Optionsscheine: Das ist die Entwicklung in 2017

Die Entwicklung 2017 ist für Optionsscheine nahezu ideal. Mit historisch niedriger Volatilität sind sie günstig und werden im Wert steigen.

Lange ging es mit dem Dax bergauf und alles deutet darauf hin, dass Aktien auch weiterhin die erste Wahl bleiben. Wer eine klare Marktmeinung hat, kann etwa mit Optionsscheinen auf die Entwicklung 2017 setzen. Abgesehen von Einzelaktien ist der deutsche Leitindex einer der beliebtesten Basiswerte für Optionsscheine.

Optionsscheine: Entwicklung in 2017 günstig

Je nach Laufzeit gilt es, den richtigen Korridor in dessen Performance zu treffen und abhängig von der Höhe des Hebels satte Gewinne einzustecken. Call-Optionsscheine zielen spekulativ auf steigende Kurse ab. Put-Optionsscheine indes sind eine Absicherung gegen Kursrücksetzer. Weil nun die saisonal schwache Sommerphase anläuft und nach der lang anhaltenden Hausse Korrekturen zu erwarten sind, stehen derzeit Puts im Vordergrund.

Interessant sind hierbei zunächst die Kosten und der künftige Wert der Optionsscheine. Die Entwicklung ist 2017 in der Hinsicht nahezu ideal – bisher zumindest. Will man sich auf das Geschäft einlassen, sollte aber nicht mehr lange gewartet werden. Noch sind die Kurse hoch und noch ist die Schwankungsstärke, die Volatilität, extrem gering.

Gerade nach der Frankreich-Wahl erreichte sie neue, langjährige Tiefstände, was sich am VDax-New ablesen lässt. Die Kurve des Volatilitäts-Index verläuft nämlich ziemlich genau umgekehrt zu der des Dax. Im März erreichte sie das tiefste Niveau seit 21 Jahren. Darauf zog sie kurz an, fiel aber erneut zurück, was bis Mitte Juni anhielt. Nun steigt sie wieder steil an. Erwartet wird eine zunehmende Volatilität.

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Mit erwarteter Schwankungsstärke steigt der Preis

Der Wendepunkt ist für die Entwicklung von Optionsscheinen bedeutend, weil sie letztlich von hohen Schwankungen leben. Weil mit zunehmender Volatilität des Basiswerts das Risiko zunimmt, steigt auch der Preis für den Schein. Wer jetzt zusteigt um sich abzusichern, kann günstig zuschlagen und schauen wie sich dessen Kurs erhöht. Je stärker der Dax als Basiswert schwankt, desto besser läuft es. Der Kurs des deutschen Leitindex selbst ist zweitrangig.

Entscheidend ist die Schwankungsstärke, und zwar als implizite Volatilität. Sie richtet sich nicht nach zurückliegenden Werten, sondern nach dem, was der Markt erwartet – ausgedrückt durch Angebot und Nachfrage. Bei der impliziten Volatilität kommen die Preise für Optionen auf Aktien bzw. den Index zum Zuge, die an der Derivatebörse Eurex gehandelt werden. Die erwartete Schwankungsbreite bezieht sich jeweils auch die nächsten 30 Tage.

Angstbarometer als Wegweiser

All das zeigt sich im genannten Volatilitäts-Index, der auch als Angstbarometer bezeichnet wird. Einen solchen gibt es eigentlich für alle gängigen Indizes wie den Eurostoxx – hier ist es der VStoxx – oder den S&P 500 in Form des VIX. Über spezielle Fonds bzw. ETFs kann man übrigens auch von ihnen profitieren. Doch Volatilität als Anlageklasse erfordert etwas Erfahrung.

Mit Blick auf die Absicherung im Dax jedenfalls bedeutet die aktuelle Konstellation mit den ausgeprägt niedrigen Werten bedeutet: Optionsscheine sind derzeit sehr günstig. Und sie dürften im Wert steigen.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.