Rentabilität: Definition und Erklärung

Rentabilität ist nicht gleich Rentabilität: Die Definitionen sind dabei jedoch ebenso simpel wie aussagekräftig. (Foto: hywards / Shutterstock.com)

Die Rentabilität eines Unternehmens ist in verschiedene Bereiche gegliedert. So zeigen Eigenkapitalrentabilität, Fremdkapitalrentabilität und die Gesamtkapitalrentabilität auf, wie produktiv das dem Unternehmen zur Verfügung stehende Kapital arbeitet. Auch die sogenannte Umsatzrentabilität ist eine wichtige Kenngröße für Unternehmen.

Rentabilität – Definition der Berechnung

Bei der Berechnung der Rentabilität wird eine bestimmte Größe mit dem Gewinn ins Verhältnis gesetzt. In Bezug auf die Eigenkapitalrentabilität bedeutet das, dass der Gewinn und das Eigenkapital miteinander verglichen werden.

An die Stelle des Eigenkapitals rückt bei der Fremdkapitalrentabilität das Fremdkapital, bei der Gesamtkapitalrentabilität das gesamte, dem Unternehmen zur Verfügung stehende Kapital.

Bei der Umsatzrentabilität wiederum sind die Umsatzerlöse die Kenngröße, mit welcher der Gewinn ins Verhältnis gesetzt wird. Insbesondere diese Rentabilität ist für Unternehmen wichtig, da sie verdeutlicht, wie rentabel jeder Euro Umsatz angelegt worden ist.

Formel  

Rentabilitätsformel Geldanlage

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Diese Formel zeigt das Verhältnis von Gewinn zum Aufwand und die erzielte Rendite an.
$$\bo\text"Rendite (einer Geldanlage)" = (\text"Gewinn" / \text"Eingesetztes Kapital"\)*100$$
Ergebnis berechnen

Eigenkapitalrentabilität als Beispiel – einfach berechnet

Allerdings ist auch die Rentabilität des Kapitals oftmals entscheidend dafür, inwieweit ein Unternehmen bezüglich Investitionen, Personal und Expansion weiter vorgeht. Die Eigenkapitalrentabilität lässt sich einfach berechnen, indem man den Gewinn und das zur Verfügung stehende Eigenkapital ins Verhältnis setzt.

Dies lässt sich anhand eines Beispiels verdeutlichen: Das fiktive Unternehmen Sport AG hat einen Gewinn von 500.000 € verbucht und verfügt gleichzeitig über ein Eigenkapital von 9 Mio. €.

Teilt das Unternehmen (oder auch ein potenzieller Anleger) nun den Gewinn (500.000 €) durch das Eigenkapital (9 Mio. €) und multipliziert das Ergebnis mit 100, so erhält man eine Eigenkapitalrentabilität von 5,5%.

Erhöht sich nun der erwirtschaftete Gewinn zum Beispiel um 100.000 € bei gleichbleibendem Anteil an Eigenkapital, so hat dies erheblichen Einfluss auf die bemessene Eigenkapitalrentabilität: In diesem Fall steht ein Gewinn von 600.000 € im Verhältnis zum unverändert hohen Eigenkapitalanteil von 9 Mio. €. Somit ergibt sich für die Sport AG ein Wert von 6,67% – ein  Anstieg um 1,17%.

Durch einen solchen Anstieg verbessert sich nicht nur das Ansehen des jeweiligen Unternehmens für Investoren. Denn die Eigenkapitalrentabilität wird vor allem zur eigenen Analyse der Unternehmenssituation und zur Planung der weiteren Vorgehensweise herangezogen.

Formel  

Die Eigenkapitalrendite (ROE) berechnen

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Mit dieser Formel berechnet man ganz einfach die Rendite des Eigenkapitals bei einer Aktiengesellschaft. Die häufig verwendete Bezeichnung "ROE" (Return on Equity) ist lediglich die englische Übersetzung von "Eigenkapitalrendite".
$$\bo\text"Eigenkapitalrendite" = (\text"Gewinn" / \text"Eigenkapital"\)*100$$
Ergebnis berechnen

Die Konsequenzen einer gesteigerten Eigenkapitalrentabilität sind praktisch für alle Beteiligten positiv. So wird in einem solchen Fall wahrscheinlich mehr Personal angestellt, weitere Investitionen getätigt und womöglich expandiert.

