Privatanleger profitieren von guten Renditen am Devisenmarkt

Früher war der Handel mit Devisen eher ein Mittel der Risikostreuung. Mehr und mehr Investoren sehen Währungsgeschäfte heute als eigene Anlageklasse. (Foto: cybrain / Shutterstock.com)

Mit den improvisierten Wechselstuben an den Grenzen unseres Landes zu Zeiten vor der Einführung des Euro hat der moderne Devisenhandel überhaupt nichts mehr zu tun. Auch private Investoren können heutzutage mit Devisengeschäften zufriedenstellende Gewinne erzielen.

Der technische Fortschritt hat dies ermöglicht und vereinfacht den Handel mit Devisen auch weiterhin. Wer erste Geschäfte in dieser Anlageklasse tätigen möchte, sollte gut über den Devisenhandel informiert sein. Denn die Renditen können hoch sein, aber auch die Risiken sind nicht zu unterschätzen.

Was bedeutet eigentlich Devisenhandel?

Im Unterschied zur Währung – in Form von Bargeld – sind Devisen im Ausland gültige Zahlungsmittel, die in bargeldloser Form im Umlauf sind. Devisen werden für internationale Transaktionen am Finanzmarkt benötigt und dienen der Zahlung von importierten Produkte und Dienstleistungen.

Bei den Geschäften mit Devisen gibt es keine einheitlichen Handelsplätze und damit auch keine allgemeinen Regeln. Bei dieser Form des Handels wird eine Währung gegen eine andere getauscht – z.B. € gegen US-$. Wenn Anleger also für 100 € US-$ kaufen möchten, erhalten sie bei einem vereinbarten €/US-$-Kurs von 1,117 einen Betrag von 111,70 US-$.

Bei ihren Geschäften greifen die als Devisenhändler angestellten Mitarbeiter der Banken auf ein Netzwerk zurück. Das heißt, sie erkundigen sich normalerweise bei anderen Geldinstituten, ob diese an einem Geschäft Devisen gegen Devisen interessiert sind. Für Privatanleger, die ebenfalls einen derartigen Handel eingehen möchten, stehen hierzu unterschiedliche Handelsplattformen im Internet zur Verfügung.

Devisen als Anlageklasse für Privatanleger

Während private Investoren beispielsweise beim Aktienhandel vor allem auf die weitere Entwicklung eines Unternehmens spekulieren, interessieren sich Anleger am Devisenmarkt in erster Linie für mögliche Veränderungen der Devisenkurse. Demnach ist das wichtigste Motiv für ein Devisengeschäft die Spekulation auf die Veränderung des Tauschverhältnisses eines Währungspaares.

Für das Beispiel bedeutet das: Wenn der €/US-$-Kurs innerhalb eines Jahres auf 1,00 zurückfällt und der Trader kauft seine € an diesem Zeitpunkt zurück, bekommt er für die damals erhaltenen 111,70 US-$ nun 111,70 €. Der realisierte Gewinn aus beiden Trades beläuft sich demnach auf 11,70 €.

Dollar-Index vor Schwäche

Dollar-Index vor SchwächeNach dem gestrigen Feiertag in den USA geht es heute bei uns um den US-Dollar. Warnzeichen für Dollar-Anleger Der Dollar konnte in der letzten Zeit seine Muskeln gegenüber vielen Währungen… › mehr lesen

Devisenhandel mit steigenden Handelsumsätzen

Die steigenden Handelsvolumen verdeutlichen, dass der Handel mit Devisen immer beliebter wird. Experten der Deutschen Bank stellten kürzlich fest, dass Devisen eine nur geringe Wechselbeziehung zu anderen Anlageklassen aufwiesen. Das bedeutet, dass die Abhängigkeit von Devisengeschäften beispielsweise zum Aktienmarkt sehr niedrig ist.

Das Geschäft mit Devisen ist nicht mehr nur den Profi-Tradern der Banken allein überlassen. Auch private Investoren können in dieser Anlageklasse erfolgreich sein, wenn Sie sich vorab ausreichend informieren und dabei auch die vorhandenen Risiken im Auge behalten.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.