Salesforce-Aktie: Kurssprung durch digitalen Wandel

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Die Salesforce-Aktie profitiert vom digitalen Wandel wie kein anderes Unternehmen - doch warum? (Foto: Bjorn Bakstad / shutterstock.com)

SAP-Rivale Salesforce sieht sich seit Jahren auf der Überholspur. Auch im jüngsten Quartal konnte Salesforce.com mit starken Zahlen und einem verbesserten Ausblick überzeugen. Die Salesforce-Aktie legte zur Freude der Anleger gegen einen schwachen Gesamtmarkt weiter zu. Auf Jahressicht liegt die Salesforce-Aktie um ca. 30 % im Plus.

Salesforce profitiert derzeit wie kein anderes Unternehmen von der digitalen Transformation. Unternehmen müssen sich modernisieren und auf den digitalen Wandel einstellen und suchen an dieser Stelle Hilfe bei Salesforce. Der Punkt: Der digitale Wandel beginnt und endet beim Kunden.

Salesforce-Aktie profitiert vom digitalen Wandel

Digitalisierung heißt nicht nur kundengerechte Dienstleistungen, es bedeutet auch eine Herausforderung für die Unternehmen, diese Services über die richtige Infrastruktur zu liefern. Kunden fordern heute zum Beispiel ständige Erreichbarkeit und keine quälend langen Wartezeiten in Hotlines. Auch eine schnelle Reaktion auf etwaige Beschwerden und eine Vermittlung an den richtigen Ansprechpartner wird von vielen Kunden heute vorausgesetzt.

Hier bietet Salesforce mit seinen verschiedenen Cloud-Diensten im Bereich Verkauf, Marketing und Services offenbar die richtige Lösung. Salesforce-Chef Marc Benioff sieht daher sein Unternehmen so stark wie nie aufgestellt, denn die Digitalisierung ist kein einmaliges IT-Projekt, sondern ein stetig laufender Prozess.

Salesforce setzt weiter auf Zukäufe

Um sich in eine dominante Position im Bereich Cloud Computing Services zu bringen, hat sich Salesforce in den letzten Jahren immer wieder durch ausgesuchte Zukäufe verstärkt. So auch in diesem Jahr.

Im Frühjahr 2018 tätigte Salesforce mit der 6,5 Mrd. US-$ schweren Übernahme von MuleSoft seinen bislang größten Zukauf. Die US-Softwarefirma MuleSoft hilft Unternehmen dabei, Anwendungen und Daten über jede Cloud miteinander zu verknüpfen (Stichwort: Datenintegration). Das bedeutet, dass Firmen innerhalb der Organisation Zugriff auf diese Daten haben, egal wo diese gespeichert sind. Zu den mehr als 1.200 MuleSoft-Kunden gehören Branchenschwergewichte wie Airbus, Unilever und der japanische Sportschuhhersteller ASICS.

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Wenige Monate nach der Übernahme von MuleSoft schluckte Salesforce im Sommer für geschätzte 800 Mio. US-$ den Marketing-Spezialisten Datorama. Datorama betreibt eine Marketing- und Analyseplattform, die von 3.000 Kunden (IBM, Ticketmaster etc.) weltweit genutzt wird. Mit diesem Zukauf stärkte Salesforce einmal mehr seine Marketing Cloud gegen die Konkurrenz von Adobe, Oracle und SAP.

Fazit: Salesforce bleibt auf der Überholspur

Mit den jüngsten Zukäufen hat Salesforce seine Position als dominanter Player in der Cloud weiter gegenüber Wettbewerbern gestärkt. Entsprechend zuversichtlich ist das Management dann auch für die kommenden Jahre.

Nach dem Salesforce im Fiskaljahr 2018 die Umsatzmarke von 10 Mrd. US-$ so schnell erreicht hat, wie kein anderes Softwarehaus zuvor, strebt man im Fiskaljahr 2020 die Umsatzmarke von 16 Mrd. US-$ an.

Doch dann soll noch lange nicht Schluss sein. Salesforce-Mitgründer und Produkt-Chef Parker Harris hat noch viel ehrgeizigere Ziele. Bis zum Jahr 2022 soll die Umsatzmarke von 20 Mrd. US-$ fallen, spätestens im Jahr 2034 will man 60 Mrd. US-$ umsetzen, wie aus dem Salesforce Book hervorgeht.

Noch scheinen diese Umsatzziele sehr ambitioniert. Wenn man aber auf die jüngste Vergangenheit zurückblickt, hat Salesforce seine Ziele bislang immer erreicht – auch durch Zukäufe. Anleger dürfen damit rechnen, dass sich Salesforce auch in der Zukunft weiter mit Firmenübernahmen verstärken und damit noch größer wird. Die Salesforce-Aktie bleibt damit für alle Anleger interessant, die sich im Cloud Computing Bereich engagieren wollen.


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Mittermeier neu
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands