Rente: Diese Pläne hat die Bundesregierung bis 2025

2018 wurde die Rente bereits recht deutlich erhöht, 2019 sollen weitere Erhöhungen folgen. Mütter, Erwerbsgeminderte und Geringverdiener können hoffen. (Foto: Daniela Staerk / Shutterstock.com)

Zum 01. Juli 2018 wurden in Deutschland die Renten erhöht. 3,22 % gibt es für Ruheständler in den alten Bundesländern seitdem zusätzlich, in den neuen Bundesländern erhalten Rentner 3,37 % mehr Geld.

Über 20 Mio. Rentner in Deutschland profitieren von der Anhebung des Rentensatzes und auch für 2019 sind weitere Reformpakete geplant. Dann sollen vor allem Mütter und Geringverdiener von den neuen Regelungen profitieren.

Diese Hürden bringt die Rentenerhöhung in 2018 mit sich

Eigentlich ist die Rentenerhöhung seit dem 01. Juli 2018 ein Grund zur Freude für alle Senioren. Für manche kann die Erhöhung aber bedeuten, dass sie künftig Einkommensteuer abgeben müssen. Dies liegt daran, dass durch das Rentenplus der Grundfreibetrag überschritten wird.

Bei 9.000 Euro für alleinstehende Rentner und 18.000 Euro für Verheiratete liegt der Grundfreibetrag. Falls dieser überschritten wird, müssen Rentner eine Steuererklärung einreichen und Abgaben auf ihre Rente zahlen.

Rentenpaket 1 ab 2019: Erhöhungen für Mütter und Erwerbsgeminderte

Für Frauen, die vor 1992 Mutter geworden sind, verbessert sich die Situation ab dem 01. Januar 2019. Ihnen wird künftig ein halber Rentenpunkt mehr zugeschrieben, also dann künftig zweieinhalb Punkte pro Kind und nicht mehr nur zwei. Dies führt je nachdem in welchem Bundesland Frauen leben zu einem Plus pro Monat von 15,35 Euro oder 16,02 Euro.

Crash-Warnung: Rentenniveau in Deutschland ist das niedrigste der EUIm europäischen Vergleich rangiert das deutsche Rentenniveau auf dem letzten Platz. Das führt zu einer steigen Verschlechterung der Lage in Deutschland. › mehr lesen

Auch für Erwerbsgeminderte, die ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht bis zur Rente weiterführen konnten, gibt es ab 2019 eine Rentenerhöhung. Sie erhalten die Erwerbsminderungsrente auf dem Niveau wie sie ihre volle Rente erhalten hätten, wenn sie bis zum Renteneintrittsalter gearbeitet und eingezahlt hätten. Zuvor galt die Rechnung nur bis zum 62. Geburtstag.

Ein weiterer Punkt des Rentenpakets ab Januar 2019 ist die Sicherung des Rentenniveaus bei 48 Prozent bis 2025. Zudem sollen die Beiträge zur Rentenversicherung die 20 Prozent-Marke nicht überschreiten. Im Jahr 2018 liegen sie bei 18,6 Prozent des Bruttolohns.

Weitere Pakete – und die Frage der Finanzierbarkeit

Wenn dieses erste Rentenpaket ab 2019 in Kraft getreten ist, soll ab Herbst 2019 das zweite Rentenpaket angegangen werden. Dabei geht es um die Grundrente, die Geringverdienern mehr Sicherheit geben soll. Rentner, die Grundsicherung beziehen, würden mit dem neuen Rentenpaket einen Zuschlag erhalten. Auch Kindererziehungszeiten und die Pflege von Angehörigen werden dann mit angerechnet.

Bei allen Vorteilen, die die geplanten Erhöhungen Rentnern bringen würden, stellt sich jedoch die Frage der Finanzierung. Diese würde vor allem durch die jüngere Generation gestemmt, was Ökonomen und vor allem die Rentenversicherungen kritisch sehen. Bis zu 3,4 Mrd. Euro würde alleine die neue Mütterrente bis 2025 kosten, insgesamt erwarten die Rentenkassen Mehrausgaben bis 2025 von rund 32 Mrd. Euro.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.