Qtum bringt die Blockchain ins Weltall – Was ist für Anleger drin?

Qtum will mit einer Hybrid-Blockchain die Vorzüge von Bitcoin und Ethereum unter einem Hut bringen – eine Chance für Anleger? (Foto: pedrosek / shutterstock.com)

Anfang Februar schoss Qtum in Zusammenarbeit mit Spacechain einen Satelliten ins Weltall, auf dem die Qtum Blockchain läuft. Der Satellit (CubeSat) ist damit de facto der erste Netzwerkknoten, der Blockchain-Transaktionen im Weltraum bestätigt.

In diesem Zusammenhang schloss Qtum auch gleich eine Partnerschaft mit Spacechain, um ein ganzes Netzwerk an Satelliten im Weltall aufzubauen, womit künftigen Regulierungsproblemen vorgebeugt werden soll. Der Grund für die Aktion: Im Herbst 2017 hatte China den Handel von Kryptowährungen und auch Initial Public Offerings (ICOs) de facto verboten.

Wird die Blockchain in den Weltraum verlagert, wird es für Regulierungsbehörden noch schwieriger einzugreifen. Die Qtum Blockchain wird somit sicherer, weil noch dezentraler und weniger angreifbarer. Doch was bringt die Aktion für Anleger?

Was ist Qtum und was macht die Blockchain so besonders?

Um diese Frage zu beantworten, müssen Anleger zunächst verstehen, was die Qtum Blockchain überhaupt ist und was das Team mit seinem Projekt erreichen will.

Das Blockchain-Projekt Qtum (Qtum Foundation Pte Ltd) mit Sitz in Singapur wurde im März 2017 von den Blockchain-Experten Patrick Dai, Neil Mahi und Jordan Earls ins Leben gerufen. Zu den frühen Investoren gehören unter anderem Bitcoin-Legende Roger Ver, Ethereum-Mitgründer Anthony Di Iorio, OkCoin-Chef Star Xu und BitFund-Gründer Xiaolai Li.

Das Qtum Mainnet wurde dann Mitte September 2017 gestartet und besteht heute aus mehr als 3.000 Netzwerkknoten in mehr als 60 Ländern. Qtum sieht sich dabei als führende Plattform für die Entwicklung von dezentralen Anwendungen (DAPPs).

Ziel von Qtum ist es, das Beste aus der Bitcoin- und Ethereum-Technik unter einem Hut zu bringen. Herausgekommen ist eine Hybrid-Blockchain (Qtum), welche das UTXO-Modell von Bitcoin als auch die Ethereum Virtual Machine von Ethereum miteinander kombiniert.

Beide Welten galten bislang als unvereinbar, nutzt Bitcoin doch ein anderes Account-Modell als Ethereum. Qtum hat es aber geschafft, mithilfe der Account Abstract Layer Technik, eine Art Brücke zwischen beiden Technikwelten zu schlagen.

Das bedeutet: Qtum ist die erste Blockchain überhaupt, die auf dem UTXO-Modell von Bitcoin aufbaut und auf der intelligente Verträge (Smart Contracts) ausführbar sind. Dabei setzt Qtum allerdings nicht wie die Bitcoin Blockchain auf ein Proof of Work (PoW) Verfahren, wenn es um die Verifizierung von Transaktionen geht, sondern auf ein energieeffizientes Proof of Stake (PoS) Verfahren.

Was zeichnet die Kryptowährung Qtum aus?

Da es sich bei Qtum wie bei Ethereum um eine Smart Contract Plattform handelt, dient die gleichnamige Kryptowährung Qtum de facto als Zahlungsmittel, um Transaktionen und Smart Contracts auf der Qtum Blockchain auszuführen.

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Im Rahmen des Initial Coin Offerings (ICO) im Frühjahr 2017 wurden bereits 51 Millionen Qtum Coins an die Investoren ausgegeben, Qtum nahm damals zum Zeitpunkt des ICOs mehr als 15 Mio. US-$ ein. Zuletzt waren knapp 74 Millionen Qtum Coins im Umlauf, die maximale Zahl der Qtum Coins ist auf ca. 100 Millionen begrenzt.

