Robinhood Aktie: Ein Fintech-Star will an die Börse

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Mit Robinhood will einer der Shooting-Stars der Fintech-Branche an die Börse. Was ist für Anleger drin? (Foto: MaximP / shutterstock.com)

Junge Erwachsene (Millennials) lieben die Trading-App Robinhood. Der Grund: Über die Smartphone-Anwendung können US-Aktien und verschiedene Kryptowährungen gebührenlos gehandelt werden.

Das dahinterstehende Unternehmen Robinhood Markets will in einer weiteren Finanzierungsrunde laut US-Medienberichten 200 Mio. US-$ aufnehmen. Auch ein späterer Börsengang von Robinhood ist nicht ausgeschlossen.

Robinhood gilt seit Monaten als heißer Kandidat für den Börsengang, wird das Start-up bereits heute mit mehr als 7 Mrd. US-$ bewertet. Doch was steckt hinter dem neuen Shootingstar der Fintech-Branche?

Robinhood Aktie – Was spricht für den Börsengang?

Robinhood Markets wurde im Jahr 2013 von Vladimir Tenev und Baiju Bhatt gegründet. Das Unternehmen hat seinen Sitz wie so viele Hightech-Unternehmen im kalifornischen Menlo Park im Silicon Valley.

Robinhood Markets operiert von 3 Geschäftseinheiten heraus: Robinhood Financial, Robinhood Crypto und Robinhood Securities. Die Tochter Robinhood Financial steht hinter der gleichnamigen mobilen Anwendung Robinhood für das Smartphone (Android und iOS). Die App ermöglicht Anlegern mehr als 5.000 US-Aktien und Exchange-Traded Funds (ETFs) über das Smartphone zu handeln – und zwar gebührenfrei.

Dies ist möglich, da Robinhood sein eigenes Clearing-System (Abwicklung und Wertstellung) entwickelt hat und daher nicht länger auf Drittanbieter angewiesen ist. Durch das Angebot über das Smartphone US-Aktien gebührenfrei handeln zu können, sind die Nutzerzahlen der Robinhood App zuletzt massiv gewachsen – auf über 6 Mio. Kunden in 2018.

Über Robinhood können US-Nutzer aber auch in Bitcoin und andere Kryptowährungen investieren – ebenfalls gebührenfrei. Alle Kunden-Einlagen (Aktien, ETFs, Kryptowährungen etc.) sind bis zu 500.000 US-$ versichert. Außerdem ist Robinhood offiziell bei der US-Wertpapieraufsicht SEC registriert und gleichzeitig auch Mitglied der Financial Industry Regulatory Authority (FINRA).

Robinhood nahm bereits über 500 Mio. US-$ an Venture-Kapital auf. Zu den Investoren gehören Index Ventures, DST Global, Andreessen Horowitz, Kleiner Perkins, Sequioa und Googles Capital G.

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Wie verdient Robinhood sein Geld?

Eine der Haupteinnahmequellen von Robinhood sind Zinsen, die das Unternehmen durch die Einlagen seiner Kunden einstreicht. Außerdem erhält Robinhood Gebühren, wenn das Unternehmen Geld an seine Kunden verleiht (Margin-Trading über Robinhood Gold).

Bislang hat Robinhood hauptsächlich Kauf- und Verkaufsaufträge seiner Kunden (Order-Flow-Daten) an große Börsen und Marketmaker (Citadel, Two Sigma etc.) weitergereicht – dieses Geschäftsmodell soll aber künftig nicht mehr so stark im Vordergrund stehen.

Stark gewachsen ist dagegen zuletzt der Abo-Service Robinhood Gold, der zwischen 10 und 2.000 US-$ im Monat kostet. Dadurch können sich Kunden 200 bis 50.000 US-$ für Zinsen von 5 % p.a. vom Unternehmen leihen.

Fazit: Mit Robinhood kommt ein disruptiver Finanz-Serviceanbieter an die Börse

Robinhood spricht mit seiner einfach zu bedienenden App vor allem junge Menschen im Alter von 18 bis 35 Jahren an. Bei dieser Zielgruppe hatte das Unternehmen in den letzten Jahren großen Erfolg.

Kann Robinhood die anvisierte Finanzierungsrunde in Höhe von 200 Mio. US-$ erfolgreich abschließen, sehen Analysten die Bewertung des Fintech-Stars sogar bei rund 10 Mrd. US-$.

In den nächsten Jahren soll Robinhood zu einem Full-Service-Finanzanbieter ausgebaut werden, deutet Mitgründer und Co-Chef Baju Bhatt an. Dabei könnte Robinhood mit seinem gebührenfreien Geschäftsmodell die bisherige Finanzservice-Landschaft einer Disruption unterziehen.

Ursprünglich sollte der Börsengang von Robinhood noch in 2019 stattfinden. Dafür sucht Robinhood derzeit nach einem Finanzchef (Chief Financial Officer). Wird Robinhood nicht fündig, kann sich der Börsengang auch noch auf 2020 und später verschieben.

Unter dem Strich kommt mit Robinhood ein Fintech-Unternehmen an die Börse, das vor allem für spekulativ orientierte Anleger interessant ist. Anleger müssen bedenken, dass Robinhood zwar stark wächst, aber noch als defizitär gilt.


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Mittermeier neu
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands