Rohstoffe: So geht es in 2018 weiter

Der Ausblick für Rohstoffe auf 2018 sieht nach dem guten Jahr 2017 insgesamt eher durchwachsen aus – vor allem wegen des Überangebots. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

2017 lief es nicht nur bei Aktien gut, es ging auch mit Rohstoffen bergauf. Angesichts der florierenden Weltwirtschaft und anziehender Nachfrage nach batteriegetriebenen Fahrzeugen stiegen die Preise für viele Industriemetalle, Gold konnte sich erholen und Öl legte ab Sommer kräftig zu. Diese Entwicklung war weitgehend vorhergesehen worden. Der Ausblick auf 2018 für Rohstoffe ist nicht ganz so eindeutig.

Rohstoffe: der Ausblick auf 2018

Bei Industriemetallen könnte es wieder etwas ruhiger zugehen. Schlicht deshalb, weil die gestiegenen Preise verbreitet für eine Ausweitung der Produktion gesorgt haben. Die Märkte haben sich auf eine anhaltend hohe Nachfrage längst eingestellt. Entsprechend hat auch der Industriemetall-Index LMEX nach seinem Hoch vom Oktober bei 3.325 Zählern wieder etwas nachgegeben. Zuvor war er seit Sommer 2017 um fast ein Drittel gestiegen.

Zu den Treibern gehörte das Wirtschaftswachstum in China. Das Wirtschaftswachstum von 6,8 % dürfte sich zwar aufgrund von Überkapazitäten in den Unternehmen etwas abschwächen, dafür ist aber mit einem kräftigen Anziehen in Indien zu rechnen. In den USA wird es wohl weiterhin rund laufen. Gerechnet wird mit einem Wachstum auf bis zu 2,5 %, wobei hier noch unklar ist, wie sich die Steuerreform auswirken wird.

Sollte Trump seine eingeschlafene Infrastrukturoffensive tatsächlich noch beleben, würde das auf jeden Fall die Nachfrage erhöhen. Mit einem vergleichbaren Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt wird auch im Euroraum ausgegangen. Was die Nachfrage angeht, ist in Sachen Industriemetalle der Ausblick auf Rohstoffe 2018 positiv. Allerdings muss davon ausgegangen werden, dass viele Marktteilnehmer, die auf immer höhere Preise gewettet haben, ihr Spekulationsziel umdrehen. Mit Korrekturen ist von daher zu rechnen. Es sei denn, Aktien geben nach und treiben mehr Akteure in Rohstoffe.

Bei Kupfer ist der Ausblick auf 2018 ebenfalls verhalten. Grund: Das bisherige Angebotsdefizit dürfte deutliche geringer werden. Ähnlich die Aussicht bei Nickel und Zinn, wo sich die Unterversorgung abschwächen wird. Auch bei Zink gaben die gestiegenen Preise Anreiz, die Produktion wieder auszuweiten. Ebenso dürfte Aluminium gerade in China vermehrt produziert werden. Deshalb wird die anhaltende Nachfrage etwa für Fahrzeuge den Preis nicht treiben.

Öl wird nicht wirklich teurer

Beim Rohstoff-Ausblick auf 2018 spielt natürlich Öl traditionell eine große Rolle. Seit Sommer ist beispielsweise Brent  um gut 30 % auf 58,9 US-$ bis Ende November gestiegen, verlor dann aber an Dynamik. Zuletzt hat die OPEC beschlossen, ihre Kürzungen zunächst bis März 2018 zu verlängern und Russland signalisierte seine Unterstützung.

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Doch auf dem Weltmarkt ist Öl genug vorhanden. Die OPEC geht davon aus, dass die amerikanische Fracking-Produktion bis 2021 um gut 56 % zulegen wird. Die Zeit, in der die Organisation am langen Hebel saß, ist definitiv vorbei.

Gold mit leichtem Potenzial

2017 konnte sich Gold von 1.134 US-$ bis zum September auf fast 1.360 US-$ erholen, gab dann aber wieder deutlich nach. Die Aussichten für 2018 hängen unter anderem von der Weltpolitik ab. Bei einem Zusammentreffen von noch niedrigen Zinsen und neuen Unruheherden könnte der Preis erneut anziehen. Was zuletzt als Bremse wirkte: In Indien, wo viel privates Gold gekauft wird, wurde letzten Sommer eine Mehrwertsteuer auf Gold eingeführt, und Dubai steht davor, das gleiche zu tun.

Anders die Entwicklung in China, wo Anleger vermehrt in Gold flüchten. Eine Abwertung der Währung, Inflation, eine Immobilienblase und der Kampf gegen Schattenbanken treiben sie vermehrt in sichere Häfen. In Europa und vor allem Deutschland ist die Nachfrage zuletzt deutlich gestiegen. In den USA wiederum ging sie zurück. Die profitablen Aktienmärkte und gestiegene Renditen bei Anleihen trugen dazu bei. Auch die Zentralbanken stoßen, bis auf Russland, eher Gold ab. Insgesamt könnte der Preis moderat steigen. Die Zielmarke des letzten Hochs im September erscheint realistisch.

Silber, Platin und Palladium weitgehend ausgereizt

Bei Silber, das ein Nebenprodukt von Industriemetallen wie Kupfer oder Zink ist, stehen die Zeichen angesichts des Überangebots eher auf Stagnation. Ein Überangebot gibt es auch bei Platin. Der Preis dürfte eher dem von Gold folgen. Ganz anders bei Palladium, das sich zudem 2017 unter den Rohstoffen am besten entwickelt hat. Allerdings ist nach einem Plus von 50 % das Preisniveau bereits sehr hoch.

Insgesamt ist der Rohstoff-Ausblick auf 2018 durchwachsen bis positiv. Wer unkompliziert davon profitieren will, kann in einen entsprechenden Rohstoff-ETF oder auch in Gold-ETCs investieren.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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