Rente: Düstere Prognose ab 2025

Die Babyboomer kommen und könnten in ein paar Jahren die Renten für alle sinken lassen. Experten rechnen ab 2025 mit Einbrüchen. (Foto: oneinchpunch / Shutterstock.com)

Die Rente ist ein großes Thema in Deutschland und war in den letzten Jahren vor allem für die jüngeren Generationen eines: beunruhigend. Denn Versorgungslücke und Altersarmut sind nur zwei der Stichworte, mit denen sich Erwerbstätige trotz ihrer Abgaben zur gesetzlichen Rente auseinandersetzen müssen.

2018 sinkt der Rentenbeitrag

Die Bundesregierung hat im November 2017 einen neuen Bericht zur gesetzlichen Rente veröffentlicht. Eine gute Nachricht gibt es für alle, die in die gesetzliche Rente einzahlen – der Beitrag sinkt zum 01. Januar 2018 von 18,7 % auf 18,6 %. Die Senkung ist minimal, wie ein Beispiel zeigt: Bei einem Brutto-Gehalt von 2.000 € bedeuten 0,1 % weniger 2 € netto mehr im Monat, bei 3.000 € sind es 3 € und bei 4.000 € Gehalt 4 € mehr.

Auch die weiteren Inhalte des Berichts stimmen hoffnungsvoll, zumindest vorerst. Bis 2030 gilt die Rente aktuell als gut aufgestellt, was in erster Linie an der positiven Arbeitsmarktsituation liegt.  Das Rentenniveau könnte ebenfalls ansteigen, von 48,2 % in 2017 auf 48,3 % in 2019 und 2020. Die Prozentzahl bezeichnet die Höhe der Rente in Relation zum durchschnittlichen Brutto-Einkommen und genau hier liegt aber das generelle Problem der gesetzlichen Rente.

Die gesetzliche Rente reicht nicht aus

Ein Rentenniveau von 48,2 bzw. 48,3 % reicht nicht aus, um den Lebensstandard aus der Erwerbstätigkeit halten zu können, als Faustregel gelten rund 80 % des letzten Nettoeinkommens. Zwar soll die Rente bis 2031 um insgesamt 36 % ansteigen, so der Bericht der Bundesregierung, Experten sehen das aber kritisch.

Experten befürchten eine Verschlechterung der Rente ab 2025

Die positive Arbeitsmarktsituation wird den Rentenkassen zwar viel Geld einbringen, dennoch könnte die Situation stagnieren und ab 2025 wieder rückläufig sein, so die Meinungen der Experten. Bis 2031 könnte das Rentenniveau sogar auf 44,6 % absinken.

Grund dafür ist, dass die geburtenstarken Jahrgänge 1959 bis 1968, die sogenannten Babyboomer, in den Ruhestand gehen. Die Rentenausgaben würden dadurch stark ansteigen und auch der Beitrag könnte ab 2025 wieder mehr werden, im schlimmsten Fall sogar bis zu 21,9 %.

Mit privater Vorsorge vor den möglichen negativen Entwicklungen der gesetzlichen Rente schützen

Es gibt aktuell noch keine Zahlen, die diese Prognosen belegen, dennoch steht fest, dass die gesetzliche Rente in jedem Fall nicht ausreicht. Zwar sind kleinere Steigerungen nett und stocken den Grundstein der Rente auf, dennoch ist private Vorsorge als Ergänzung unheimlich wichtig. Die Möglichkeiten dafür sind vielfältig und reichen von Aktien über Aktienfonds bis hin zu ETFs.

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Grundsätzlich hat jeder seine eigene Anlagestrategie, die nicht nur von dem vorhandenen Geld, sondern auch vom Sicherheitsbedürfnis bestimmt wird. Die einen verzichten auf Sicherheit und setzen dafür auf eine hohe Rendite, die anderen verzichten auf enorme Renditen und gehen lieber auf Nummer Sicher. Gerade für die Altersvorsorge sollte ein guter Mittelweg gefunden werden, der die Sicherheit nicht außer Acht lässt, aber dennoch Geld abwirft.

Als eine der sichersten Geldanlagen gelten immer noch Immobilien, diese können im Alter auch selbst genutzt werden und helfen dann, die Rentenlücke zu schließen. Wer renditestarke Produkte wie zum Beispiel Aktien wählt, hat gute Chancen auf einen soliden Vermögensaufbau für das Alter. Sicherere Produkte wie Indexfonds bieten eine gute Ergänzung. Wichtig ist den richtigen Altersvorsorge-Mix zu finden, um nicht von den Marktentwicklungen in einem Bereich abhängig zu sein.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.