Politische Abrechnungen und späte Eingeständnisse

Die Bürger – und damit wohl auch Sie – sind immer mehr von der Politik enttäuscht.

Das liegt zum einen daran, dass die Volksvertreter Sie an Ihren Entscheidungen nicht beteiligen.

Und zum anderen liegt’s daran, dass Ihr Wohlstand und Ihr Vermögen gerade durch diese Entscheidungen immer mehr gefährdet werden.

Zwangsläufig führt das im Endeffektzu Vertrauens-Verlust.

Die politische Abrechnung

Hinzu kommt auch noch, dass sich Politiker gegenseitig die Schuld für diese Miesere zuschieben, so z. B. im Frühjahr 2013:

Damals gab CDU-Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zwar eine Mitverantwortung an der globalen Finanz- und Schuldenkrise zu.

Gleichzeitig rechnete er aber auch mit den damaligen SPD-Finanzministern Hans Eichel und Peer Steinbrück ab.

Lesen Sie weiter und wir verraten Ihnen, wie.

Die Schuld an der Finanzkrise wird hin- und hergeschoben

Auf die rasanten Finanzmarkt-Entwicklungen und die Zunahme von komplexen Finanz-Produkten hätte man nicht rechtzeitig reagiert, so Schäuble.

Ebenfalls seien die bestehenden Risiken systematisch unterschätzt worden.

„Es wurde die Erkenntnis missachtet, dass auch die Finanzmärkte – wie alle Märkte – einen ordnenden Rahmen brauchen, um gesellschaftlichen Nutzen zu stiften“, meinte Schäuble weiter.

Der finanzpolitische Sprecher der FDP, Volker Wissing, sprach über Steinbrücks verlogene Geschichts-Fälschung.

Natürlich konterte Steinbrück mit dem Vorwurf einer laschen Regulierungs-Politik der damaligen schwarz-gelben Koalition.

Kalkulierte Politik?

An diesem Beispielen sehen Sie genau das, was auch heute noch gang und gäbe ist:

Was Sie von Ihren gewählten Volksvertretern medial vorgesetzt bekommen, ist – gelinde ausgedrückt – Einheitsbrei; nebulös und widersprüchlich.

Der niederländische Schriftsteller Cees Nooteboom fragte zu Recht einmal Folgendes:

ob die Schwenks in den politischen Entscheidungen Angela Merkels „kalkulierte Politik oder ein Schwimmen mit den meteorologischen Strömungen des politischen Augenblicks“ seien.

Besser kann man es wohl nicht ausdrücken.

So werden Sie für dumm verkauft

Schon längst haben die Bürger den Überblick verloren; können den widersprüchlichen und komplexen Krisen-Debatten oft nicht mehr folgen.

Doch das ist ganz im Sinne der Politiker.

Kein Geringerer als der ehemalige Euro-Gruppen-Chef und jetzige Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, plauderte dahingehend schon vor Jahren aus dem sprichwörtlichen Nähkästchen.

Und wissen Sie, was er sagte? Halten Sie sich fest, bevor Sie weiterlesen!

Junckers unglaubliches Eingeständnis

Das verriet einem der höchsten Politiker in Brüssel, der eigentlich für Ihr Wohl sorgen sollte:

„Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert.

Wenn es kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten nicht begreifen, was da beschlossen wurde, machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“

Das ist eigentlich ein politischer Skandal, der jedoch ohne Folgen blieb.

26. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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