Punkteveränderung im Index: Wie wird der entsprechende ETF beeinflusst?

Der Wert eines Index und seines entsprechenden ETF liegen oft nah beieinander, doch auch gegenteilige Auf- und Abwärtstrends sind möglich. (Foto: zhaoliang70 / Shutterstock.com)

Der „Standard and Poor’s Index“ (S&P 500) und der Dow Jones Industrial Average (DJIA) sind zwei der bekanntesten Indizes, die die Entwicklungen auf dem US-Markt verfolgen.

Eine positive Veränderung eines Index deutet darauf hin, dass sich auch der Aktienmarkt an sich gut entwickelt.

Der Ertrag eines der beiden Indizes wird oftmals als Maßstab genutzt, um die Performance eines Investmentfonds zu bewerten.

Viele Investoren sind dabei zeitweise unbeeindruckt von den Einnahmen durch ihre Investmentfonds gewesen, im Vergleich zur Rendite des Index oder des Marktes an sich.

Diese Einstellung hat für einen Anstieg an Investmentprodukten gesorgt, die lediglich die Veränderungen im Index verfolgen. Dadurch erhalten Investoren ungefähr gleich hohe Erträge.

Eines der populärsten Investmentprodukte sind börsennotierte Indexfonds (engl. „exchange-traded funds“ bzw. ETFs).

Am geläufigsten sind dabei Spiders bzw. SPDR S&P 500 („Standard and Poor’s Depository Receipts“) und Diamonds („Diamonds Trust Series 1“). Beide verfolgen den Inhalt des S&P 500 und des DJIA.

Spiders und Diamonds werden außerdem an der NYSE Amex Equities (früher American Stock Exchange bzw. AMEX) gehandelt – mit den jeweiligen Valorensymbolen SPY und DIA.

Sie können jederzeit an- und verkauft werden, während der Markt geöffnet ist.

Beide ETFs arbeiten auf 10:1-Basis. Wenn beispielsweise der DJIA mit 10.000 Punkten bewertet wird, entspricht der DIA einem Dollarwert von 100 US-$.

Dieser Wert ist allerdings nur ungefähr bemessen, da ETFs ja ständig gehandelt werden und ihr Wert dementsprechend nicht immer den Index widerspiegelt. So ist es zum Beispiel nicht unüblich, dass der S&P 500 für einen Tag einen Aufwärts-, der SPY allerdings einen Abwärtstrend aufweist.

Grund dafür sind die Eigenschaften des Index: Dieser verfolgt zwar die Erträge der zugrunde liegenden Aktien, wird aber nicht gehandelt.

Im Gegensatz dazu ist der ETF ein sogenannter Hinterlegungsschein („depository receipt“) der zugrunde liegenden Aktien, die vom Index verfolgt werden. Ein ETF wird außerdem täglich gehandelt. Dieser Handel sorgt für die Abweichung der Erträge im Vergleich zum S&P 500.

Ein Beispiel: Wenn im Tagesverlauf alle Aktien im Index einen Aufwärtstrend anzeigen, spiegelt der Index das wider.

Trotzdem kann sich der ETF gleichzeitig rückläufig entwickeln, wenn die Investoren im ETF ihre Anteile verkaufen – womöglich, weil sie der Marktentwicklung nicht vertrauen.

Die Abweichung zwischen Index und gleichwertigem ETF ist allerdings relativ gering und tendiert dazu, sich wieder auszugleichen.

Letzteres geschieht, da der zugrunde liegende Wert des ETF der der Unternehmen im Index selbst ist – ein großer Wertunterschied macht also wenig Sinn.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.