Pepsi und Coke – Das Geschäft mit der Kultbrause

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Coca-Cola- oder PepsiCo Aktie? Beide Unternehmen bieten solide Perspektiven. PepsiCo ist breiter aufgestellt. Coca-Cola wird profitabler (Foto: Katherine Welles / shutterstock.com)

Gegessen und getrunken wird immer. Deswegen haben große Nahrungsmittelhersteller wie Nestlé oder McDonalds immer Konjunktur – genauso wie Coca-Cola. Doch der Getränkeriese hat einen alten Rivalen, der meist erst an zweiter Stelle genannt wird: Pepsi, genauer PepsiCo. Zu unrecht. Es gibt keinen Grund, für die PepsiCo-Aktie, sich hinter Coca-Cola zu verstecke. im Gegenteil.

Coca- Cola- vs. PepsiCo-Aktie

Doch was ist nun spannender? Die Coca-Cola- oder PepsiCo-Aktie? Obwohl Coca- Cola vom Image her landläufig als Leitprodukt gilt, haben beide Marken seit Jahrzehnten eine eingeschworene Fangemeinde. Sowohl bei den Konsumenten, als auch unter Anlegern.

Das Urprodukt ist Coca-Cola. Pepsi kam ums Jahr 1900 als eines von etlichen Nachahmerprodukten auf, von denen es sich als einziges halten konnte und zum ebenbürtigen Rivalen aufstieg. In den 1980er Jahren verabschiedete es sich vom Image einer Billigmarke. Zuvor hatte es einen regelrechten Coca-Cola-Krieg gegeben, der sich bis in die Politik auswirkte.

Die Marken wurden zum Politikum

Traditionell unterstützen die Demokraten Coca- Cola, die Republikaner Pepsi. Richard Nixon verhalf Pepsi zum Markt in der Sowjetunion. Jimmy Carter öffnete Coca-Cola den Weg nach China. Seitdem sind beide weltweit vertreten und teilen sich die Märkte mit Schwerpunkten untereinander auf. Zudem vermarkten beide Unternehmen weitere Getränkemarken, die es zum Teil nur in bestimmten Regionen gibt.

Von PepsiCo sind hierzulande etwa Punica oder Schwipp-Schwapp bekannt, von der Coca-Cola Company Fanta oder Sprite. Nach über 100 Jahren Konkurrenzgeschichte überholte PepsiCo 2005 Coca-Cola im Marktwert.

Zudem wurde durch Firmenübernahmen das Portfolio breiter. PepsiCo verdient heute mehr Geld mit Lebensmitteln wie Snacks der Marke Frito-Lay oder Quaker Oats als mit Getränken und behautet sich damit gegen Konkurrenten wie Kraft Foods.

Starker Dollar bremst Geschäfte

Coca-Cola indes blieb ein reines Getränkeunternehmen und ist weniger breit aufgestellt, dafür aber profitabler und geringer verschuldet. Das spricht für die Coca-Cola-Aktie. Die PepsiCo-Aktie hat außerdem eine deutlich geringere Dividendenrendite und ist im Frankfurter Handel mit 40 € bzw. 45 US-$ nicht mal halb so teuer. Die Aktie des Konkurrenten notiert bei 105 € bzw. 117 US-$.

Dafür brachte PepsiCo auf fünf Jahre mit über 92% eine zweieinhalb Mal so hohe Performance wie die Coca-Cola-Aktie – über die letzten zwölf Monate sogar 16,61%, das Cola-Papier nur 1,59%. Die Coca-Cola-Aktie hinkt klar hinterher, auch im Vergleich zur Entwicklung des S&P 500, in dem beide Papiere gelistet sind.

Auch beim Gewinn pro Aktie steht die PepsiCo-Aktie bezogen auf 2016 mit 4,85 US-$ besser da als das Cola-Papier mit 1,91 US-$. Für die Zukunft sind beide Konzerne gut gerüstet.

Dem Management gelingt es seit Längerem, mit neuen Marken Kunden anzuziehen und Antworten auf das gestiegene Gesundheitsbewusstsein zu geben. Die zuckerige Klassikerbrause ist nicht mehr ganz so gefragt.

Dass die Umsätze im letzten Jahr stagnierten bzw. bei Coca-Cola leicht zurückgingen, ist nicht als schlechtes Zeichen für die Zukunft zu verstehen. Zum Teil spielen Verschiebungen in bestimmten Weltregionen und der starke Dollar eine Rolle.

Coca-Cola mit höherer Ausschüttung

Coca-Cola ist zwar weniger breit aufgestellt, hat aber einige Marken in der Pipeline, die es bislang nur in wenigen Ländern gibt und mit denen es expandieren kann. Zum Beispiel aus dem Bereich Tee, Kaffee und Wasser.

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US-Getränkeriese PepsiCo kauft SodastreamDie beiden Getränkeriesen PepsiCo und Coca-Cola befinden sich aktuell im Umbau. PepsiCo kauft Sodastream und setzt damit mehr auf kalorienarme Produkte. › mehr lesen

In der Hinsicht hat PepsiCo mit seiner Lebensmittelsparte etwas mehr Spielraum. Was Coca-Cola zusätzlich belastet, ist der Konzernumbau. Das Abfüllgeschäft wird nach und nach verkauft, weil es vergleichsweise niedrige Margen bringt.

Da es bisher 40% der Konzernsumsätze ausmacht, ist einstweilen mit Eintrübungen bei den Zahlen zu rechnen. Ziel aber ist es, sich auf das hochprofitable Kerngeschäft zu beschränken.

Bis dahin kann PepsiCo im ruhigeren Fahrwasser expandieren. Vor dem Hintergrund dürfte die Coca-Cola-Aktie zwischendurch eher etwas nachgeben, was die Möglichkeit zum günstigen Wiedereinstieg bieten könnte.

Für Dividendenfreunde ist sie mit einer Rendite von 3,25% attraktiver als PepsiCo mit 2,65%. Die Ausschüttungsquote bei Coca-Cola beträgt 92%, bei PepsiCo nur 67%.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.