Österreich: Aktienmarkt mit enormem Aufholpotenzial

ATX Frau Monitor RED – Wiener Boerse

Schnäppchenjäger aufgepasst: Der ATX notiert nur halb so hoch wie 2008. Das Aufholpotenzial ist entsprechend hoch. (Foto: Wiener Börse AG)

Die Aktienmärkte sind in Bewegung: Sowohl DAX als auch Dow Jones haben 2013 schon ein neues Allzeithoch erklommen.

Ganz anders sieht es in unserem Nachbarland Österreich aus. Der österreichische Leitindex ATX (Austrian Traded Index) immer noch bei rund 50% seines einstigen Höchststandes herum. Der liegt bei 5.010 Punkten und wurde Anfang Juli 2007 erreicht.

Kurse schlechter als die Lage

Ist die Ausgangslage in Österreich so schlecht? Das lässt sich wahrhaftig nicht behaupten. Vielmehr scheint Österreich ein vergessener Aktienmarkt zu sein, den die internationalen Großinvestoren wenig beachten. Und nicht nur die Großinvestoren.

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Jüngste Studien haben ergeben, dass auch die Österreicher selbst keine Aktienfreunde sind. Nur etwa 3% der Österreicher sind direkt in Aktien investiert, meldete jüngst die österreichische Brokerjet Bank, eine Tochter der österreichischen Bank Erste Group.

Crash 2008 immer noch nicht überwunden

Der ATX stieg bis zum Wendepunkt 2007/2008 von 1.000 auf 5.000 Punkte. Doch dann folgte der Kurseinbruch, von dem sich der österreichische Markt bis heute nicht erholt hat. Die Wachstums-Phantasie in Osteuropa löste sich in Luft auf (viele Hoffnungen waren übertrieben) und die Pleite der US-Bank Lehman Brothers sorgte für einen Crash der Finanzwerte.

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Da der ATX drei Finanzwerte als Schwergewichte hatte (die Banken Erste Group und Raiffeisen International und die Versicherung VIG) wurde der ATX voll erwischt. Im Crash-Jahr 2008 verlor der ATX über 60% an Wert.

Krise löste irrationale Ängste aus

Die Mischung aus Finanz- und Osteuropakrise löste zum Teil irrationale Ängste aus. Der amerikanische Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman stellte 2009 die These auf, dass Österreich kurz vor einer Staatspleite stehe. Andere Analysten fanden aber heraus, dass Krugman zum Teil Daten falsch interpretiert hatte. Trotzdem blieb die Pleite-Warnung blieb in den Köpfen der Anleger, US-Investoren spielen seit dieser Zeit in Österreich keine große Rolle mehr.

Aber: Das Crash-Jahr 2008 ist jetzt 5 Jahre vorbei. Die Zeit heilt viele Wunden. Die alten Ängste sollten langsam aus den Köpfen der Investoren verschwinden. Daher ist es gut möglich, dass in 5 Jahren das Jahr 2013 als neues „ATX-Wendejahr“ bezeichnet wird. Die Investoren und das Kapital kehren zurück.

Gute Voraussetzungen für Aufholjagd

Die Voraussetzungen für eine Aufholjagd sind gut: Österreich ist ein relativ stabiles Land, die Verbindungen nach Osteuropa sind noch immer sehr gut und – 5 Jahre nach der Lehman-Pleite – kann man feststellen, dass sich die österreichischen Banken wacker geschlagen haben. Ein Risikoabschlag ist nicht gerechtfertigt.

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Die Frage ist jetzt: Wann bemerken die großen Investoren, dass die Chancen am österreichischen Aktienmarkt größer sind als die Risiken?

In dieser Situation könnte sogar ein Anstoß aus Deutschland helfen. Der DAX. Wenn der deutsche Leitindex DAX neue Höchststände erreicht, werden einige Investoren auf die Nachbarländer schauen, ob es da noch „Schnäppchen“ gibt. In Österreich werden sie auf jeden Fall fündig.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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