Rational: Insider machen Kasse

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Im Mai 2017 war zu lesen, dass 2 sogenannte Unternehmens-Insider sich in größerem Stil von Aktien des mittelständischen Großküchen-Ausrüsters Rational […] (Foto: Rational AG)

Im Mai 2017 war zu lesen, dass 2 sogenannte Unternehmens-Insider sich in größerem Stil von Aktien des mittelständischen Großküchen-Ausrüsters Rational getrennt haben.

Unternehmens-Insider sind, allgemein ausgedrückt, Personen, die über kursrelevante Informationen verfügen.

Das sind beispielsweise Vorstände, Aufsichtsräte und deren Angehörige.

Wenn diese Personen Aktien des eigenen Konzerns kaufen oder verkaufen, spricht man von Insiderkäufen bzw. Insiderverkäufen.

Das ist im Mai 2017 bei Rational vorgefallen

Bevor ich gleich auf die Bedeutung von Insiderkäufen und -verkäufen eingehe, möchte ich Ihnen kurz einen Überblick darüber geben, was genau bei Rational passiert ist:

So wurde bekannt, dass Gabriella Meister, die „in enger Beziehung“ zu Rational-Aufsichtsrats-Chef Siegfried Meister steht, Rational-Aktien in einem Gesamt-Volumen von gut 5,5 Mio. € veräußert hat.

Zudem wurde bekannt, dass Peter Wiedemann, Vorstand der Rational AG, Aktien im Wert von rund 927.000 € verkauft hat – soweit also die Faktenlage.

Was aber bedeutet es für Sie als Anleger, wenn Firmen-Insider sich von Aktien der eigenen Firma trennen oder solche kaufen?

Warum es sinnvoll sein kann den Insidern zu folgen

Zunächst einmal ist es wichtig zu verstehen, dass der bereits vorgestellte Personenkreis (Vorstände, Aufsichtsräte und deren Angehörige) deshalb als „Insider“ bezeichnet wird, weil diese Personen das Unternehmen besser kennen als Außenstehende und über Informationen direkt aus dem Konzern verfügen.

Grundsätzlich dürften Sie mir beipflichten, dass es durchaus sinnvoll sein kann sich beim Aktienkauf an Personen zu orientieren, die Informationen aus 1. Hand haben und direkt an der Quelle sitzen.

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Folglich ist es in vielen Fällen durchaus sinnvoll den sogenannten Insidern zu folgen – also zu kaufen, wenn die Insider kaufen und zu verkaufen, wenn diese verkaufen.

Allerdings sollten Sie beachten, dass es nicht automatisch ein gutes Zeichen sein muss, wenn ein Insider Aktien des eigenen Konzerns kauft und nicht automatisch ein schlechtes Zeichen, wenn Insider Aktien verkaufen.

Denn nicht immer kaufen Insider Aktien, weil sie diese für unterbewertet halten und nicht immer verkaufen Insider Aktien, weil sie diese für fair oder überbewertet halten.

So werden in vielen Betrieben Aktien beispielsweise aufgrund von Mitarbeiter-Beteiligungen oder Bonuszahlungen verteilt.

Es ist dann völlig normal, wenn ein Manager irgendwann die als Gehalts-Bestandteil erhaltenen Aktien (oder Aktien-Optionen) an der Börse versilbert und in Geld umtauscht (verkauft).

Fazit: Insider-Daten und Fundamental-Check wichtig

Zusammenfassend lässt sich aus meiner Sicht Folgendes sagen:

Kauft ein Insider Aktien des eigenen Unternehmens, ist dies zumeist ein positives Zeichen, da er die Aktien zu diesem Zeitpunkt für unterbewertet hält.

Verkauft ein Insider hingegen seine Aktien, kann dies, wie schon angedeutet, ein schlechtes Zeichen sein – muss es jedoch nicht.

Allerdings sollten Sie darauf achten, dass die Insider-Daten nicht ein alleiniges Kauf- oder Verkaufs-Argument darstellen.

Meine Empfehlung: Prüfen Sie stets auch die fundamentalen Daten vor einem Kauf oder Verkauf!


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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.