Im Gegensatz dazu muss bei einer niedrigeren Rentabilität unter Umständen mit Personalabbau, Rationalisierungen oder sogar der Schließung einiger Standorte gerechnet werden. Dementsprechend sind die Kennzahlen der Rentabilität auch für Privatanleger von Bedeutung.

Rentabilität und Wirtschaftlichkeit

Oft werden Wirtschaftlichkeit und Rentabilität als Synonyme benutzt.Das ist aber nicht richtig. Die Begriffe Rentabilität und Wirtschaftlichkeit stehen für unterschiedliche Konzepte.

Nach gängiger Definition können auch wirtschaftlich arbeitende Unternehmen in Konkurs gehen und rentable Unternehmen unwirtschaftlich arbeiten. Eine Gefahr für jeden, der in ein Unternehmen investieren möchte. Anleger sollten daher auch einen Blick hinter die Kulissen wagen und die Grundlagenbegriffe kennen.

Wirtschaftlichkeit: Begriffserklärung

Die Wirtschaftlichkeit zeigt an, wie effizient ein Unternehmen arbeitet. Es gibt zwei Kernprinzipien der Wirtschaftlichkeit, das Minimal- und das Maximalprinzip.

Mehr zum Thema: Ökonomisches Prinzip: Definition eines Begriffs mit viel Einfluss

Beim Minimalprinzip wird vom gewünschten Ergebnis ausgegangen. Es wird versucht, dieses Ergebnis mit möglichst geringem Mitteleinsatz zu erreichen.

Beim Maximalprinzip hingegen wird versucht, mit den gegebenen Mitteln ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen. Hier wird also von den vorhandenen Mitteln ausgegangen.

Um die Wirtschaftlichkeit als Kostenkennzahl zu berechnen, teilt man den Ertrag durch den Aufwand.

Wirtschaftlichkeit: Ertrag/Aufwand

Sowohl der Ertrag als auch der Aufwand werden hier als monetäre Werte angegeben.

Kurz gesagt, wenn der Aufwand in Arbeitsstunden, Materialbedarf oder ähnlichem angegeben ist, so wird dieser in seinen Geldwert umgerechnet.

 

Wirtschaftlichkeit verbessern und Rentabilität verschlechtern

Wie bereits erklärt, werden, um die Wirtschaftlichkeit einer Investition zu berechnen, die Ergebnisse in Verhältnis zum Aufwand betrachtet.

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Die Rentabilität hingegen beschreibt das Verhältnis zwischen Gewinn und eingesetztem Kapital.

Um den Unterschied zwischen Wirtschaftlichkeit und Rentabilität besser zu verstehen, zeigt folgendes Beispiel die Möglichkeit einer sich steigernden Wirtschaftlichkeit bei gleichzeitiger sinkender Rentabilität.

Wirtschaftlichkeit ist nicht gleich Rentabilität: Beispiel

Ein Unternehmen investiert in eine Produktionsmaschine, die weniger Strom braucht und gleichzeitig präziser arbeitet.

Mit weniger Aufwand kann also besser produziert werden. Das steigert die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens.

Nehmen wir jetzt aber folgendes an: Die anfallenden Zinsen für das benötigte Fremdkapital, um die neue Produktionsmaschine anzukaufen, übersteigen die eingesparten Strom- und Materialkosten.

Durch die erhöhten Kapitalkosten ist die Investition in die Produktionsmaschine also nicht rentabel.

Das Unternehmen hat in diesem Fall seine Wirtschaftlichkeit gesteigert, aber gleichzeitig die Rentabilität für die Jahre, in denen die Produktionsmaschine abbezahlt wird, verschlechtert.

Die Produktionsmaschine wird erst rentabel, sobald die erzielten Kosteneinsparungen höher sind als der Zinsaufwand für das eingesetzte Fremdkapital.

Fazit: Wirtschaftlichkeit und Rentabilität

Die Rentabilität zeigt den gesamten unternehmerischen Erfolg an, während die Wirtschaftlichkeit den Erfolg im Verhältnis zu den dafür eingesetzten Mitteln darstellt.

Mehr zum Thema: Bedeutung von Kennzahlen bei der Fundamentalanalyse

Um ein Gesamtbild über ein Unternehmen zu bekommen, sollten Investoren beide Kennzahlen beachten.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.