

Allerdings haben sich die Preisgelder für den Gewinn großer Online Gaming Turniere und deren Besucherzahlen längst als bundesligatauglich erwiesen. Denn professionelles Online Gaming ist ein schnell wachsender Markt. Das bisherige Rekord-Preisgeld in Höhe von 18 Mio. US-$ gab es z.B. beim „The International“ zu gewinnen, das 2015 im US-amerikanischen Seattle stattfand.

Für professionelle deutsche Zocker sind die „ESL Meisterschaften“ das Nonplusultra. Als Disziplinen dieser Meisterschaft stehen verschiedene Online Games wie „League of Legends“, „Starcraft II“ , „Counter-Strike: Global Offensive“, „Fifa 15“ und „Hearthstone“ zur Auswahl.

Die Perspektiven von eSport in Deutschland

Während die Preisgelder in Deutschland im internationalen Vergleich noch immer hinterherhinken, sind auch diese im Steigen begriffen. Wie eines der größten Unternehmen der Branche, Tencent aus China, erklärt, sei der Markt für Gaming und eSport 22 Mrd. US-$ schwer. Und: In den kommenden 10 Jahren soll dieser Markt auf 100 Mrd. US-$ anwachsen.

Rund 400 Mio. motivierte Spieler auf dem gesamten Globus beteiligen sich bereits daran. In Deutschland diskutiert man noch darüber, ob es sich bei eSport um eine richtige Sportart handelt. Allerdings ist kaum zu leugnen, dass Wachstum und Potential auch hierzulande immens sind. Das Thema ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Zahlreiche Bundesligisten sind auf der Suche nach Wachstumsfeldern in diesen Bereichen.

7. November 2016

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.

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