Palantir Aktie: Ein Geheim-Unternehmen geht an die Börse

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Was steckt hinter dem Börsengang des "Geheim-Unternehmens" Palantir, das bereits mit bis zu 40 Mrd. US-$ bewertet wird? (Foto: Michael Vi / shutterstock.com)

Das US-Unternehmen Palantir Technologies hat erst jüngst einen Mega-Auftrag im Wert von bis zu 800 Mio. US-$ von der US-Armee erhalten. Es ist bis dato einer der größten Aufträge überhaupt für den US-Datenanalysespezialisten.

Interessant für Anleger: Palantir will offenbar im zweiten Halbjahr 2019 an die Börse und hat bereits Gespräche mit den Investmentbanken Morgan Stanley und Credit Suisse über eine mögliche Begleitung beim Börsengang geführt. Beobachter an der Wall Street taxieren den aktuellen Unternehmenswert von Palantir auf 30 bis 40 Mrd. US-$ – doch was steckt hinter dem Unternehmen?

Palantir Aktie und Börsengang – Was steckt hinter dem Unternehmen?

Palantir Technologies wurde bereits im Jahr 2004 im kalifornischen Palo Alto gegründet. Als Mitgründer fungierte unter anderem Star-Investor Peter Thiel. Geführt wird das US-Softwarehaus, dass sich auf die Analyse großer Datenmengen (Big Data) spezialisiert hat, von Alex Karp.

Palantir gilt als eine der geheimnisvollsten Unternehmen im Silicon Valley, denn weder ist bekannt, wo genau die 2.000 Mitarbeiter des Unternehmens arbeiten, noch an welchem Projekten die Angestellten der Firma gerade forschen.

Bekannt sind lediglich die 2 Hauptprodukte des Unternehmens: Palantir Gothem und Palantir Foundry. Mit Palantir Gothem sollen sich sämtliche Firmendaten analysieren und überwachen lassen. Mit Palantir Foundry sollen Kunden Daten besser integrieren und miteinander verknüpfen können.

Palantir bietet seine Analyselösungen für viele Industriezweige an. Die Palantir-Produkte lassen sich sowohl in der IT-, Finanz-, Automobil- als auch in der Pharma-Industrie einsetzen. Auch das US-Verteidigungsministerium bzw. Militär setzt auf die Lösungen von Palantir.

Palantir in Zahlen – Gewinne lassen auf sich warten

Palantir soll im Jahr 2018 nach Angaben eines Managers knapp 1 Mrd. US-$ umgesetzt haben, nach Erlösen von 750 Mio. US-$ in 2017. Rund die Hälfte des Palantir-Umsatzes kommt noch von Regierungsbehörden wie dem Verteidigungsministerium.

Allerdings betreut Palantir inzwischen auch viele Privatunternehmen wie Airbus, Merck oder den Auto-Hersteller Fiat Chrysler. Palantir versucht seit geraumer Zeit, sein Geschäft vom Staat hin zu mehr Geschäftskunden zu verlagern. Der Plan ist, dass dieses Geschäft künftig für mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes verantwortlich zeichnet. Trotz des starken Wachstums in den letzten Jahren gilt Palantir nach wie vor als defizitär.

Fazit: Der Hype um den Palantir Börsengang ist groß, Anleger sollten vorsichtig bleiben

Noch steht nicht fest, ob Palantir schon in 2019 an die Börse kommt. Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass sich der Börsengang von Palantir auf 2020 verzögern wird. Das Unternehmen versucht sein Finanz- und Vertriebswesen weiter zu verstärken, heißt es aus der Branche.

Wall Street Insider monieren zudem, dass Palantir zu viel Geld ausgibt und die Kosten senken muss, damit das Unternehmen für Anleger und Investoren wirklich interessant wird. Palantir verzeichnet zwar wiederkehrende Umsätze aus langlaufenden Verträgen, allerdings sind diese Verträge oft an Testphasen mit komplexen Performance-Boni geknüpft. Daher bleibt abzuwarten, ob und wann Palantir nachhaltig Gewinne erwirtschaften kann.

Unter dem Strich dürfte mit Palantir ein weiteres interessantes IT-Unternehmen an die Börse kommen, dass vom Mega-Trend Big Data profitiert. Anleger sollten jedoch die Bewertung von Palantir im Auge behalten, denn die Börsengänge von Lyft und Uber haben gezeigt, dass der Hype nicht automatisch zu höheren Kursen nach dem Sprung aufs Börsenparkett führt.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands