Robotik-Einsatzgebiete in der Gastronomie und dem Hotel-Gewerbe

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Wenn Sie wirklich wissen möchten, wohin die Reise in der Robotik geht, sollten Sie einen Blick nach Asien und auf die USA werfen. (Foto: Siriwat Sriphojaroen / Shutterstock.com)

Wenn Sie wirklich wissen möchten, wohin die Reise in der Robotik geht, sollten Sie einen Blick nach Asien und auf die USA werfen. Denn dort werden Technologien oft eingeführt, die bei uns noch als undenkbar gelten.

So gab es in Shanghai bereits vor vier Jahren ein erstes Roboter-Restaurant. Dort arbeiten nicht nur Roboter als Koch, sondern auch als Ersatz für Kellner.

Vielfältige Einsatzgebiete für Robotik

Vor wenigen Monaten konnte ich mir während einer Geschäftsreise nach San Francisco sogar selbst ein Bild davon machen, wie stark die Automatisierung in der Gastronomie bereits fortgeschritten ist.

Dort besuchte ich das Roboter-Restaurant Eatsa, das bis auf die Köche voll automatisiert ist. Ich war beeindruckt.

Die Bestellung habe ich auf einem Tablet-Computer abgegeben. Kurz darauf stand die fertige Bestellung griffbereit in einer von Dutzenden beleuchteten Kammern, deren digitale Außenwand meinen Vornamen angezeigt hat.

Solange es keine technischen Probleme gibt, haben Sie in den Restaurants keinen menschlichen Kontakt. Skurril, aber ausgesprochen effizient.

Robotergestützte Gastronomie auf dem Vormarsch

Der Erfolg gibt Eatsa Recht. Gerade hat das Unternehmen in Washington und New York weitere Filialen eröffnet. Auch Fast Food-Ketten setzen zunehmend auf Roboterhilfe.

Vorreiter ist Caliburger im kalifornischen Pasadena. Der Burgerbrater-Roboter „Flippy“ ist nach nur fünfminütigem Installationsaufwand einsatzbereit. Die Bratfläche mit den Hamburger-Frikadellen (Patties) überwacht der Roboter mittels einer Kamera.

Der Gargrad wird mit Hilfe von Wärme- und 3DSensoren bestimmt. Flippy steht auf Rädern und benötigt wenig Stellfläche. Das bedeutet, dass die Küchen nicht extra umgebaut werden müssten.

Roboter arbeiten präzise, schnell, unermüdlich und preiswert

Die Bestellungen bekommt der Robobrater direkt über das elektronische Bestellsystem der Restaurants. Neben Burgerpatties können auch Hühnchenteile gegrillt und Zutaten geschnitten werden können.

Dazu steckt sich der Roboter unterschiedliche Werkzeuge selbst an seinen Arm.

Auch an der Fritteuse ist der Roboter laut Unternehmen bereits ein Profi. Sie können sich vorstellen, was für eine Kostenersparnis für die Gastrobranche in diesem Bereich schlummert.

Visionen der nahen Zukunft: Roboter-Hotels

Was vor einiger Zeit noch wie eine Zukunftsillusion aussah, ist heute bereits Wirklichkeit. In Japan hat eine Hotelkette gerade das zweite Roboterhotel eröffnet. Ja, Sie hören richtig – ein Roboterhotel.

Was sich skurril anhört, entpuppt sich als erfolgreiches Geschäftsmodell.

Empfangen werden die Hotelgäste von zwei Plastik-Kreaturen in Dino-Gestalt. Dahinter verbergen sich aber keine verkleideten Angestellte, sondern hoch moderne Roboter, die die Gäste in zahlreichen Sprachen begrüßen können.

Vollautomatisierter Service zu Ihrer Zufriedenheit

Ohnehin ist hier alles automatisiert. Roboter helfen beim Check-In, machen die Zimmer sauber und liefern Getränke aufs Zimmer.

Es gibt sogar einen Raum für das Lagern von Gepäck, der von einem mechanischen Arm bedient wird.

Die absoluten Zahlen werden Sie beeindrucken.

Auf 140 Roboter in dem Hotel kommen gerade einmal sieben menschliche Mitarbeiter. Das Roboterhotel ist ein extremes Beispiel für die Einsatzmöglichkeiten der intelligenten Maschinen, macht Ihnen aber deutlich, wo die Reise hingehen könnte.

Die Wachstumszahlen im Bereich Robotik beeindrucken

Da die Technologien immer ausgereifter und zugleich günstiger werden, nimmt die Verbreitung der Robotik eine rasante Entwicklung.

Die Prognosen sind faszinierend: Die Experten des Weltroboterverbands IFR gehen davon aus, dass weltweit bis 2019 die Zahl der eingesetzten Serviceroboter auf über 31 Mio. Einheiten ansteigt.

Für Sie zum Vergleich: In 2015 waren es gerade einmal 3,6 Mio. Einheiten.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.