Invest Messe Stuttgart, von 05. bis 06. April 2019

Pinterest Börsengang: Das müssen Anleger wissen

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Pinnwand-Star Pinterest wagt den Sprung an die Börse. Ist die Aktie für Anleger interessant? (Foto: Happy Zoe / shutterstock.com)

In wenigen Monaten wartet ein weiterer spannender Börsengang auf die Anleger, denn die Online-Pinnwandseite Pinterest hat Unterlagen für einen Börsengang bei der US-Börsenaufsicht eingereicht. Wie das Wall Street Journal berichtet, soll der Börsengang im Juni 2019 stattfinden.

Als Manager für den Börsengang hat sich Pinterest offenbar für Goldman Sachs und JPMorgan Chase entschieden, wobei das soziale Fotonetzwerk eine Bewertung von rund 12 Mrd. US-$ anstrebt. Durch den nahenden Börsengang hofft Pinterest Mittel in Höhe von 1,5 Mrd. US-$ aufnehmen zu können, heißt es in US-Medien.

Viele Anleger fragen sich nun, wie Pinterest sein Geld verdient und ob sich eine Teilnahme am Börsengang bzw. ein späterer Kauf der Pinterest-Aktie lohnt?

Pinterest vor Börsengang – Das sollten Anleger über das Unternehmen wissen

Pinterest mit Hauptsitz in San Francisco wurde bereits im Jahr 2010 von Ben Silbermann, Paul Sciarra und Evan Sharp gegründet. Pinterest-Mitgründer Ben Silbermann führt das Unternehmen mit über 500 Mitarbeitern als Firmenchef.

Die Webseite von Pinterest fungiert als eine Art Foto-Pinnwand, auf der Nutzer Bilder anheften können – damit fungiert die Plattform de facto als Foto-Suchmaschine. Konkret können Nutzer auf Pinterest neue Einrichtungsideen, Rezepte, Mode, Schmuck-Design und vieles mehr entdecken.

Auf Pinterest wurden bereits mehr als 175 Mrd. Fotos (Pins) angeheftet, wobei die Seite mehr als 250 Mio. Nutzer im Monat verzeichnet.

So verdient Pinterest sein Geld

Pinterest verdient sein Geld vornehmlich über die Platzierung von Werbeanzeigen auf der Webseite neben den Fotos (Pins). Unternehmen können dabei sogenannte Promoted Pins buchen – dabei handelt es sich um Fotos bzw. Pins, für die Unternehmen bezahlen.

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März 2017: Auf diese Aktien setzt Top-Investor David TepperDie 3 größten Aktien-Positionen des US-amerikanischen Top-Investors David Tepper sind in diesem Beitrag übersichtlich zusammengestellt: › mehr lesen

Daneben hat Pinterest erste Schritte in Richtung E-Commerce unternommen, womit die Seite nicht nur als Werbe-, sondern auch als Shopping-Plattform dient. Vielversprechend scheint dabei die automatisierte „Shop the Look“ Funktion, die Kunden den Kauf von Produkten von Pinterest-Partnern erlaubt. Die „Shop the Look“ Funktion nutzt künstliche Intelligenz (KI), um Objekte innerhalb von Fotos zu erkennen, die Pinterest-Partner gerade auf Lager oder im Angebot haben.

Die Geschäftsentwicklung von Pinterest

Im Geschäftsjahr 2017 hat Pinterest bereits einen Umsatz von rund 500 Mio. US-$ erzielt, im Jahr 2018 dürfte sich diese Zahl nahezu verdoppelt haben. Denn Branchen-Insider gehen von einem Umsatz von knapp 1 Mrd. US-$ im Jahr 2018 aus.

Das Pinterest-Geschäft gilt zwar noch als defizitär, allerdings erwarten Analysten auch im Jahr 2020 ein hohes zweistelliges Umsatzwachstum bei Pinterest.

Fazit: Mit Pinterest kommt ein interessantes Unternehmen an die Börse

Auch wenn die Konditionen des Pinterest-Börsengangs noch nicht fix sind, steht doch fest, dass mit Pinterest ein weiteres interessantes Unternehmen aus dem Bereich soziale Medien an die Börse kommt.

Allerdings müssen Anleger beachten, dass Pinterest noch ein vergleichsweise junges Unternehmen ist und auch in den nächsten Jahren noch in sein eigenes Wachstum investieren wird. Gelingt es Pinterest, den durchschnittlichen Umsatz pro Nutzer – der aktuell bei etwa 3,0 US-$ liegt – auf das Niveau von Twitter (7,8 US-$/Nutzer) zu heben, sind deutlich höhere Bewertungen möglich.

Dennoch sollten Anleger auch beachten, dass sich Pinterest einem harten Wettbewerb gegenübersieht. Pinterest konkurriert mit dem Angebot der Facebook-Tochter Instagram, einer Plattform, auf der Anwender Fotos teilen können. Auch die Suchmaschine Google versucht sich ein Stück vom Kuchen abzuschneiden und hat seine Bildersuche weiter optimiert.

Pinterest wird daher auch nach dem Börsengang nur eine Aktie für spekulativ orientierte Anleger bleiben, die an steigende Nutzerzahlen und damit an eine höhere Bewertung glauben.


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Mittermeier neu
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands