Russische Aktien in 2017: Welche Investments können sich lohnen?

Investments in Russland: Wie Anleger von den Chancen auf dem russischen Aktienmarkt profitieren können – und welche Risiken es gibt. (Foto: g0d4ather / shutterstock.com)

Insgesamt steht die stark von Rohstoffpreisen abhängige russische Wirtschaft auch wegen der westlichen Sanktionen unter Druck. Dennoch waren im Jahr 2016 Aktien und vor allem die russischen Goldproduzenten und deren Aktien die großen Gewinner. Hierzu zählten insbesondere Polyus Gold und Highland Gold Mining, die 2016 hohe Zuwächse verzeichnen konnten.

Eine große Schwierigkeit für europäische Privatanleger bei russischen Einzelaktien ist die teilweise sehr geringe Liquidität und die Verfügbarkeit in erster Linie bei kleineren Titeln. Denn viele Werte sind nur in Russland handelbar und somit für westliche Investoren nicht zugänglich. Doch einige Aktien können dennoch interessant sein – 3 Beispiele.

1. Gazprom: Gazprom ist einer der bedeutendsten Erdgasproduzenten weltweit. Im Besitz des Unternehmens befinden sich über 25 % der globalen Erdgasvorkommen. Unter dem Strich fördert Gazprom 90 % des russischen Erdgases. Auf Sicht von 12 Monaten (Stand: März 2017) verzeichnete die Aktie der Gesellschaft ein Plus von mehr als 13 %.

2. Sberbank: Die Sberbank zählt zu den größten russischen Kreditinstituten. Das Geldinstitut, das  1841 gegründet wurde, ist heute eine breit aufgestellte Geschäftsbank mit vielfältigen Aktivitäten. Die Bank verfügt mit mehr als 18.000 Filialen über das landesweit größte Filialnetz in Russland. Im Hinblick auf die vergangenen 12 Monate verzeichnet Sberbank ein Plus von mehr als 77 %.

3. Norilsk Nickel: Norilsk Nickel wurde im Jahr 1935 in Russland gegründet und ist eine Bergbaugesellschaft mit Schwerpunkt Metallurgie. Das Unternehmen zählt zu den weltweit bedeutendsten Herstellern von Platin, Palladium, Nickel und Kupfer. Darüber hinaus gehören Gold, Silber, Kobalt, Chrom und Rhodium zu den weiteren geförderten Metallen. Zum Kerngeschäft von Norilsk Nickel gehören das Erkunden, der Abbau, die Verarbeitung und der Vertrieb der genannten Metalle. Im Zurückliegenden Jahr zeigte die Aktie des Unternehmens eine Performance von Plus etwa 25 %.

Liquiditätsrisiken der russischen Börse

Bei russischen Aktien der 2. und 3. Reihe sind die Liquiditätsrisiken wesentlich größer als bei Papieren der westlichen Industriestaaten. Wer sich wegen der niedrigen Bewertung dennoch für solche Aktien interessiert, sollte sich des höheren Risikos bewusst sein. Unter Umständen können diese Titel nämlich nicht mehr bzw. nur unter erschwerten Bedingungen zurückgegeben werden.

Unter diesen Aspekten sind für europäische Privatanleger Investments mit einer breiteren Streuung weitaus empfehlenswerter. Somit bietet sich ein russischer Aktienfonds wie beispielsweise der DANSKE INVEST RUSSIA – A oder ein ETF wie etwa der Lyxor ETF Russia an. Diese Finanzprodukte zeigten auf Sicht eines Jahres eine Entwicklung von 38 bzw. 30,5 %.

Einzelinvestments in russische Aktien sind aufgrund der Risiken der dortigen Wirtschaft nur sehr bedingt für Privatanleger geeignet. Alternativ empfehlen sich Aktienfonds mit Schwerpunkt Russland oder entsprechende ETF.

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.