Rente 2018: Der große Geldabzug?

Steuern und Abgaben auf die Rente können mittlerweile zu Existenzproblemen im Alter werden: Kleine Tipps für Altersvorsorgende. (Foto: JeJai Images / Shutterstock.com)

Im Alter wird einem nichts geschenkt: Der deutsche Staat hat seit Jahren bei der Einnahmenspirale angezogen und auch vor der Rente nicht halt gemacht. Wer heute Rentner wird, muss aufpassen: Denn schnell können die Abgaben die Rente kritisch dezimieren.

Für viele fängt dabei der große Irrtum bei der Auszahlungsumme der Rente an: Diese wird nämlich nicht komplett ausgezahlt.

In Wahrheit werden jedoch auch hier Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherungen abgezogen. Die Höhe dieser Abzüge hängt davon ab, ob der Rentner in der gesetzlichen Krankenkasse pflicht- oder freiwillig versichert ist und wie viele Kinder er besitzt.

Rente 2018: Steuererklärung ein Muss

Etwas komplizierter wird es hingegen bei der Steuer. Jeder Rentner erhält seine Rente zunächst einmal unversteuert.

Im Gegensatz zu einem Berufstätigen, dessen Arbeitgeber die Steuer direkt vom Lohn abzieht, müssen Rentner hierfür einmal im Jahr eine Steuererklärung anfertigen.

Diese muss jeweils bis zum 31. Mai für das abgelaufene Kalenderjahr angefertigt werden. Für die Rente 2017 muss die Steuererklärung demnach bis zum 31. Mai 2018 abgeschickt werden.

Steuergrenzen seit 2005 deutlich angehoben

Seit 2005 gilt ein neues Gesetz, nach dem mindestens die Hälfte der Rente versteuert werden muss.

Dieser steuerpflichtige Teil der Rente wird mit zusätzlichen Einnahmen addiert und die gesetzlichen Freibeträge abgezogen. Aus dieser Differenz lässt sich durch die Multiplikation mit dem Steuersatz die fällige Steuer berechnen.

Diese Steuergrenze steigt aktuell deutlich an. Musste 2005 nur die Hälfte versteuert werden, sind es bei der Rente 2017 bereits 76%. Bis 2020 wird diese Grenze auf 80% ansteigen. 2040 ist dann  die Höchstgrenze von 100% erreicht.

Da ältere Arbeitnehmer und Rentner bereits die Einzahlungen besteuern mussten, sind diese momentan noch mit großen Beträgen von der Steuer befreit.

Eine weitere Besteuerung der gesamten Rente würde in diesen Fällen eine illegale Doppelbesteuerung darstellen.

Renteneintritt gilt als Richtwert

Wichtig dabei ist jedoch: Als ausschlaggebend gilt hierbei der Renteneintritt. Rentner, die bereits 2013 in Rente gegangen sind, zahlen daher in jedem Jahr Steuern auf 66% ihrer Rente.

Dennoch kann es vorkommen, dass ein Rentner in einem Jahr keine Steuern zahlen muss, im kommenden Jahr jedoch schon. Dies liegt vor allem daran, dass der steuerfreie Anteil der Rente in Euro bestimmt wird und nicht in Prozentpunkten.

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Zu Beginn der Rente wird also der aktuelle Eurofreibetrag ausgerechnet. Bei der Rente 2018 werden also 76% versteuert.

Bei einer Rente von 2.000 Euro wären also 480 € steuerfrei. Dieser Betrag gilt dann für die gesamte Rente, auch wenn die Rentenbezüge in den Folgejahren steigen.

Rente 2018: Kleine Erhöhung kann den Unterschied machen

Schon eine kleine Rentenerhöhung oder höhere Zinsen können daher einen Unterschied machen. Besonders hart trifft die Regelung alle Rentner, die ein Nebeneinkommen besitzen. Diese zählen ebenfalls zu den Grenzbeträgen hinzu.

Nach aktuellen Zahlen des Bundesfinanzministeriums wird davon ausgegangen, dass ein Single ab 18.669 € steuerpflichtig wird.

Bei verheirateten Paaren erhöht sich diese Grenze auf 37.338 €. Diese Regelungen gelten übrigens nur für gesetzliche Renten. Unfall- und Privatrenten sind hiervon ausgeschlossen, da der Staat diese Formen besonders fördern möchte.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.