Rocket Internet Aktie: Profitieren von der Negativmeldung?

Mit dem richtigen Gespür und den geeigneten Partnern kann das Geschäftsmodell gut laufen: Als Inkubator bringt man über Venture Capital und operative Unterstützung viel versprechende Jungunternehmen auf den Weg, die dann Gewinne abwerfen. Bei Internet-Startups spricht man von einem Internet-Inkubator.

Rocket Internet Aktie: Beteiligungspaket verkauft

Der bekannteste hierzulande ist das Berliner Unternehmen Rocket Internet. Die Aktie ist seit Sommer 2014 im Sdax gelistet, nachdem das Unternehmen zuvor als GmbH mit seinen Firmenbeteiligungen Erfolg hatte. Doch nach Anfangsnotierungen von gut 60 € ging die Rocket Internet-Aktie langsam bergab. Seit zwei Jahren pendelt sie mit Ausschlägen um die 20 €-Marke und war jüngst von der Anlegersorge getrieben, wie es nach dem Ausstieg des Großinvestors Kinnevik weitergeht.

Die Schweden hatten bereits im Februar die Hälfte ihrer Rocket Internet-Aktien abgestoßen. Nun wird auch das restliche Aktienpaket von 6,6 % verkauft. Die 10,9 Mio. Aktien werden bei institutionellen Investoren für 20 € pro Stück platziert. Die Nachricht kam nicht gut an. Das Papier verlor Anfang Juni über 5 %. Noch im Monat zuvor konnte sie von rund 16 € auf über 22 € zulegen.

Die Achterbahnfahrt spiegelt die Unentschlossenheit in der Bewertung der Vorgänge und Aussichten wider. Kinnevik jedenfalls betont, dass der Ausstieg nichts mit der Erwartung schlechterer Geschäfte zutun habe. Als Grund wird angeführt, dass sich Rocket Internet selbst zur einer Beteiligungsholding entwickelt, und damit zur Konkurrenz.

Bislang enttäuschend

Weil die Berliner zunehmend nicht nur in junge, sondern auch größere Unternehmen investieren, würden sich die Geschäftsmodelle immer ähnlicher. Das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass Rocket Internet in der Vergangenheit immer wieder die Werte einzelner Beteiligungen nach unten korrigieren musste.

Das vergangene Geschäftsjahr brachte einen Verlust von 697 Mio. €. Rocket Internet Gründer und Chef Oliver Samwer verweist darauf, dass die Startup-Schmiede noch länger im „Investitionsmodus“ sei. Als Vertrauensbeweis wurde frisches Kapital für langfristige Investitionen angeführt, das letztes Jahr von Capital Partners Fund eingebracht wurde. Bis zu 500 Mio. US-$ sollen in einem Luxemburger Fonds angelegt werden.

Langer Atem gefragt

Zugleich geht Rocket Internet davon aus, dass im vierten Quartal 2017 die Profitabilität einiger der beteiligten Unternehmen deutlich steigen werde. Immerhin sind bereits einige, mittlerweile erfolgreiche Firmen unter dem Dach von Rocket Internet groß geworden. Darunter der Online-Händler Zalando, die Partnerbörse eDarling sowie die Möbelhändler Westwing und Home24.

Was aktuell aussteht, sind die Börsengänge der Lebensmittel-Versender Delivery Hero und Hello Fresh. Letzterer war Ende 2015 vorerst auf Eis gelegt worden. „Das Umfeld habe nicht gestimmt“, hieß es damals. Ob es jetzt stimmt, wird man sehen. Als Anleger braucht man eine gewisse Risikobereitschaft und einen langen Atem.

Was für die Aktie von Rocket Internet spricht: Nun steigt die Chance auf eine Aufnahme in den Mdax. Entscheidend ist nämlich hierfür der Börsenwert der frei handelbaren Aktien. Und davon gibt es seit dem Ausstieg von Kinnevik mehr.


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22. Juni 2017

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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