PSA-Aktie: besser als die Konkurrenz

Die PSA-Aktie ist im Vergleich zu den deutschen Autoherstellern erheblich attraktiver. Zum jüngsten Auftrieb trug Opel überraschend bei. (Foto: r.classen / shutterstock.com)

Lange galt Opel als eine vom Aussterben bedrohte Marke. Als sie letztes Jahr zusammen mit der britischen Schwestermarke Vauxhall vom bisherigen Mutterkonzern General Motors an PSA überging, war ihr Weg mit Verlusten gepflastert.

Der Kaufpreis für Opel betrug 1,3 Mrd. Euro, für PSA bedeutete die Erweiterung der Peugeot-Citroën Familie eine Steigerung seiner Gesamtproduktion und damit den Ausbau als Nummer zwei in Europa nach VW – die PSA-Aktie legte prompt zu.

Überraschender Gewinn bei Opel/Vauxhall

Gut ein Jahr darauf machte die ohnehin gut laufende PSA-Aktie einen erneuten Satz: von 20,67 auf 25,23 Euro. Anlass waren die guten Zahlen zum ersten Halbjahr 2018. Und hier sorgte Opel für eine Überraschung: Die deutsche Marke präsentierte bei Umsätzen in Höhe von 9,95 Mrd. Euro ein Betriebsergebnis von 502 Mio. Euro. Das ist mehr als ein Drittel dessen, was sie PSA letztes Jahr gekostet hat. Und es ist der erste Gewinn seit sieben Jahren.

Opel hat rund ein Viertel zum Gesamtumsatz des französischen Autobauers beigetragen, der sich im ersten Halbjahr auf 38,6 Mrd. Euro beläuft und im Vorjahresvergleich um 40,1 % gestiegen ist. Ohne Opel wären es immerhin noch 15 % mehr gewesen. Aufs laufende Jahr gesehen dürfte sich somit der Rekord-Umsatzzuwachs von 2017 wiederholen, selbst wenn man der Vergleichbarkeit wegen Opel herausrechnet.

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Noch deutlicher wird Opels Beitrag in Höhe von fast 30 % als Anteil des Konzerngewinns von 1,7 Mrd. Euro. Der liegt 242 Mio. Euro über dem Vorjahreswert. Kurzum: Die Übernahme von Opel hat sich bisher gelohnt: Der PSA-Konzern konnte seine Profitabilität auf 7,8 % steigern und ist weiter im Aufwind – so wie die PSA-Aktie.

PSA-Aktie mit glänzender Performance

Und deren Performance ist erheblich besser als die der deutschen Konkurrenz. Auf Jahressicht schaffte sie ein Plus von 33,64 % – VW kommt auf 7,6 %, BMW auf 2 % und Daimler auf ein Minus von 9,10 %. Auf Sicht von fünf Jahren geht die Schere noch viel weiter auseinander: Die PSA-Aktie schaffte ein Plus von 165 %, während die Papiere vom deutschen Trio im roten Bereich sind – nur BMW schafft gerade mal 2 % Plus.

Bei dem beachtlichen Performance-Vorsprung kommt die PSA-Aktie auf eine Dividendenrendite von 3,16 %, was nur leicht unter dem Wert von VW liegt. Und mit einem KGV von 7,53 % ist sie ähnlich unterbewertet und günstig wie die deutschen Pendants.

Inwiefern Opel weiterhin für derart glänzende Zahlen sorgen kann, ist unklar. Bisher wird die Marke vorwiegend von einer älteren Käuferschicht bevorzugt. Doch das könnte sich durchaus ändern, wie etwa der neue Insignia zeigt. Dessen herausragendes Profil im Preis-Leistungsvergleich geht unter anderem auf die hauseigene Technik von Opel zurück. Doch das nicht mehr ausgelastete Entwicklungszentrum in Rüsselsheim will PSA stückweise verkaufen. Am Ende soll Opel noch als reine PSA-Hülle fortbestehen. Ob das die angestammten und neuen Opel-Kunden begeistert, bleibt abzuwarten.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.