Was können Anleger erwarten?

Aktuell wird alle zwei Minuten ein neuer Block auf der Qtum Blockchain generiert, wodurch pro Block 4 Qtum an die Staker ausgeschüttet werden. Anleger können bereits ab 1 Qtum in der Wallet und nach einer Wartezeit von ca. 20 Stunden mit dem Staking beginnen. Die Vergabe der Coins erfolgt dabei nach einem Zufallsprinzip, wobei die Chancen steigen, einen Block zu verifizieren, je mehr Coins der Anleger in seiner Wallet hält und für das Staking freigibt.

Mit entscheidend für den Return on Investment (ROI) ist auch das aktuelle Netzwerkgewicht, sprich wie viele Anleger bzw. Nutzer derzeit Staking betreiben. Je mehr Nutzer Staking betreiben, desto niedriger ist die Rendite für alle. Wichtig: Für das Staking muss der Anleger mit seiner Wallet stets online sein.

Beispiel: Hat der Anleger derzeit 100 Qtum Coins in der Wallet bei einem aktuellen Netzwerkgewicht von 16,6 Millionen, kann dieser im Schnitt alle 246,5 Tage mit einer Ausschüttung rechnen und kommt damit auf 1,48 Ausschüttungen bzw. 6 Qtum pro Jahr, was einer Rendite von ca. 5,9 % entspricht. Im Schnitt kann jeder Anleger derzeit mit einer Rendite von 3 bis 7 % pro Jahr rechnen.

Neben Ausschüttungen durch das Verifizieren von neuen Blöcken können Anleger systembedingt auch mit Airdrops von Token rechnen, die neu auf der Qtum Blockchain entstehen. Anleger müssen wissen, dass Qtum nach Ethereum bereits die zweitgrößte DAPP-Plattform ist. Mehr als 30 DAPPs (Energo, Qbao, Vevue, Medibloc etc.) befinden sich aktuell auf der Qtum Blockchain in der Entwicklung oder sind bereits online.

Fazit: Hybrid-Blockchain Qtum glänzt mit interessantem Ansatz

Die Idee, mit einer Hybrid-Blockchain das Beste der Bitcoin- und Ethereum-Blockchain unter einem Hut zu bringen, verspricht Potenzial. Das Interesse an der Qtum Blockchain auf der Entwicklerseite ist deutlich zu erkennen, dies zeigt auch die stetig wachsende Zahl an DAPP-Projekten, die auf der Qtum-Blockchain realisiert werden.

Mit der Implementierung der Smart Contract x86 Virtual Machine will Qtum in 2018 den nächsten großen Schritt tun und die Blockchain weiter skalieren und für Entwickler noch attraktiver machen. Aktuell können rund 70 Transaktionen pro Sekunde auf der Qtum Blockchain verarbeitet werden, künftig sollen über 1.000 Transaktionen pro Sekunde und mehr auf der Qtum Blockchain möglich sein.

Durch die Implementierung der x86 Virtual Machine wird Qtum künftig weitere Programmiersprachen unterstützen, dies soll weitere Entwickler für die Qtum-Blockchain begeistern. Qtum-Mitgründer Jordan Earls geht davon aus, dass die Implementierung der x86 Virtual Machine im dritten Quartal 2018 erfolgen kann.

Kurzum: Interessierte Anleger, die im Blockchain-Umfeld investieren wollen, sollten Qtum weiter im Auge behalten, hat das Projekt nicht nur eines der besten Teams, sondern auch sehr ambitionierte Ziele. Bei aller Euphorie sollten Anleger aber stets auch das sehr hohe Risiko von Investments in Kryptowährungen nicht unterschätzen, denn hier sind nicht nur hohe Gewinne, sondern auch Totalverluste möglich.


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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands