Sachwerte: Diese Investments sind am effektivsten

Gold Taschenrechner – shutterstock_69651601 Brian A Jackson

Unter den Sachwerte-Investments sind Aktien auch gegen Inflation die beste Anlageklasse. Parallel empfiehlt sich Gold zu Sicherheit. (Foto: Brian A Jackson / Shutterstock.com)

Der kluge Mensch baut vor. Und zur Weitsicht gehört bei langfristigen Wertanlagen, sich gegen unvorhergesehene Risiken und Entwicklungen zu wappnen. Derzeit denken die wenigsten an Inflation. Kommt sie aber einmal in Schwung, etwa wenn das viele Geld der EZB aus der Finanz- in die Realwirtschaft gelangt, dann sind stabile Werte gefragt.

Auch Aktien sind Sachwert-Investments

Als sicherer Anker gilt ein Investment in Sachwerte. Dabei denkt man spontan an Immobilien, Rohstoffe, Edelmetalle wie Gold aber auch Schmuck aus Edelsteinen bis hin zu wertvollen Kunstgegenständen. Das Spektrum ist breit.

Häufig werden solche Sachwert-Investments einer Aktienanlage gegenübergestellt – nach dem Gedanken: fassbare Realwerte vs. marktpreisgetriebene Papiere. Doch Vorsicht. Darum geht es allenfalls in zweiter Linie. Die Komponente Markt- bzw. Börsenpreis spielt nahezu überall eine Rolle. Natürlich haben Häuser oder Goldbarren eine Art Mindestwert, während Aktiennotierungen theoretisch gegen Null fallen können.

Nach diesem Kriterium aber würde nur das als Sachwert zählen, worauf jederzeit Zugriff besteht. Obendrein müsste es dann auch stets verwertbar sein, Stichwort: Liquidität. Nach dieser Betrachtung würden sich Sachwerte vor allem aufs eigene Haus oder Goldbarren im heimischen Tresor reduzieren.

Nein, Sachwert-Investments sind alle Geldanlagen, mit denen man Teilhaber und Mitbesitzer ist: Aktien(fonds), Immobilien(fonds), Edelmetall(fonds), Wertgegenstände. Im Gegensatz dazu ist der Besitzer von Geldwerten wie Zinspapieren und Anleihen ein Gläubiger oder Kreditgeber an Banken, Staaten, Unternehmen.

Immobilien erfordern Zeit, Geld und Sachkenntnis

Da Zinspapiere oder erst recht Sparkonten einen inflationsbedingten Wertverfall kaum auffangen können, konzentriert sich alles auf die Auswahl der passenden Sachwerte.

Gold Körner – shutterstock_567952783 optimarc

Der Goldmarkt sagt „Danke an Prinz Harry und Meghan Markle“Die royale Hochzeit des Jahres hat auch dem Goldmarkt neuen Schwung gebracht – das gilt eben vor allem für Gelbgold.  › mehr lesen

Beliebt sind vor allem Immobilien. Werden sie vermietet, bringen sie zudem fortlaufende Erträge. Die Hypothekenzinsen sind niedrig und die Nachfrage boomt. Doch gerade hierin liegt ein Problem. Die Preise steigen schon lange weitaus stärker als die Mieten. Gemessen am Ertrag sind sie also viel zu teuer. Ganz abgesehen vom Aufwand für Vermieter. Selbst bei der Eigennutzung muss eine Immobilie gepflegt werden und verursacht Kosten.

Erheblich einfacher ist die Sache bei Gold. Hier gibt es zwar keine Erträge, doch schon der Steueraspekt spricht dafür. Im Gegensatz zu Silber oder Platin wird Gold ohne Mehrwertsteuer gekauft, und Verkaufsgewinne sind nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei. Gold lässt sich immer verkaufen. Der Preis bewegt sich seit 2013 in einem Korridor zwischen grob 1.200 und 1.300 US-Dollar die Feinunze.

Im Abgleich ist Gold eine erheblich einfachere Krisenanlage. Da jeder Zeit- und Kostenaufwand am Wert nagt, muss man im Kampf gegen die Inflation eine genaue Rechnung aufmachen. Auch rechnen sich Immobilien erst langfristig. Und selbst wenn sie bis dahin der Inflation getrotzt haben, muss stets mit staatlichen Eingriffen wie Sondersteuern, Zwangshypotheken oder neuen Mietbremsen gerechnet werden.

Mischung aus Aktien und etwas Gold

Alle anderen physischen Sachwerte wie Kunstgegenstände erfordern entweder hohe Sachkenntnis in kleinen Märkten oder sie sind in Form von Rohstoffen nicht ohne weiteres im eigenen Hause lagerbar. In dem Fall bleiben eigentlich nur Rohstoffinvestments über Schuldverschreibungen wie Zertifikate oder Sondervermögen wie ETFs.

Bei der Auswahl der Anlageklassen aber kommen sie schon wegen ihrer teils komplexen Dynamik der zugrunde liegenden Termingeschäfte gegen Aktien nicht an. Wer etwa über einen ETF in ganze Aktienindizes investiert, streut nicht nur sein Risiko, er hält auch Anteile an Konzernen, die selbst unter anderem in Immobilien investiert sind.

Mit der Inflation steigen die Preise dieser Vermögenswerte und damit die Kurse der Aktien. Bis auf wenige Zeitfenster in den 1970er Jahren, als die Zinsen extrem hoch waren, zeigten sie sich auch gegenüber Anleihen immer klar im Vorteil. Mit einem über lange Jahre durchschnittlichen Wertzuwachs von gut 8 % sind Aktien nach wie vor die beste Wahl. Wer zusätzlich einen handfesten Sicherheitsanker sucht, investiert am besten in Gold.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.