Peloton Aktie: Börsengang wohl noch in 2019

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Peloton drängt an die Börse. Was können Anleger vom neuen Star der Fitness-Szene erwarten? (Foto: BobNoah / shutterstock.com)

In den USA steht in diesem Jahr womöglich noch ein weiterer aufregender Börsengang vor der Tür. Der amerikanische Fitness-Star Peloton Interactive hat im Juni heimlich Unterlagen für einen Börsengang eingereicht.

Peloton hat bis dato über 900 Mio. US-$ an Venture-Kapital einsammeln können. In der letzten Finanzierungsrunde wurde das US-Unternehmen mit über 4 Mrd. US-$ bewertet. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass Peloton beim Börsengang später dann eine Bewertung von 8 Mrd. US-$ erreichen könnte.

Viele Anleger fragen sich natürlich, ob sich ein Einstieg in die Peloton Aktie lohnen könnte und was hinter dem Unternehmen steckt. Dazu ein Blick auf das Unternehmen.

Peloton Börsengang – Was steckt hinter dem Unternehmen?

Peloton Interactive wurde im Jahr 2012 von einem jungen Team (Graham Stanton, Hisao Kushi, John Foley, Tom Cortese, Yony Feng) mit dem Ziel gegründet, ein neues Fitness-Konzept zu etablieren.

Peloton verkaufte zunächst Heimtrainer und Laufbänder mit Ergometer und Computer, mit dem sich Zuhause Trainingseinheiten (Workouts, Bootcamps) absolvieren lassen. Die mit einem Display ausgestatteten Heimtrainer kosten zwischen 2.200 und 4.300 US-Dollar.

Inzwischen bietet Peloton auch einen kostenpflichtigen Abo-Service (39 US-$ pro Monat) an. Mitglieder erhalten dabei Zugriff auf Video-Trainingseinheiten und können Wettbewerbe mit anderen Peloton-Mitgliedern austragen. Daneben sind auch Yoga- und Meditationskurse für 19,49 US-$ im Monat verfügbar.

Laut Firmenmitgründer und Firmenchef John Foley hat Peloton derzeit rund 500.000 zahlende Mitglieder. Foley sieht sein Unternehmen nicht nur als Hardware-Hersteller, sondern eher als Medien-Firma, das sein Wachstum durch das Abo-Geschäft finanziert.

Peloton Aktie – Wie verdient das Unternehmen sein Geld?

Seit 2014 hat Peloton mehr als 400.000 Heimtrainer und Laufbänder verkauft. Einen wachsenden Umsatzanteil stellen jedoch die monatlichen Abo-Einnahmen dar, die dem Unternehmen einen stabilen Cashflow bescheren.

Zur wachsenden Community gehören prominente Persönlichkeiten wie der Schauspieler Hugh Jackman, der Sprint-Star Usain Bolt und der Milliardär Richard Branson.

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Im vergangenen Fiskaljahr 2019, das im Februar endete, konnte Peloton seinen Umsatz auf etwa 700 Mio. US-$ steigern, ein Anstieg um rund 90 % gegenüber dem Vorjahr (370 Mio. US-$). In diesem Jahr rechnet der Marktforscher IBISWorld damit, dass Peloton seinen Umsatz auf knapp 1 Mrd. US-$ steigern kann. Die Analysten schreiben Peloton derzeit schon einen Marktanteil von 6,2 % des Fitness-Marktes in den USA zu.

Peloton galt bislang als profitabel, dennoch erwarten Marktbeobachter in diesem Jahr Verluste, nachdem das Unternehmen mehr Geld in die Produktion und das Wachstum (Marketing) investiert.

Peloton will auch in Deutschland Fuß fassen

Peloton war bislang hauptsächlich in den USA, Kanada und England aktiv. Aktuell errichtet das Unternehmen gerade ein neues 35.000 Quadratmeter großes Studio in Manhattan, wo das Unternehmen Fitness-Kurse anbieten will.

Im Mai 2019 kündigte Peloton eine Expansion nach Deutschland an. Schon Ende des Jahres will der Fitness-Star auch hierzulande entsprechende Kurse in deutscher Sprache anbieten. Deutschland ist der größte Fitness-Markt in Europa, sind hierzulande etwa 10 Mio. Menschen in Fitness-Studios eingeschrieben.

Fazit: Mit Peloton kommt eine interessante Fitness-Aktie an die Börse

Peloton hat in den vergangenen Jahren ein fulminantes Wachstum hingelegt. Das Unternehmen profitiert dabei vom Trend zum sozialen Miteinander, der auch im Fitness-Bereich immer mehr Einzug hält.

Das heißt, die Menschen wollen nicht mehr allein im stillen Kämmerlein trainieren, sondern sich mit Gleichgesinnten über das Internet und das integrierte Display vernetzen. Der Kunde kann sich über Peloton den Fitness-Lehrer quasi über das Internet ins Haus holen und zwar zu jeder Zeit, ohne Termindruck.

Auch wenn das Konzept von Peloton vielversprechend ist und das Wachstum stimmt, sollten Anleger gewarnt sein. Zum einen hat der Fitness-Boom diverse Konkurrenten auf den Plan gerufen, denn Flywheel und SoulCycle bieten ähnliche Services an. Auch Fitness Apps wie Sweat bieten das „Social Network Feeling“ für weniger als 120 US-$ pro Jahr.

Zum anderen ist Peloton auch ein Hardware-Hersteller und muss sich als solcher mit den Marktgegebenheiten (Billig-Konkurrenz, sinkende Gewinnmargen etc.) auseinandersetzen. Aktien anderer Hardware-Hersteller wie GoPro und Fitbit haben sich nach dem Börsengang schwach entwickelt und sind um über 80 % gefallen. Diese Risiken sollten Anleger stets beachten, wenn sie in eine Aktie wie Peloton direkt nach dem Börsengang investieren.


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Mittermeier neu
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands