Risikospiel: Mit diesen Währungen lässt sich jetzt gut spekulieren

So sehr politische Verwerfungen im Weltgeschehen Anlass zur Sorgen bereiten mögen, als Anleger kann man durchaus von bestimmten Entwicklungen profitieren. Zum Beispiel mit Differenzkontrakten auf Devisen.

Zeigen sich etwa Anhaltspunkte, dass die Währung eines Landes wegen miserablen Regierungsstils an Wert verliert, kann man auf einen Abwärtstrend spekulieren. Genauso umgekehrt, wenn sie sich wieder erholt. Die CFDs erfordern aber eine gehörige Portion Erfahrung und Achtsamkeit. Die Chancen sind genauso hoch wie die Verlustrisiken.

Verlockende Differenzkontrakte auf Devisen

Wer sich darauf einlassen mag, sollte derzeit auf zwei Länder schauen: die Türkei und Südafrika. Die Währungen beider Länder stehen unter erheblichem Druck. Die Kurse dürften sich in absehbarer Zeit extrem volatil entwickeln. Auf steigende Kurse kann man mit Long-CFDs setzen, auf fallende mit Short-CFDs.

Warum bieten sich Differenzkontrakte auf Devisen der beiden Länder gerade besonders an? Die Türkei, die jahrelang als wirtschaftlicher Aufsteiger galt, ist auf dem absteigenden Ast. Mit seiner irritierenden Politik sorgt Staatsführer Erdogan für eine Situation, die Investoren zutiefst verunsichert. Die Inflationsrate ist auf Höchststände geklettert wie seit 2008 nicht mehr. Die türkische Lira hat zum Dollar gut ein Viertel an Wert verloren, womit auch Importe immer teurer werden.

Türkei und Südafrika in Turbulenzen

Die Ratingagenturen haben die Türkei mittlerweile auf Ramschniveau herabgestuft. Nicht viel besser sieht es für Südafrika aus. Und das, obwohl das Land über beachtliche Rohstoffreserven verfügt. Anlass ist der politische Kurs von Präsident Zuma, der auf Staatsausgaben in gefährlicher Höhe setzt. Das Machtkalkül wurde bisher von Finanzminister Gordhan gebremst. Doch seit dessen Entlassung senkten die Ratingagenturen auch hier die Daumen.

Das Gebaren des skandalgebeutelten Präsidenten ließ den Kurs des südafrikanischen Rand gegenüber dem Euro um über 16% absacken. Sowohl in Südafrika als auch in der Türkei sind beide Staatsführer dabei, das wirtschaftliche Potenzial ihrer Länder zu verspielen. Ein Auf und Ab der Währungskurse ist programmiert.


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Der Reiz, mit Differenzkontrakten auf die Devisen zu spekulieren, liegt in ihrer Funktion als Hebelinvestments. Je nachdem, ob man auf steigende oder fallende Kurse setzt, hat man etwa bei einem Hebel von zehn einen Zuwachs um das Zehnfache der prozentualen Veränderung der Währung als Basiswert.

Zu diesem Vorgang hinterlegt man beim Broker eine Margin, die als Sicherheitsleistung dient. Je größer der Hebel des Investments ist, desto geringer ist ihr Anteil am Basiswert. Bei einem Hebel von 100 beträgt er nur 1%.

Enormes Risiko bei hohem Hebel

Doch Vorsicht: Der Minimaleinsatz mag angesichts gewaltiger Gewinnaussichten für glänzende Augen sorgen. Doch sobald der Währungskurs in die falsche Richtung läuft, ist er hinüber. Und der Verlust kann gewaltiger ausfallen als zunächst gedacht.

In der Vergangenheit mussten Anleger schon über 100.000 € abschreiben. Im Januar 2015 hatte die Zentralbank der Schweiz über Nacht ihre Kursbindung an den Euro aufgegeben. Der verlor innerhalb von wenigen Augenblicken um bis zu 30% gegenüber dem Franken. In der kurzen Zeit gab es kaum Möglichkeit zu reagieren und Anlegerpositionen glatt zu stellen.

Die Broker waren genauso überrumpelt wie die Anleger, die reihenweise aufgerufen wurden, Geld nachzuschießen. Die Nachschusspflicht brach vielen das finanzielle Genick und bescherte Insolvenzen, auch bei den Anbietern. Deshalb ist die Bundesfinanzaufsicht für Finanzdienstleistungen Bafin dabei, die Nachschusspflicht zu verbieten, damit Verluste auf den Einsatz beschränkt bleiben.

Um vor Überraschungen gefeit zu sein, sollte man sich auf jeden Fall die Vertragsabreden mit dem jeweiligen Broker zuvor genau ansehen. Aufgrund der neuen Beschränkungen durch die Bafin werden ohnehin etliche Investmentangebote von den Anbietern überarbeitet. Mit genügend Umsicht und etwas Glück kann man durchaus von den Wirrungen der Machthaber in beiden Ländern profitieren.


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9. Juni 2017

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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