Peak Gold: Dieses Risiko sollten Sie kennen

Rohstoffe sind endlich. Das klingt wie eine Binsenweisheit, und doch habe ich heute immer wieder das Gefühl, als ob dieser […] (Foto: Billion Photos / Shutterstock.com)

Rohstoffe sind endlich. Das klingt wie eine Binsenweisheit, und doch habe ich heute immer wieder das Gefühl, als ob dieser Gedanke bei der Betrachtung der Rohstoffmärkte keine Rolle spielt.

Ohne Frage sind in den 10 Jahren zwischen 2007 und 2017 die größten Investitionen im Rohstoff-Sektor aller Zeiten vorgenommen worden.

Doch gerade bei den Edelmetallen hat sich das kaum in höheren Produktionsmengen niedergeschlagen.

“Peak Gold” voraus

Aber nach Ansicht einiger Experten wird es in Zukunft sogar noch schlimmer, denn es steht uns hier eine klare Trendwende bevor. Das Stichwort lautet hier: „Peak Gold“.

Bislang tauchte die Peak-Diskussion hauptsächlich in Bezug auf Öl auf. Die Idee dahinter:

Durch den massiven Verbrauch und wenige neue große Ölfelder und nachlassende Produktionsmengen auf vielen älteren Ölfeldern wird die globale Ölproduktion schon bald das Produktions-Maximum erreichen.

Beim Gold sieht es ähnlich aus. Darauf hat 2016 immerhin schon Chuck Jeannes, der CEO von Goldcorp, in einem Interview hingewiesen.

Das liegt gleich an verschiedenen Faktoren:

So fehlen zunächst einmal die wirklich großen Neuentdeckungen im Goldsektor. (Wirklich groß sind Vorkommen mit einer Größe von 10 Mio. Unzen und mehr.)

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Geringe Investitionen bedeuten wenige neue Vorkommen

Trotz der großen Anstrengungen werden kaum noch neue große Vorkommen entdeckt. Das wird sich auch so bald nicht ändern.

Zwischen 2011 und Anfang 2016 hatten wir massiv fallende Edelmetall-Preise. Diese schwache Entwicklung hatte bei den Edelmetallen zu massiven Kürzungen auch bei den Explorations-Ausgaben geführt.

Insofern ist es auch eher unwahrscheinlich, dass bald neue große Vorkommen bei den Edelmetallen entdeckt und dann auch entwickelt werden.

Es fehlt schlicht und einfach am notwendigen Kapital dafür – auch wenn sich die Lage aktuell wieder leicht verbessert.

Minenbau ist vielschichtiges Problem

Aber das ungeheure Kapital-Aufkommen ist nur ein Problem für den Bau der Mine. Hinzu kommen oft noch Probleme mit den erforderlichen nationalen Genehmigungen und den lokalen Anwohnern.

Große Rohstoff-Projekte hinterlassen in der Natur auch große Spuren – und das gilt sowohl für Minen als auch für den Tagebau.

Bei so vielen Belastungs-Faktoren wird es für Unternehmen auch immer schwieriger diese Mega-Projekte tatsächlich zu finanzieren.

Das wird mittel- bis langfristig massive Folgen für die globale Goldproduktion haben. Wir müssen uns hier auf niedrigere Produktionsmengen einstellen.

Die Frage ist allerdings, ob wir aktuell (Stand: April 2017) schon den Förder-Höhepunkt, also den Peak, erreicht haben? Das wird sich erst in der Rückschau in einigen Jahren klar beantworten lassen.


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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.