Prepaid-Kreditkarte für Kinder: Sinnvoll oder nicht?

Nicht nur Erwachsene kaufen Online ein, auch Kinder und Jugendliche stöbern im Netz und shoppen dort. Im Internet mit der Kreditkarte zu bezahlen ist gang und gäbe, für Kinder aufgrund eingeschränkter Kreditwürdigkeit aber schwierig. Schließlich können sie nicht einfach eine Kreditkarte beantragen, da sie über keinerlei Bonität verfügen.

Es gibt jedoch eine Möglichkeit wie auch Kinder und Jugendliche online mit Kreditkarte bezahlen können und zwar mit einer sogenannten Prepaid-Kreditkarte. Diese bietet allerdings nicht nur Vorteile und ist vor allem nicht für Kinder jeder Altersklasse geeignet.

Was ist eine Prepaid-Kreditkarte?

Prepaid steht für „vorausbezahlt“ und heißt im Falle der Kreditkarte, dass diese mit einem gewissen Betrag aufgeladen wird. Der Nutzer der Karte kann dann nicht mehr als diesen Betrag ausgeben.

Pro: Was spricht für eine Prepaid-Kreditkarte für Kinder?

Mit einer Prepaid-Kreditkarte kommen Kinder schon früh in Kontakt mit dem bargeldlosen Bezahlen. Gerade für Jugendliche kann eine Prepaid-Kreditkarte Sinn machen, wenn sie beginnen, ihre Kleidung im Internet kaufen zu wollen oder Computerspiele bei Amazon bestellen möchten. Eine Kostenfalle gibt es dabei nicht, schließlich haben Eltern zu jeder Zeit die Kontrolle über die Gesamtsumme, die das Kind ausgibt.

Eltern können ihre Kinder auf diese Weise an den Umgang mit Geld heranführen und übertragen ihren Kindern ein Stück Verantwortung. Viele Anbieter haben extra einen Jugendschutz in die Karte eingebaut, mit dem dann keine Leistungen erworben werden können, die unter den Jugendschutz fallen.

Auch auf Klassenfahrt oder während eines Auslandsaufenthaltes kann die Prepaid-Kreditkarte Sinn machen. Eltern können ihren Kindern wöchentlich ein Taschengeld auf die Karte aufladen, das diese dann im Ausland ohne Kosten abheben können.

Contra: Welche Probleme gibt es bei der Prepaid-Kreditkarte für Kinder?

Kritikpunkte bei der Prepaid-Kreditkarte für Kinder sehen Verbraucherschützer in der mangelnden Kontrolle der Eltern, über den Einkauf ihrer Schützlinge. Zwar können die Kinder beim Online Shopping nicht mehr als den vorher aufgeladenen Betrag ausgeben, der Einfluss der Eltern nimmt aber ab.

Weiterhin besteht die Gefahr, dass Kinder und Jugendliche das Gefühl für Geld nicht richtig lernen, wenn sie es nicht haptisch erfahren, sondern nur in Form von digitalen Zahlen kennen. Zwar wird bargeldloses Bezahlen immer wichtiger, dennoch verleitet es verstärkt zu Spontankäufen und kann auch im Erwachsenenleben zu Problemen mit dem Umgang mit Kreditkarten führen.

Eine eigene Kreditkarte für Kinder macht erst ab einem bestimmten Alter Sinn

Für Jugendliche, die zunehmend ein eigenes Einkaufsverhalten entwickeln, kann eine Prepaid-Kreditkarte Sinn machen. Wichtig sind in jedem Fall eine umfassende Aufklärung der Eltern und gegebenenfalls ein gemeinsames Shopping-Erlebnis, bei dem die Eltern mit ihren Kindern gemeinsam einkaufen und ihnen ein Gefühl für Geldbeträge vermitteln. Es macht Sinn, den Jugendlichen erst ein Girokonto anzulegen und sie den Umgang mit Bargeld und dem Konto üben zu lassen, bevor sie dann im nächsten Schritt eine Prepaid-Kreditkarte erhalten.

Für jüngere Kinder ist eine eigene Kreditkarte überflüssig. Sie sollten zunächst den Umgang mit ihrem Taschengeld in bar lernen und nicht bereits in jungen Jahren im Internet shoppen. Auch für den Fall einer Klassenfahrt gibt es andere Lösungen als eine Kreditkarte. Eltern könnten falsche Signale setzen, wenn sie ihre Kinder so früh schon mit einer Kreditkarte ausstatten, schließlich ist das Gefühl für Guthaben auf einer Kreditkarte gänzlich anders, als wenn man das Geld in der Hand beziehungsweise im Sparschwein hat.

Die Prepaid-Kreditkarten eignen sich nicht nur für Jugendliche

Für Selbstständige oder Freiberufler kann eine Prepaid-Kreditkarte eine gute Option sein. Schließlich erhalten sie oft nur Kreditkarten mit geringem Kreditrahmen, da der Nachweis des regelmäßigen, immer gleich hohen Einkommens nicht erbracht werden kann.

Mit der Aufladung der Kreditkarte mit beliebigen Beträgen haben Selbstständige einen flexiblen Zugang zu ihrem Geld und können ebenso im Ausland darüber verfügen oder im Netz einkaufen.

2. Oktober 2017

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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