Roku-Aktie: Streaming-Pionier mit erfolgreichem Börsengang

Der US-Anbieter von Streaming-Hardware Roku hatte Ende September einen starken Start auf dem Börsenparkett hingelegt. Der Streaming-Spezialist platzierte mehr als 18 Millionen Anteile zu 14 US-$ bei Anlegern. Inzwischen notiert das Papier bei über 23 US-$ – ein Kursplus von über 60 % für Erstzeichner.

Für Anleger stellt sich hier natürlich die Frage, hat der Börsenneuling Roku nach dem Börsengang noch weiteres Potenzial und lohnt sich ein Einstieg noch? Um diese Frage zu beantworten, zunächst ein kurzer Blick auf das Unternehmen.

Roku-Börsengang: Was ist das Besondere an Roku?

Roku wurde bereits im Oktober 2002 in den USA gegründet. Hinter dem Unternehmen steht ReplayTV-Gründer Anthony Wood, der als Chef das Unternehmen führt. Hierzu muss man wissen, dass Anthony Wood als Erfinder des digitalen Videorekorders (DVR) gilt. Roku lieferte im Jahr 2008 den ersten Streaming-Player überhaupt aus, der den Streaming-Service Netflix auf den TV-Fernseher brachte.

Auch war Roku in 2012 mit dem ersten Streaming-Stick am Start – das Unternehmen gilt also als Pionier in der Branche. Roku bietet aber nicht nur Hardware wie Set-Top-Boxen und Streaming-Sticks an, sondern fungiert auch als Plattform für Werbetreibende. Hier stellt sich die Frage wie das Unternehmen sein Geld verdient.

Wie verdient Roku sein Geld?

Roku verdient sein Geld in zwei Bereichen: Zum einen verkauft man Hardware wie Set-Top-Boxen (Roku TV) und Streaming-Sticks. Zum anderen betreibt Roku eine Plattform, über die Kunden Inhalte abrufen und Vermarkter Werbung schalten können. Zudem kassiert Roku Lizenzgebühren, wenn TV-Hersteller den Roku-Service in ihren Geräten integrieren.

Per Ende des ersten Halbjahres 2017 betreute Roku in seinem Plattform-Geschäftsfeld 15 Millionen aktive Kundenkonten. Ein Roku-Konto ermöglicht den Kunden weitere Kanäle zu abonnieren. Je populärer die Roku-Plattform, desto attraktiver wird diese Plattform auch für Werbetreibende, ein größeres Publikum zu erreichen.

Wie sehen die Zahlen bei Roku aus?

Roku schreibt nach wie vor rote Zahlen. Im ersten Halbjahr 2017 konnte Roku seinen Umsatz um 23 % gegenüber dem Vorjahr auf 199,7 Mio. US-$ steigern. Das Hardware-Geschäft rund um Streaming-Media-Player steuerte 59 Prozent zu den Umsätzen bei. Allerdings schrumpfte das Geschäft mit Streaming-Playern im ersten Halbjahr um 2 % auf 117,3 Mio. Dollar.

Unter dem Strich wies Roku im ersten Halbjahr 2017 einen Nettoverlust von 24,2 Mio. US-$ aus, der damit leicht gegenüber dem Vorjahreszeitraum geschrumpft ist (33,2 Mio. Dollar).

Fazit: Roku mit Chancen, doch der Wettbewerb wird intensiver

Roku gilt als Pionier der Branche und konnte bis Ende 2016 seinen Marktanteil im amerikanischen Smart-TV-Markt nahezu verdoppeln und auf 13 % steigern. Allerdings müssen Anleger beachten, dass der Markt für Set-Top-Boxen und Streaming-Sticks hart umkämpft ist.

Hier tummeln sich Amazon (Amazon Fire TV), Apple (Apple TV) und die Alphabet-Tochter Google (Google Chromecast). Der intensivere Wettbewerb machte sich bereits in einem schrumpfenden Hardware-Geschäft bei Roku bemerkbar. Zudem sind die Gewinnmargen in diesem Bereich deutlich niedriger als im Plattform-Geschäft.

Im Plattform-Geschäft liegen dagegen die großen Chancen für Roku. Gelingt es Roku, die Zuschauerzahlen zu erhöhen und mehr Streams an die Kunden auszuliefern, wird die Roku-Plattform für Werbetreibende attraktiver, was sich langfristig in höheren Werbeeinnahmen niederschlagen könnte.

Unter dem Strich ist Roku eine riskante Wette auf den Erfolg von Streaming-Angeboten, zumal sich das Unternehmen mit Amazon, Apple und Alphabet scheinbar übermächtigen Konkurrenten am Markt messen muss. Daher ist Roku nur für sehr spekulativ orientierte Anleger interessant, die einen langen Atem haben.

Konservative Anleger, die ebenfalls vom Wachstumsmarkt Internet-TV profitieren wollen, sollten sich dagegen Amazon.com, Apple, Netflix und Google aka Alphabet näher ansehen.

20. Oktober 2017

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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