Rente: Warum man mit Indexfonds jeden Versicherer überholt

Passive Indexfonds, sprich ETFs haben nicht nur Vorzüge, weil sie einfach und extrem günstig sind. Ihre Flexibilität erlaubt Produktvarianten, die sich ideal zur Altersvorsorge eignen. Große, marktbreite Aktienindizes wie der Dax, Euro-Stoxx 50 oder MSCI World spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Auf der Basis bietet eine ETF–Rentenversicherung Renditen, die allein wegen der niedrigen Fondskosten weit über denen klassischer Versicherungsprodukte liegen. Mickrige Zinsen machen nicht nur Versichern zu schaffen, sie bringen auch große Versorgungsfonds in Bedrängnis.

Vorsorgefonds der Bundesagentur für Arbeit setzt auf ETFs

Wer Bedenken hat, dass ein Aktien-ETF zur Rentenversicherung nicht doch zu riskant ist, sollte bedenken, dass er sich mit einem Investment in bester Gesellschaft befindet. Die Bundesagentur für Arbeit setzt nämlich für ihren Versorgungsfonds für Beamte jetzt auch auf ETFs.

Pensionsfonds gehen naturgemäß keine Risiken ein. Schon von Gesetzes wegen durfte die Arbeitsagentur bislang nur 10 % des Fondskapitals in Aktien anlegen. Alles andere ging in Anleihen und Zinspapiere. Doch die dauerhaft niedrigen Zinsen drückten die Rendite bis 2015 auf 1,27 %. Trotz leichter Erholung liegt der Fonds erheblich unter Planwert. Mit einer neuen Gesetzesänderung wird die Aktienquote auf 20 % angehoben.

Allerdings fließt das Kapital nun nicht in Einzelaktien. Die Bundesbank, die als Anleger fungiert, investiert in große ETFs. Erhöht der Wertzuwachs die Aktienquote über 20 %, müssen Fondsanteile verkauft und ordnungsgemäß reinvestiert werden. Damit folgt die Bundesagentur dem Beispiel anderer Pensionsfonds im Ausland.

ETF-Rentenversicherung vereint etliche Vorteile

Will man als Privatanleger dem Beispiel folgen, empfiehlt sich der Blick auf eine ETF -Rentenversicherung, die in Sachen Steuern, Kosten und Renditen etliche Vorteile in einem Produkt vereint: der ETF im Versicherungsmantel. Die ETF-Fondspolice gibt es zwar schon seit Jahren, gilt aber nach wie vor als Geheimtipp.

Viele orientieren sich immer noch am klassischen Garantiezins der Versicherer. Doch der ist genauso wenig der Rede wert wie die klassische Lebensversicherung, von der sogar Allianz & Co. reihenweise abrücken. Einen Garantiezins gibt es bei einer ETF-Rentenversicherung nicht. Dafür hohe Renditen plus Steuervorteile, und das ohne Vertriebskosten und Provisionen für teure Verwalter, gierige Manager oder Vermittler.

Diese Art Lebensversicherung mit ETFs profitiert vor allem vom Versicherungsmantel und damit vom Finanzamt. Auf alle Erträge während der Ansparphase zahlt man keine Abgeltungssteuer. Wie bei Lebensversicherungen fordert das Gesetz eine Haltezeit von 12 Jahren, und sobald ein Anleger 62 ist, bekommt er seine Auszahlung. Die wird dann auch nur zur Hälfte besteuert.

Einziger Nachteil sind die unvermeidlichen Minimalkosten für den Versicherungsmantel. Im Vergleich zu einem regulären Fondsdepot machen sie sich aber nicht bemerkbar, sobald im Vergleichsdepot auch nur 10 % des Fonds jährlich umgeschichtet werden, was jedes Mal Steuern kostet.

ETF-Fondspolice schlägt Sparplan

Die ETF-Fondspolice hat auch gegenüber einem ETF-Sparplan langfristig die Nase vorn. Bei einer monatlichen Sparrate von 200 € über 30 Jahre hinweg kann der Vorsprung bis zu 23.000 € betragen – nach Steuern wohlgemerkt. Denn darin liegt der entscheidende Vorteil.

Doch damit nicht genug. Weitere Vorteile kann man abhängig von den persönlichen Voraussetzungen mit anderen Varianten der ETF-Rentenversicherung einheimsen. Fondspolicen werden auch für die Typen Rürup und Riester angeboten, die mit eigenen Steuervorteilen und Förderungen locken. Wer als Selbständiger die Rürup Basisrente wählt, nimmt allerdings in Kauf, dass am Ende das Kapital nicht auf einen Schlag, sondern als Rentenauszahlung fließt. Vorteilhaft sind variable Beträge und flexible Zuzahlungen.

Insgesamt schneiden Fondspolicen mit ETFs im Vergleich zu den Policen mit aktiven Fonds deutlich besser ab. Hauptgrund sind die enormen Kosten fürs Management.

2. März 2017

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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